Lag es am Wetter?

Statt 14.000 nur 300 Teilnehmer – wenig Zulauf bei Anti-Rassismus-Demo in Hamburg

  • Enno Eidens
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Auch an diesem Wochenende demonstrierten Hamburger gegen Rassismus und für Solidarität. Dabei blieben die Teilnehmerzahlen deutlich hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Die Polizei Hamburg zeigt sich zufrieden.

  • Am Wochenende vom protestierten Hamburger* gegen Rassismus*.
  • Dabei kamen deutlich weniger Teilnehmer, als erwartet
  • Die Polizei Hamburg* ist zufrieden mit dem friedlichen Protest.

Hamburg – Eine Eskalation blieb diesmal aus: Zu der Menschenkette vom Bündnis „Unteilbar“ kamen am Sonntag, 14. Juni viel weniger Teilnehmer, als erwartet. Auch eine Anti-Rassismus-Demo am Samstag blieb ebenfalls deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der Tag verlief friedlich. Die Polizei ist zufrieden, kam mit einem Überaufgebot und musste nicht eingreifen.

Polizei Hamburg: Geringe Teilnehmerzahl bei Demos gegen Rassismus

Am Samstag, 13. Juni trafen sich in Hamburg abermals Menschen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Das berichtete der NDR. Nachdem am vorherigen Samstag bis zu 14.000 Menschen für teils tumultartige Szenen sorgen und die Hamburger Polizei Minderjährige verhaftet* hatte, blieb es diesmal erstaunlich ruhig.

Die Veranstalter von „Zusammen gegen Polizeigewalt und Rassismus“ rechneten mit 1.500 Menschen, doch es kamen nur rund 300. Die Organisatoren begründen dies mit der kurzen Vorbereitungszeit. Polizeipräsident Ralf Martin Meyer vermutet, dass es am schlechten Wetter in Hamburg* gelegen haben könnte. Die Polizei war mit 450 Einsatzkräften in der Innenstadt und konnte diese Zahl nach eigenen Angaben schon früh reduzieren, weil sie mit mehr Teilnehmern gerechnet hatte.

Teilnehmer des Bündnisses „Unteilbar“ haben eine Menschenkette zwischen dem Hamburger Rathaus und dem Hauptbahnhof gebildet.

Zur Menschenkette des Bündnis „Unteilbar“ kamen am Sonntag, 14. Juni ebenfalls weniger Teilnehmer als erwartet. Um die Binnenalster versammelten sich an unterschiedlichen Orten rund 840 Menschen – die Veranstalter hatten mit 5.000 gerechnet. Man wollte ein „Band der Solidarität“ durch die Innenstadt, vom Rathaus bis zum Hauptbahnhof spannen. Hier setzte die Polizei anfangs 600 Einsatzkräfte ein und reduzierte diese, als nicht mehr Teilnehmer kamen.

Bundesweite Menschenketten gegen Rassismus und für Solidarität

Die Menschenkette vom deutschlandweiten Bündnis „Unteilbar“ fand auch an vielen anderen Orten in der Bundesrepublik statt. Insgesamt hatten laut Norddeutschen Rundfunkt (NDR) rund 130 Organisationen dazu aufgerufen. Am größten wurden die Proteste in Berlin, dort kamen laut Veranstaltern 20.000 Teilnehmer, die Polizei spricht allerdings nur von 5.000 Teilnehmern. Dennoch konnten die Berliner eine Menschenkette vom Brandenburger Tor bis nach Neukölln bilden. In Berlin wurde erst am Dienstag eine Frau bei Rossmann rassistisch beleidigt*, berichtet der Münchener Merkur.

Mit den bundesweiten Protesten will das Bündnis „#unteilbar durch die Krise“ gehen und dabei vor allem auf fehlende Solidarität aufmerksam machen. Die Forderungen von „Unteilbar“ betreffen dabei viele Bereiche: das Klima, das weltweite Gesundheitssystem, den Kultur- und Bildungsbetrieb sowie Rassismus und Antisemitismus.

Die Milliarden aus den ersten Konjunkturprogrammen kommen vor allem Unternehmen zugute. Jetzt muss dringend in den Klimaschutz, ins Gesundheitssystem und den Kultur- und Bildungsbereich investiert werden.

Bündnis „Unteilbar“

Polizei und Demonstranten bleiben friedlich – Demos gegen Rassismus ohne Ärger

Am Samstag, 6. Juni 2020 eskalierten Proteste in der Hamburger Innenstadt. Die weltweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt hatte gerade erst begonnen. Rund 14.000 Menschen demonstrierten unter dem Motto „Black Lives Matter“ gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die Stimmung war von Anfang an deutlich aufgeheizt.

Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Pfefferspray gegen Protestierende vor, diese hatten unter anderem Flaschen auf Einsatzkräfte geworfen. Gegen Abend kam es dabei zur Festnahme von 36 Menschen. Diese mussten sich am Hamburger Hauptbahnhof* mit erhobenen Händen gegen eine Wand stellen, wurden fotografiert und abgeführt. 24hamburg.de berichtete über die Aktion der Hamburger Polizei, bei der Minderjährige verhaftet* wurden.

Am Samstag, 13. Juni 2020 blieb es hingegen ruhig in der Hamburger Innenstadt. Die Versammlung „Zusammen gegen Polizeigewalt und Rassismus“ verlief laut Berichten der Polizei friedlich und wurde schon gegen 16:30 Uhr beendet.

Quelle: 24hamburg.de-Blaulicht

* 24hamburg.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa/picture alliance

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