Hamburger Förderbank abgezockt

Dreister Corona-Betrüger: Mit Hilfsgeldern Opel gekauft

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Ein 37-Jähriger hat die Hamburger Förderbank und die Investitionsbank Berlin wochenlang um abertausende Euro Coronavirus-Hilfe betrogen. Jetzt flog der Mann auf. 

  • Seit Ende März hat ein 37-Jähriger zu Unrecht Coronavirus-Hilfen abkassiert.
  • Eine Sparkasse verdächtige den Mann der Geldwäsche.
  • Hamburger und Berliner Förderbank betrogen.

Hamburg/Berlin/Zeitz - Schnell und effizient wollen Bund und Länder in der Coronavirus-Krise denen Hilfe zukommen lassen, die sie am dringendsten brauchen. Doch einige schwarze Schafe nutzen die Situation aus und ergaunern sich Hilfsgelder. Unter anderem von der Hamburger Investitions- und Förderbank und der Investitionsbank Berlin. Einen dieser Betrüger konnte das Landeskriminalamt Sachsen in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Hamburger Polizei jetzt dingfest machen.

InstitutHamburgische Investitions- und Förderbank
AdresseBesenbinderhof 31, 20097 Hamburg

Vermeintlicher Coronavirus-Betrüger geschnappt: Soforthilfe von Hamburger Förderbank abgezockt

Ein vermeintlicher Täter scheint gefasst. Die Spur führte zu einem 37-jährigen Mann aus Zeitz in Sachsen-Anhalt, dessen Wohnung das Landeskriminalamt Sachsen gestern durchsucht hat.

Die Banken um Geld zu betrügen schien vergleichsweise einfach zu gehen. Der Verdächtige soll seit Ende März mehrere Anträge auf die Coronavirus-Soforthilfe gestellt haben - mindestens zwei unter falschem Namen. Dazu kommen drei Anträge, bei denen er die Daten anderer Unternehmer verwendet haben soll. Doch als das Geld tatsächlich überwiesen wurde, stellte die Sparkasse Berlin stellte eine Anzeige wegen des Verdachts auf Geldwäsche.

Soforthilfe für Opel Insignia ausgegeben: Auto nach Hausdurchsuchung beschlagnahmt

Ein Verdacht, den die Hausdurchsuchung zumindest verhärtet. Denn der Mann hat gleich mehrere zusätzliche Konten eröffnet. Eines davon im Ausland. Einen Teil des Geldes hat der Deutsche nach Aussage der Polizei auch schon ausgegeben – für einen Opel Insignia. Den entstandenen Schaden bezifferte die Polizei nicht.

Bei einer Hausdurchsuchung (Symbolbild) konnten Beamte Beweismittel und einen Opel Insignia sicher stellen.

Doch lange hatte der Verdächtige keine Freude an dem Auto. Bei der gestrigen Hausdurchsuchung stellten die Beamten des Landeskriminalamtes Sachsen neben diversem Beweismaterial auch das Fahrzeug sicher. In Haft muss der 37-Jährige aktuell nicht. Ermittler untersuchen, wie groß das Ausmaß des Betrugs tatsächlich ist.

Ihre Meinung zur Hamburger Polizei

Die Coronavirus-Soforthilfe läuft in Hamburg seit dem 19. März. Bis heute wurde 47.000 Anträge gestellt und 440 Millionen Euro ausgeschüttet. Da das Geld sowohl aus Landesmitteln (40 Prozent) als auch aus Bundesmitteln (60 Prozent) stammt, müssen sie erst gebündelt werden. Das geschieht bei Investitions- und Förderbank IFB Hamburg. Bei ihr kann digital die Hilfe beantragt werden.

Rubriklistenbild: © Ralf Zwiebler/dpa/picture alliance

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