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Hagenbecks Tierpark: Streit erreicht Politik – SPD auf Seite der Mitarbeiter

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Von: Bona Hyun

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Der Streit im Hagenbecks Tierpark erreicht die Politik: Die SPD stellt sich hinter die Streikenden und kritisiert Hagenbeckchef Dirk Albrecht.

Hamburg – Im Hagenbecks Tierpark sorgt ein Streit seit längerer Zeit für Anspannung. Die SPD-Regierungsfraktion stellte sich in einem jüngsten Statement deutlich auf die Seite der Beschäftigten. Mitarbeiter des Tierpark Hagenbeck hatten im Rahmen eines Warnstreiks am 3. August 2022 einen neuen Rahmentarifvertrag gefordert. Hagenbeckchef Dirk Albrecht zeigte kein Verständnis für den Streik. Für sein Verhalten und seine Geschäftsführung wurde er ebenfalls von der SPD in der Stellungnahme angegriffen und kritisiert. Sollte Albrecht sich nicht an den Verhandlungstisch setzen, könnten zudem neue Streiks stattfinden.

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Hagenbecks Tierpark: Streit erreicht Politiker – SPD stellt sich auf Seite der Beschäftigten

Auch die Politik schaltet sich in den Streit zwischen Hagenbeck-Beschäftigten und Geschäftsführer ein. Dem Abendblatt zufolge hat die SPD-Regierungsfraktion in der Bürgerschaft Stellung zum Konflikt im Hagenbecks Tierpark genommen und sich dabei auf die Seite der Mitarbeiter gestellt. Diese hatten sich der Gewerkschaft IG BAU angeschlossen und am 3. August 2022 zu einem Streik im Hagenbecks Tierpark aufgerufen.

Warnstreik bei Tierpark Hagenbeck Mitarbeiter stehen vor dem Haupteingang
Beim Streit im Hagenbecks Tierpark stellte sich die SPD deutlich auf die Seite der Streikenden – und schießt gegen Geschäftsführer Dirk Albrecht. © Christian Charisius/dpa

„Die Geschäftsführung des Tierparks Hagenbeck muss die grundlegenden Arbeitnehmerrechte auf Organisation in Gewerkschaften und den Schutz durch Tarifverträge akzeptieren“, zitierte das Abendblatt Jan Koltze, Sprecher für Arbeit und Gewerkschaften in der SPD-Fraktion. Weiter heißt es, dass die Geschäftsführung „mit ihrer Unternehmensführung von Vorvorgestern“ dem Tierpark schaden würde. Die Kritik richtet sich an Hagenbeck-Geschäftsführer Dirk Albrecht, der Gespräche mit der Gewerkschaft IG BAU zuletzt abgelehnt hatte.

Was ist los im Hagenbeck? Mitarbeiter des Tierparks fordern bessere Arbeitsbedingungen

Hagenbeck-Beschäftigte forderten im Warnstreik am 3. August neue Tarifverhandlungen. Sie setzten sich für bessere Arbeitsbedingungen ein und dafür, dass mehr Ausgebildete nach der Lehrzeit übernommen werden. Zudem verlangen die Streikenden höhere Löhne und laut NDR die Einführung eines Fahrtkostenzuschusses. Es gebe laut André Grundmann, Regionalleiter der Gewerkschaft IG Bau, „keine einheitlichen Regelungen der Bezahlung“ und bei der Beantragung von Urlaubstagen.

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Der Warnstreik sei Medienberichten zufolge auch an Geschäftsführer Dirk Albrecht gerichtet. Sein zerrissenes Verhältnis zu den Mitarbeitern beschäftigte auch die Staatsanwaltschaft, da mehrere Strafanzeigen gegen ihn erhoben wurden. Auf Verhandlungen wolle er sich trotzdem nicht einlassen – erst, wenn das Gericht ihn dazu zwingt. „Es geht nicht darum, dass sich jemand sein Brot nicht mehr kaufen kann, sondern um finanzielle Add-Ons“, begründete er sein Handeln laut Abendblatt. Dem NDR zufolge wolle er zunächst von Juristen prüfen lassen, ob die Gewerkschaft überhaupt für den Tierpark zuständig ist. Gewerkschaftssprecher Pascal Lechner hält weitere Streiks in den Ferien für unvermeidbar, wenn Albrecht weiterhin Verhandlungen verweigern wird.

Hagenbecks Tierpark: Warnstreik am 3. August 2022 – keine Einschränkungen für Besucher und Tiere

Am 3. August zogen etwa 30 bis 40 Beschäftigte vor den Haupteingang des Hagenbecks Tierparks. Tiere im Zoo wurden in der Zeit des Streiks zwischen 10:00 und 12:00 Uhr versorgt. Zuvor hatte die Gewerkschaft IG BAU auf Wartezeiten hingewiesen und dass die Besucher viel Geduld mitbringen müssen. Doch dies widerlegte die Geschäftsführung.

„Der geplante Streik beeinflusst weder einen Hagenbeck-Besuch, noch wird er unnötige Warteschlangen im Eingangsbereich verursachen“, hieß es in einer Mitteilung des Tierparks am Dienstagnachmittag, 2. August, einen Tag vor dem Streik. Erhebliche Auswirkungen gab es hingegen beim Lufthansa-Streik, da mehrere Flüge gestrichen wurden und beim Hafenstreik, der kürzlich die Schiffsabfertigung lahmlegte.

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