Öffnung von Kitas und Schulen in Hamburg

Ist das Coronavirus nur für Erwachsene ansteckend? UKE in Hamburg will 6.000 Kinder testen

  • Carolina Baldin
    vonCarolina Baldin
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Da bisher noch keine eindeutige Datenlage zur Rolle von Kindern bei der Coronavirus-Ausbreitung vorliegt, werden seit dem 11. Mai im Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf (UKE) tausende Kinder auf das neuartige Coronavirus getestet.

  • Das Universitätsklinikum in Eppendorf möchte 6.000 Kinder in der Stadt auf das Coronavirus und mögliche Antikörper getestet.
  • In Hamburg soll so herausgefunden werden, ob Mädchen und Jungen das Virus an Erwachsene weitergeben.
  • Die Studie spielt eine zentrale Rolle bei der Öffnung von Hamburger Schulen und Kitas.

Hamburg/Eppendorf - In einer groß angelegten Studie will das UKE seit Montag die Frage klären, welche Rolle Kinder in Zeiten der Coronavirus-Krise spielen. Denn noch steht nicht fest, inwieweit Kinder die Krankheit an Erwachsene weitergeben. Laut dem Hamburger Abendblatt sollen rund 6.000 Kinder in der Hansestadt getestet werden. Dies bestätigte eine UKE-Sprecherin am Mittwoch. Weitere Details zur Studie würden am Donnerstag offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt.

Coronavirus in Hamburg: UKE bringt wichtige Studie ins Rollen

Zu Beginn der Coronavirus-Krise sind Wissenschaftler davon ausgegangen, dass sich der Erreger ähnlich wie bei einer klassischen Influenza ausbreitet. Bei einer echten Grippe sind vor allem Kinder ein zentraler Dreh- und Angelpunkt. Sie gehören zu den Hauptverteilern des Virus-Infekts. Mittlerweile deuten allerdings verschiedene Untersuchungen darauf hin, dass gerade Kinder deutlich weniger an Covid-19 erkranken. Das Coronavirus kann zwar von Erwachsenen an Kinder übertragen werden, aber nicht umgekehrt. Bedeutet: Kinder stehen am Ende dieser Infektionskette.

Das UKE in Hamburg möchte in einer Studie herausfinden, ob Kinder das Coronavirus an Erwachsene weitergeben können. (Archivbild)

UKE will in Hamburg klären, ob das Coronavirus nur für Erwachsene ansteckend ist

Unter der Leitung von Prof. Dr. Ania C. Muntau, Ärztliche Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKE, soll nun herausgefunden werden, ob Kinder das Coronavirus untereinander deutlich weniger verbreiten als Erwachsene. Die Ergebnisse der Studie in Hamburg könnten zudem für die Öffnungsschritte in Schulen und Kitas von Bedeutung sein.

Vorherige Coronavirus-Studie mit Kindern wurde in Hamburg untersagt

Bereits im April sollten rund 10.000 Kinder in Hamburg-St.Pauli auf dem Heiligengeistfeld auf das neuartige Coronavirus gescannt werden. Der Senat lehnte dies jedoch ab. Einer der beteiligten Hamburger Ärzte äußerte: „Wenn wir das gemacht hätten, lägen uns die Ergebnisse der Studie heute schon vor".

Studie könnte klären, wie riskant die Öffnungen von Schulen und Kitas in Hamburg tatsächlich sind

Hamburger Eltern warten seit Langem auf die Öffnung von Schulen und Kitas. Die Studie des UKE könnte nun einen ersten Lichtblick schaffen und bestehende Zweifel aus dem Weg räumen. Ob Kinder weiterhin in die Notbetreuung müssen oder risikolos Kitas und Schulen besuchen können, wollen die Ärzte im Universitätsklinikum Eppendorf mit Hilfe der Coronavirus-Tests an Kindern untersuchen.

Aktuell sind mehr als 10.000 Kinder in der Hamburger Notbetreuung und bisher hat es dort kein Infektionsgeschehen gegeben.

Reihen-Tests in Hamburger Schulen und Kitas denkbar

In den Hamburger Pflegeheimen sind Reihen-Tests auf Coronavirus-Infizierungen mittlerweile an der Tagesordnung. Dadurch sollen größere Ausbrüche schnell eingedämmt werden können. Auch für Schulen und Kitas der Hansestadt sind in der Gesundheitsbehörde derartige Untersuchungen im Gespräch. Sollte es zu einem Verdachtsfall kommen, rückt ein mobiles Team des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Harburg an. Sollte dies von den Behörden gewünscht sein, könne das Team die Tests auch in Schulen und Kitas durchführen, so eine Sprecherin gegenüber des NDR 90,3.

Keine Abstandsregeln in isländischen Schulen und Kitas

Island geht als positives Beispiel voran. Hier nimmt der Schul- und Kitabetrieb mittlerweile wieder seinen normalen Gang. Seit rund einer Woche sind dort die Einrichtungen für Kinder wieder geöffnet. Selbst auf Abstandsregeln wird hier verzichtet. Untersuchungen haben ergeben, dass in Island nicht ein Kind einen Erwachsenen mit dem Coronavirus angesteckt hat. Das lässt auch die Hamburger Eltern hoffen.

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