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Hamburg Bergedorf: Ampeln bekommen Countdown – Zoff droht: „Sie verbreiten Angst!“

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Von: Bona Hyun

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Bergedorf soll an fünf Standorten Ampeln mit Countdown bekommen. Diese sollen Fußgänger schützen – Kritikern zufolge verbreiten sie aber auch Angst.

Bergedorf – Sie sollen den Verkehrsfluss verbessern und Fußgänger abhalten, bei Rotphasen die Straße zu überqueren: Ampeln mit Countdown. Ihre Displays zeigen die verbleibende Zeit bis zum Umspringen in die nächste Grün- oder Rotschaltung an. In Bergedorf soll bald ein Testlauf mit fünf solcher Ampeln starten. Antragsteller wollen Fußgänger mit Countdown-Ampeln schützen, doch es gibt auch Gegenstimmen. In Hamburg kam es kürzlich vermehrt zu Streitereien – häufig sorgten angekündigte Baupläne für Meinungsverschiedenheiten. Dazu zählen beispielsweise der Bau des Hamburger Elbtowers und die Neubaupläne der Sternbrücke Hamburg, weshalb Anwohner rausmüssen. Könnte es auch wegen der Ampeln in Bergedorf zu starken Reibungen kommen?

Stadtteil des gleichnamigen Bezirks Bergedorf:Bergedorf
Fläche:10,3 Quadratkilometer
Bezirk:Bergedorf
Vorwahl:040

Hamburg Bergedorf: Ampeln bekommen Countdown für Fußgänger – Zoff droht

In einer Bezirksversammlung beschloss die Mehrheit einen Antrag auf einen Testlauf. Die Ampeln mit Countdown werden an fünf Standorten getestet. Dem Abendblatt zufolge werden diese Standorte in Abstimmung mit dem Bergedorfer Polizeikommissariat 43 ausgewählt. Die Ampeln sollen an Standorten angebracht werden, an denen viele schwächere Verkehrsteilnehmer unterwegs sind. Von der Politik kamen bereits konkrete Vorschläge: die Kreuzung Sander Damm/ Weidenbaumsweg/ Bergerdorfer Straße und die Kreuzung Sander Damm/ Weidenbaumsweg und dem Lohbrügger Markt. Der Verkehrsausschuss soll im zweiten Quartal über die Erfahrungen berichten.

Eine Ampel mit Countdown zeigt 65 Sekunden an bis zur nächsten Grünphase
Bergedorf bekommt an fünf Standorten Ampeln mit Countdown zum Schutz der Fußgänger. Das beschloss die Mehrheit in einer Bezirksversammlung. Nun könnte Zoff drohen. (Symbolbild) © Rolf Vennenbernd/dpa

Ampel mit Countdown: FDP SPD und Grüne wollen dadurch Fußgänger schützen

Stephan Meyns von den Grünen begründete den Antrag von FDP, SPD und den Grünen damit, dass die Leuchtanzeigen an den Ampeln eine Hilfe bieten werden. „Wir wollen Fußgänger schützen“, zitierte ihn das Abendblatt. Die Ampeln mit Countdown könnten generell zu „mehr Aufmerksamkeit“ und „gegenseitiger Rücksichtnahme“ führen, was dringend erforderlich ist, denn einige Verkehrsteilnehmer, vor allem Radfahrer, sind laut einer Statistik besonders schlimm. Besonders Schulkindern, Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen könnten die Ampeln mit Countdown zugutekommen.

Bergedorf: Countdown für Ampeln „verbreiten Angst“, sagen Kritiker

Eine andere Haltung gegenüber des Antrags hat Jörg Froh (CDU) – der Polizist in Pension merkt an, dass der Antrag noch nicht ausgereift sei. Er verwies auf die Rolle der Verkehrsbehörde in dem Zusammenhang, denn schließlich sei sie und nicht die Polizei für die Zeitanzeiger zuständig. Die CDU wollte im Anschluss den Antrag weiterdiskutieren. Dies wurde allerdings in der Bezirksversammlung abgelehnt, so das Abendblatt. Auch Robert Gruber von den Linken begegnet dem Antrag kritisch. Der Countdown könnte schwächere Verkehrsteilnehmer verunsichern. „Sie verbreiten Angst!“, so Gruber. Nicht nur Angst, sondern auch Ärger verbreiten E-Scooter mit über 1.000 eingehenden Beschwerden bei den Anbietern – schließlich werden sie häufig falsch abgestellt und stehen im Weg.

Ampeln mit Countdown: In diesen Ländern gibt es sie bereits

Hamburg führte 2005 die ersten Ampeln mit Countdown in Deutschland ein. Hingegen sind Countdown-Ampeln im Ausland für den Kfz-Verkehr weit verbreitet. Angaben des ADAC zufolge gibt es sie in China, Japan und Thailand sowie in Nordamerika (USA, Kanada). In Europa gibt es sie bisher nur in wenigen Ländern. 

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