Ekel-Alarm

Rattenplage in Hamburg wegen Coronavirus-Sars-CoV-2

  • Wiebke Kaßmann
    vonWiebke Kaßmann
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Überall in Hamburg werden Ratten gesichtet. Schädlingsbekämpfer verzeichnen mehr Aufträge. Hygieneinstitut sieht einen Zusammenhang mit Lockdown und Homeoffice.

Hamburg - Immer wieder sichten Hamburger in diesen Tagen Ratten in der Nähe ihrer Wohnungen. Auf der Suche nach Futter kommen die Nager nun in die Nähe der Wohnungen und Häuser. Durch den Shutdown und die Schließung von Restaurants ist das Essenangebot der Nager kleiner geworden. Hamburg hat aktuell ein Rattenproblem. Wie zuvor schon Norderstedt.

Wegen Coronavirus-Sars-CoV-2: Ratten in Hamburger Wohnanlage gesichtet

Auch Bewohner einer weitläufigen Wohnanlage in Blankenese hatten die Nager gesichtet, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Auch vielen Freunde oder Bekannte der Bewohner seien in den vergangenen Wochen Ratten aufgefallen.

Rattenplage in Hamburg. Lockdown und Homeoffice durch den Coronavirus bringen uns die Nager.

Mehr Ratten in Hamburger Wohnvierteln

Seit Beginn des Coronavirus-Sars-CoV-2-Shutdowns ist die Zahl der Ratten- und Mäusesichtungen laut Abendblatt nach oben gegangen. Die Zahl unterscheide sich deutlich von den Zahlen anderer Jahre. Es seinen auch vermehrt drei bis vier Ratten auf einmal gesehen worden, was ungewöhnlich sein. Auch habe es mehr Anrufe aus Wohnvierteln gegeben.

Shutdown ist der Grund für Rattenplage in Hamburg

Da die Tiere durch den Shutdown in der Nähe von Restaurants und Cafés nun nichts mehr zu Fressen fänden, kämen sie in die Wohnviertel, sagte Schädlingsbekämpfer Daniel Weiß dem Abendblatt. Die Hamburger würden nun mehr zu Hause kochen, daher würden auch mehr Reste weggeworfen werden. Auch die Tatsache, dass weniger Menschen aufgrund des Coronavirus-Sars-CoV-2 unterwegs seien könnte dazu führen das sich die scheuen Tiere öfter zeigen.

Zudem würden viele Menschen diese Zeit zum Aufräumen und Entrümpeln ihrer Häuser und Wohnungen nutzen. Der rausgestellte Sperrmüll würde die Ratten und Mäuse anlocken.

Hamburger melden vermehrten Rattenbefall

Die Ursachen für die vermehrte Meldung von Ratten könnten aber auch unabhängig von der Coronavirus-Sars-CoV-2-Krise sein. Das ist noch nicht klar. Es könnte auch mit der veränderten Wahrnehmung der Menschen zusammenhängen, mutmaßt Schädlingsbekämpfer Thorsten Krause gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Da die Menschen nun im Homeoffice arbeiten würden und ihre Gärten mehr im Blick hätten, würden ihnen Ratten mehr auffallen und diese würden sie melden. Auch beim Joggen oder spazieren gehen, würden die Tiere mehr auffallen. Die Nager würden aber nicht von der Innenstadt in die Wohnviertel wandern.

Hamburger Rattenplage ist eigentlich eine Mäuseplage

Darüber hinaus würden die Ratten aufgrund der Trockenheit im April weitere Strecken zurücklegen, um Wasser zu finden und seien darum öfter zu sehen. Oft würden auch Mäuse und Ratten verwechselt, sagte der Schädlingsbekämpfer Thorsten Krause dem Abendblatt. Die Kunden würden die Größe bestimmter Mäusearten unterschätzen. Durch zwei milde Winter sei zudem die Mäusepopulation stark gestiegen, daher handele es sich bei einem Viertel bis einem Drittel der Ratten tatsächlich um Mäuse.

Rubriklistenbild: © Zoologische Staatssammlung/picture alliance/dpa & Georg Wendt/picture alliance/dpa

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