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Viele Pläne für den Hamburger Hafen: Events, Kreuzfahrten, Klimaschutz

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Hamburger Hafen soll klimaneutral werden, ein neues Kreuzfahrtterminal kommen, E-Commerce-Unternehmen und gläserne Manufakturen. Die Pläne des Senats.

Hamburg – Der Hafen soll sich nach dem Wunsch des Senats mehr für Hamburger und Touristen öffnen. Das geht aus dem neuen Hafenentwicklungsplan 2040 hervor, der jetzt vorgestellt wurde. Dabei ist der Hafen schon jetzt Anziehungspunkt für Hamburg-Besucher: Zwei Musicaltheater befinden sich im Hafen, mehr als 200 ein- und auslaufende Kreuzfahrtschiff haben schon vor Corona dafür gesorgt, dass die Elbmetropole Hamburg zu dem größten deutschen Hafen für Kreuzfahrten anwuchs.

Bei Touristen ebenfalls beliebt sind die beiden ausrangierten Schiffe, Rickmer Rickmers und Cap San Diego, die unweit der St. Pauli Landungsbrücken und dem Alter Elbtunnel vor Anker liegen und besichtigt werden können. Events wie der Hafengeburtstag, die Cruise Days, das Lichtspektakel Blue Port begeistern schon jetzt jährlich Millionen und stoßen längst nicht bei allen Bürgerinnen und Bürger auf Gegenliebe. Doch der Senat will noch mehr.

Name:Hamburger Hafen
Fläche:7.145 Hektar
Containerumschlag in TEU:8,7 Millionen Standardcontainer (2021)
Massengutumschlag in Tonnen:40 Millionen (2021)
Seegüterumsvchlag gesamt in tonnen:128,7 Millionen (2021)

Pläne für Hamburger Hafen: Radfahrfreundlicher, gläserne Manufakturen, Konzerte in Kreuzfahrtterminals

Die Ideen, die der Hafenentwicklungsplan vorsieht, umfassen dabei eine verbesserte Zufahrt zum Hafen insbesondere für Radfahrer, gläserne Produktionsstätten, weitere Events, Tagungen oder Firmenveranstaltungen und Konzerte in Kreuzfahrtterminals sollen die Welt des Hafens erlebbar machen, fasst das Hamburger Abendblatt einige der auf 900 Seiten angeschnittenen Gedankenspiele für die Zukunft zusammen.

Wir geben mit dem Hafenentwicklungsplan ein klares Bekenntnis zu unserer maritimen Zukunft und zur Modernisierung des Hafens ab

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos).

Apropos Kreuzfahrtterminals: Da der Hamburger Senat mit einem weiteren Boom im Speziellen von großen Schiffen mit einer Kapazität von mehr als 3500 Passagieren rechnet, soll bereist im kommenden Jahr eine Machbarkeitsstudie, für ein zweites Kreuzfahrtterminal auf Steinwerder in Auftrag gegeben werden.

Hamburger Hafen: Konventionelle Industrie stärken – E-Commerce-Unternehmen ansiedeln

Doch auch das Kerngeschäft des Hafens soll in den kommenden Jahren gesteigert werden. Unter anderem sehen die Pläne vor, die Leistungsfähigkeit der Hafenbahn zu steigern und mit der Errichtung des neuen Hafenbahnhofs „Alte Süderelbe Süd“ für den Güterverkehr weitere Infrastruktur zu schaffen. Auch die Hafenautobahn A26-Ost ist, genau wie die Köhlbrandquerung, weiter in dem Hafenentwicklungsplan enthalten.

Blick auf den Hamburger Hafen
Der Hamburger Senat hat den Hafenentwicklungsplan 2040 vorgestellt. Eines der Ziele: die Klimaneutralität des Hafens. © Jürgen Ritter / Imago

Der Senat bekennt sich also zu den Mega-Verkehrsprojekten. Die ikonische Köhlbrandbrücke wird in den kommenden Jahren abgerissen und durch einen Tunnel ersetzt. Der Abriss der Brücke wird noch höheren Schiffen als bisher die Zufahrt zu den Containerterminals Altenwerder ermöglichen. Auch die bestehende konventionelle Industrie soll weiter gestärkt – und durch Neuansiedlungen von Unternehmen aus der E-Commerce-Branche (Internethandel) ergänzt werden.

Hamburger Hafen: Klimaneutral bis 2040 – und so soll das gehen

Doch im Fokus des Hafenentwicklungsplans liegt die Transformation zum digitalen Klimahafen, wie es in dem Papier heißt. Der Senat strebt einen klimaneutralen Hafenbetrieb bis ins Jahr 2040 an. Laut den Planern soll der Umbau zum klimaneutralen Hamburger Hafen die Wettbewerbsfähigkeit mit der europäischen Konkurrenz in Rotterdam und Antwerpen sichern.

Um das Ziel des klimaneutralen Hafens zu erreichen, soll eine Wasserstoffwirtschaft mit samt der notwendigen Erzeugerinfrastruktur errichtet werden. Außerdem sieht der Senat die Anschaffung emissionsfreier Lkw und Rangierloks für den Hafenbetrieb, sowie für die Flotte Hamburg, mit Methanol betriebene Schiffe vor. Lob dafür gibt es von dem NABU.

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„Der Plan adressiert die richtigen Themen und zeigt damit, dass sich ein Problembewusstsein entwickelt hat“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des Naturschutzbundes (NABU) Hamburg, schränkt jedoch ein, dass es dem Plan nicht richtig gelinge, „die wirtschaftlichen Ziele mit den ökologischen Vorgaben des Klimaschutzes zu verbinden. Deshalb steckt der Plan voller Widersprüche.“ 

Kritik aus der Wirtschaft: „Nachhaltigkeit von Arbeitsplätzen kommt zu kurz“

Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, kritisiert, dass Vieles im neuen Hafenentwicklungsplan „bisher abstrakt“ bleibe, „konkrete Umsetzungskonzepte“ fehlen und deswegen noch „Luft nach oben“ sei. Auch vonseiten des Unternehmerverbands Hafen Hamburg kam Kritik. Unter anderem bemängelte dessen Vorsitzende Gunther Bonz, dass der Begriff Nachhaltigkeit zu sehr auf das Thema Umwelt abziele. „Die Nachhaltigkeit von Arbeitsplätzen, oder die Nachhaltigkeit der Wirtschaftlichkeit von Unternehmen im Hafen, kommen zu kurz“, so Bonz.

Die einzelnen Projekte befinden sich, aufgrund der Länge des Zeitrahmens, aktuell in unterschiedlichen Planungsstadien, teilte der Senat ferner mit.

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