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Hamburg braucht Alternativen: Unterkünfte für Geflüchtete werden knapp

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Von: Christian Einfeldt

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Rund 28.000 Geflüchtete aus der Ukraine hat Hamburg bereits aufgenommen. Täglich kommen mehr Menschen an – doch werden jetzt die benötigten Kapazitäten knapp.

Hamburg – Noch immer suchen Geflüchtete aus der Ukraine eine sichere Unterkunft. In Hamburg sind es Medienberichten zufolge etwa 60 Geflüchtete pro Tag. Angekommen hoffen sie auf ein besseres Leben, zumindest ein Dach über dem Kopf. Hamburg will in Zeiten des Ukraine-Krieges helfen, doch gestaltet sich eben jenes Vorhaben aktuell schwierig. Wie die Sozialbehörde bestätigt, kann Hamburg der prekären Situation nicht adäquat gerecht werden. Der Großteil aller Unterkünfte ist bereits belegt, die Kapazitäten sind nahezu alle erschöpft. Es braucht Alternativen – und die Unterstützung anderer Bundesländer.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Hamburg braucht neue Unterkünfte für Geflüchtete: „Nur noch wenige Plätze zur Verfügung“

Angaben der Sozialbehörde Hamburgs zufolge hat Hamburg insgesamt rund 15.000 Geflüchtete aufgenommen. In der Unterkunft an der Schnackenburgallee sind es unter anderem 1.000 Menschen, in der Harburger Fegro-Halle rund 600 oder in Niendorf an der Schmiedekoppel 1.300 – damit ist die Stadt nun am Limit angekommen. Gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) macht Martin Helfrich, Sprecher der Sozialbehörde Hamburg, auf die aktuelle Situation aufmerksam.

Geflüchtete aus der Ukraine stehen vor dem Amt für Migration in Hamburg.
Unterkünfte in Hamburg: Der Großteil aller Unterkünfte ist bereits belegt. (Symbolbild) © Hanno Bode/Imago

Neue Unterkünfte in Hamburg sind geplant, doch solange verfügt die Stadt Stand jetzt nur noch über wenige Reserven. Helfrich im Wortlaut: „Jetzt ist es tatsächlich tagesaktuell so, dass wir nur noch wenige hundert Plätze zur Verfügung haben.“ Noch gelinge es „von Tag zu Tag“ den hilfsbedürftigen Kriegsgefüchteten eine Unterkunft zu bieten, auch das Engagement von Hamburgern, Ukraine-Geflüchteten eine private Unterkunft anzubieten, zahlt darauf ein.

Wie lange Hamburg dem täglichen Wunsch nach Schutz entsprechen kann, ist aktuell allerdings fraglich. Man habe den Bund unlängst darauf hingewiesen, dass die Kapazitäten in der Hansestadt knapp werden. Der städtischen Behörde zufolge liegt es nun an Hamburgs Bezirken: Sie sollen für Entlastung sorgen und Flächen für potenzielle Unterkünfte bestimmen.

Neue Unterkünfte in Hamburg: Auch Gewerbeimmobilien kommen jetzt infrage

In Hamburg sind nach Angaben des NDR rund 28.000 Menschen auf öffentliche Unterkünfte angewiesen. Im vergangenen Jahr hätte die Stadt monatlich rund 300 Menschen aufgenommen. Nicht zuletzt der Ukraine-Krieg erfordert, dass Hamburg weitere Geflüchtete schützt, doch macht sich dahingehend eine immer drastisch werdende Auslastung bemerkbar. „Es wird so knapp, dass wir uns ganz akut Gedanken machen müssen, wie noch zusätzliche Kapazitäten zu schaffen sind“, sagte Helfrich dem Hamburger Abendblatt.

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Was die Angelegenheit zusätzlich erschwert: Den Geflüchteten muss es gestattet sein, nicht für wenige Tage, sondern unter Umständen mehrere Monate eine Unterkunft in Anspruch zu nehmen. Die Sozialbehörde Hamburg bringt daher Alternativen ins Spiel. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, ist demnach auch die Beanspruchung von Gewerbeimmobilien möglich – sofern sie Grundvoraussetzungen der Hygiene- und Brandschutzauflagen erfüllen.

Auf schnellstem Wege Lösungen zu finden, um jeden Hilfsbedürftigen eine Unterkunft gewähren zu können, ist das erklärte Ziel der Stadt. Zum aktuellen Stand bleibt es jedoch ungewiss, wie schnell Hamburg und seine Bezirke auf die Situation reagieren können. Wie das Abendblatt berichtet, hofft die Stadt im Zuge dessen auch auf die Unterstützung anderer Bundesländer – zumindest bis auch Hamburg wieder vermehrt Geflüchtete aufnehmen kann.

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