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Mann parkt Pannen-Wohnmobil auf Radweg – dann eskaliert Situation fast

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Von: Hannes Niemeyer

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Fahrer Sven R. parkte sein Wohnmobil wegen einer Panne so an der Edmund-Siemens-Allee in Hamburg. Dann gab es Ärger.
Fahrer Sven R. parkte sein Wohnmobil wegen einer Panne so an der Edmund-Siemens-Allee in Hamburg. Dann gab es Ärger. © Screenshot Facebook / TunigSzeneAnwalt

Der Verkehr in Hamburg kann nervenaufreibend sein. Ein Wohnmobil-Fahrer berichtet nun von wüsten Beleidigungen von Radfahrern, die er bei einer Panne erlebte.

Hamburg – Ein leidiges Problem in Großstädten, von dem Hamburg selbstredend auch nicht verschont bleibt: Der Verkehr. Gerade zu den Stoßzeiten stauen sich die Autos an Kernstrecken gern kilometerweit zurück – und das nicht nur am Elbtunnel. Auch in der Elbmetropole steigen deshalb viele Menschen bei gutem Wetter gern auf das Fahrrad, um von A nach B zu fahren. Allerdings geraten Fans der motorisierten Vierräder und Anhänger der physisch angetriebenen Zweiräder auch im Stadtverkehr gern mal aneinander. Eine Situation, die offenbar auch der Rostocker Sven R. miterlebte. Jedenfalls schildert er auf Facebook ein für ihn „erschreckendes“ Erlebnis, welches „auf alle Radfahrer Hamburgs ein verdammt schlechtes Licht“ wirft.

Stadt:Hamburg
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Öffentlich gemacht hat der Betroffene selber die Story auf seinem Facebook-Kanal „TuningSzeneAnwalt“. Demnach habe sich der Vorfall am 30. April 2022 ereignet, mitten in Hamburg, Höhe Dammtor auf der Edmund-Siemers-Allee. R. sei mit dem Wohnmobil auf dem Rückweg von einem Tennisturnier seines Sohnes gewesen, als die hinteren Bremsen seines Wagens plötzlich blockierten. „Ich konnte das Fahrzeug gerade so stabilisieren und auf eine kleine Einbuchtung vor der Ampel lenken“, schreibt er in seinem Post. Dort wartete er auf den ADAC. Er wisse selber, dass er da „nicht gerade optimal stand“. Begegnungen mit Radfahrern ließen die Situation aber beinahe eskalieren.

Radfahr-Ärger in Hamburg: Wohnmobil-Fahrer sieht sich nach Panne wüsten Beleidigungen ausgesetzt

Trotz eingeklappter Spiegel, eingeschaltetem Warnblinklicht und aufgestelltem Warndreieck seien R. sowie sein Sohn „quasi eine Stunde durch beleidigt“ worden. Unter anderem seien ihm Wörter wie „Wichser“ von Radfahrern an den Kopf geworfen worden, er sei von einer Person aufgefordert worden, sein „beschissenes“ Wohnmobil wegzufahren.

Auch Hinweise, dass das erstens einen großen Stau auslösen und zweitens mit blockierten Hinterreifen schlicht nicht möglich sei, halfen laut dem Post nichts. Stattdessen habe der Radfahrer gegen den Spiegel des Wohnmobils geschlagen und diesen beschädigt. Sogar Schläge seien R. angedroht worden, er sei angeschrien worden, er solle „für eine Tracht Prügel“ aus seinem Wagen kommen. Sein Sohn habe Angst gehabt, dass es „tatsächlich zu körperlichen Ausschreitungen“ kommt, schreibt er weiter.

„Was ist los mit euch Radfahrern in Hamburg?“, fragt sich Sven R. nun in seinem Post, wobei er auch klarstellt, dass etwaige Schilderungen sicherlich nicht auf alle Rad-Liebhaber der Stadt zutreffen, sondern lediglich auf „die, die nicht wissen sich zu benehmen“. R. appelliert daher an die Vernunft aller Straßenverkehr-Teilnehmer. Derweil schlägt sein Post im Netz große Wellen. Mehr als 1200 Kommentare (Stand: 05. Mai, 09.45 Uhr) tummeln sich darunter. Laut Autor habe er ungefähr 20.000 Interaktionen gesammelt.

Wohnmobil-Panne in Hamburg: Post zu Radfahrern geht im Netz durch die Decke – samt wilder Diskussionen

In der Kommentarspalte entbrannten etliche Diskussionen zum Vorfall. Einer schreibt zum Beispiel, dass das Abstellen des Wohnmobils auf der rechten Spur bei einer dreispurigen Straße sicherlich keinen Stau verursacht hätte. Viele Hamburgerinnen und Hamburger teilen ebenfalls ihre schlechten Erfahrungen mit Radfahrern in der Stadt. Einige unterstützen aber auch die Radfahrenden, können den Ärger über die blockierte Fahrradfahrbahn nachvollziehen, auch wenn das aggressive Verhalten natürlich nicht zu rechtfertigen sei. Einig ist man sich jedoch häufig, dass solch aggressives Verhalten längst nicht auf alle Radfahrer in der Stadt zutrifft. Allerdings fielen auch unter dem Facebook-Beitrag wüste Beschimpfungen zwischen Vertretern beider Seiten.

Sven R. meldete sich deshalb am Mittwoch (04. Mai) erneut auf Facebook zu seinem ausufernden Posting zu Wort. „Ehrlich gesagt fand ich einige der Kommentare von Autofahrern auf dieser Seite in Bezug auf Fahrradfahrer genauso erschreckend wie das Verhalten einiger Fahrradfahrer vor Ort am Samstag und auch wie einige Kommentare von Fahrradfahrern hier auf der Seite“, schreibt er. Ihm selber tue es leid, wenn Radfahrer sich gefährdet gesehen hätten oder durch die Situation gar gefährdet wurden. Das aggressive Verhalten einiger Leute vor Ort würde dies aber nicht rechtfertigen. Sein Wunsch: Mehr gegenseitiger Respekt im Straßenverkehr.

Es wurde schon häufiger über autofreie Gebiete in Hamburg diskutiert. In der Hansestadt stellt sich aktuell allerdings auch trotz solcher Vorfälle wie dem von Sven R. immer mehr die Frage nach einer Mobilitätswende. In Hamburg wurden zuletzt immer weniger Autos angemeldet.

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