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Hamburg Billbrook: Dominiert von Industrie und Gewerbe

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Von: Leonard von Steuber

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Hamburg Billbrook: stadtnah und Sitz vieler namhafter Logistikunternehmen, sowie einer der größten Industriestandorte der Hansestadt.

Hamburg – Billbrook war ursprünglich ein Sumpfgebiet, das sich am Rande der Elbmarsch erstreckte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gelände jedoch mit Sand aufgeschüttet, um dort Bebauung von Gewerbeflächen zu ermöglichen. Aufgrund der planmäßigen Erschließung ist das Stadtviertel in Hamburg bis heute durch seine langen und gerade verlaufenden Straßen sowie die breiten Kanäle geprägt.

Die Kanäle Tiefstack und Billbrookkanal verlaufen durch den Stadtteil. Billbrook nimmt heute eine Fläche von 6,1 Quadratkilometern auf dem Hamburger Stadtgebiet ein. Die überwiegend gewerbliche Nutzung spiegelt sich auch in der Einwohnerzahl von Billbrook wider. So leben dort weniger als 2000 Einwohner.

Name:Hamburg-Billbrook
Fläche:6,1 Quadratkilometer
Einwohner:1740
Bezirk:Hamburg-Mitte

Billbrook wurde bereits früh industriell geprägt

Nachdem in Hamburg-Billbrook Anfang des 19. Jahrhunderts künstliche Aufschüttungen vorgenommen wurden, erfolgte im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung ein stetiger Zuzug von Gewerbe und Industriebetrieben. Diese Betriebe wichen mehr und mehr eines vormals durch vor allem Landwirtschaft und Landleben geprägten Gebiet unweit der Elbe.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Billbrook offiziell von Billwerder als Stadtteil abgegrenzt und ist seitdem ein eigenständiger Hamburger Stadtteil. Bereits während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 197 wurde Hamburg Billbrook zum wichtigsten Energiestandort der norddeutschen Großstadt. Das damals in Billbrook errichtete Kraftwerk war mit einer Leistung von über 100.000 Kilowatt Hamburgs größte Kraftwerksanlage und wurde von den Hamburgischen Electricitäts-Werken (HEW) betrieben.

Im Jahre 1993 wurde die bis dahin bestehende Anlage durch ein Müllkraftwerk an der Borsigstraße ersetzt, dass bis heute in Betrieb ist. Für die Energieversorgung der Stadt Hamburg ebenfalls bedeutsam ist das Heizkraftwerk Tiefstack, derzeit noch mit Steinkohle betrieben. An der Liebigstraße 66 findet sich zudem der Recyclinghof Billbrook.

Billbrook: Problematisches Image in den 90er Jahren

Infolge von Bombenangriffen wurde Hamburg-Billbrook während des zweiten Weltkrieges nahezu komplett zerstört, blieb aber dennoch aufgrund der vielen Freiflächen Hamburgs wichtigster Industriestandort. Aufgrund einer berüchtigten Wohnanlage der „Berze“ einem Wohnblock für Wohnungslose geriet der Stadtteil Billbrook besonders Ende der 90er Jahre vermehrt bundesweit in die Schlagzeilen. Die dortigen Bewohner vielfach Flüchtlinge und Obdachlose, lebten dort in heruntergekommenen Plattenbauten, nahezu isoliert von der restlichen Stadtgesellschaft. Mittlerweile wurden die dortigen Unterkünfte abgerissen.

Der Gewerbe und Logistikstandort Hamburg-Billbrook

Heute ist Hamburg-Billbrook ein beliebter Standort bei Unternehmen aus Handel und der Logistikwirtschaft. Grund hierfür ist vor allem die verkehrsgünstige Lage in unmittelbarer Hafennähe verbunden mit großzügig angelegten Stellplätzen für LKW. So ist Hamburg-Billbrook heute der Sitz zahlreicher Spedition und Logistikbetriebe.

Hamburg: Container-Wechselbrücken stehen im Stadtteil Billbrook vor einem neue in Betrieb genommenen Logistikzentrum des Dienstleistungsunternehmens Hermes
Auch der Paketdienstleister Hermes hat in Billbrook eine Niederlassung. © Daniel Bockwoldt

Auch das bekannte Logistikunternehmen DHL verfügt in Billbrook an der Werner-Siemens-Straße 80-82 über eine Zentrale für den Warentransport. Im dortigen Paketzentrum können in Spitzenzeiten bis zu 100O Pakete in der Stunde abgefertigt werden. Neben Logistikbetrieben sind auch andere bekannte Firmen in Hamburg-Billbrook mit Lagerflächen vertreten. Darunter finden sich das Hermes Logistikzentrum, einem Tochterunternehmen des Otto-Konzerns mit Standort am Billbrookdeich 167—183. Auch die Unternehmen Olympus sowie die Kaffeerösterei J. J. Darbroven sind mit Lagerflächen in Billbrook vertreten.

Hamburg-Billbrook: Weitere bekannte Unternehmen mit Niederlassungen im Stadtteil

Billbrook: Trotz Gewerbe und Industrie ist die Natur nicht weit

Auch wenn Hamburg-Billbrook nicht unbedingt zum Verweilen und Wohnen einlädt, ist die Natur dennoch nicht allzu weit entfernt. Zwar wird der Stadtteil in großen Teilen von Industrie und Gewerbeflächen geprägt, dennoch gibt es etwas abseits nördlich des Stadtteils kleinere Wohngebiete. Diese befinden sich unweit des Naturschutzgebietes Boberger Niederungen, einem beliebten Hamburger Naherholungsgebiet. Die dortige Heidelandschaft, in Kombination mit Hamburgs letzter Wanderdüne steht im kompletten Kontrast zum überwiegend industriell geprägten Billbrook.

Die S-Bahn Haltestelle Billwerder-Moorfleet führt von Billbrook zum Hamburger Hauptbahnhof, zu den Landungsbrücken sowie zum Jungfernstieg und auch zur Reeperbahn. Die HVV-Anbindung ist regelmäßig und zuverlässig. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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