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Hafencity: Katholische Kirche investiert Millionen in Immobilien

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Von: Kevin Goonewardena

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Noch ist nichts gebaut, doch die Kirche steckt schon Millionen in das Hamburger Immobilien-Projekt. Darunter das Bistum des umstrittenen Kardinals Rainer Maria Wölki.

Hamburg – Mehr als 15 Jahre befindet sich mit der Hafencity Hamburgs jüngster Stadtteil bereits im Bau. Tausende Immobilien sind bereits entstanden, das Überseequartier, der Lohsepark, das Kreuzfahrtterminal Hafencity, natürlich die Elbphilharmonie – die im Januar ihren 5. Geburtstag feiern konnte – aber auch das 2010 eröffnete markante Gebäude des Nachrichtenmagazins Der Spiegel am Rande der Hafencity gehören längst fest zum Stadtbild der Hansestadt.

Genauso wie die weiterhin umtriebige Bautätigkeit in der Hamburger Hafencity, denn der Stadtteil ist noch längst nicht fertig. So entsteht unter anderem gerade das Übersee-Einkaufszentrum und der 245 Meter hohe Elbtower, der an den Elbbrücken im Osten der Hafencity errichtet und die Stadtentwicklung in Richtung Bille vorantreiben wird. Auch ein Neubau der MSH-Hochschule ist in den kommenden Jahren am Elbufer geplant. Nun investiert auch die katholische Kirche in Immobilien in der Hafencity.

Name des Stadtteils:HafenCity
Bezirk:Hamburg-Mitte
Fläche:240 ha
Bevölkerung:rund 5800 Einwohner (Stand Dezember 2020)

Immobilien in der Hafencity: Katholische Kirche investiert in Luxus-Senioren-Residenz

„Vilvif Hamburg“ heißt das Immobilienprojekt, in das die katholische Kirche nun Millionen gesteckt hat. Und zwar über die Firma Aachener Grundvermögen, eine 100 prozentige Tochter eines Unternehmens, das verschiedenen Bistümern der katholischen Kirche gehört. Dazu gehören das Bistum Paderborn und das Kölner Erzbistum unter Führung des umstrittenen Kardinals Rainer Maria Wölki*. Wölki steht seit Jahren für den Umgang mit sexuellem Missbrauch in seinem Bistum in der Kritik, die, wie Anfang 2021 auch aus den eigenen Reihen kommt.* Die anhaltenden Vorwürfe führen nicht nur in NRW im Rekordtempo zu massiven Kirchenaustritten*

Die Immobilien in der Hafencity, um die es geht, sind Teil eines luxeriösen „Senioren-Living“-Projekts, wie es im Hamburger Abendblatt heißt. Dieses würden zwar erst 2023 fertiggestellt werden, die Kirche investiert allerdings schon jetzt in die Luxus-Altersresidenzen. Dabei geht es um 186 Wohnungen. Der Kaufpreis wird auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Mit Vilvif Hamburg investieren wir in ein Angebot für selbstbestimmtes Wohnen im Alter.“

Georg Heinze, Geschäftsführer der Aachener Grundvermögen gegenüber dem Hamburger Abendblatt

Hafencity Hamburg: Mega-Projekt seit Anbeginn in der Kritik

Die Errichtung der Hafencity, einem der größten innerstädtischen Bauprojekte Europas, wird seit Beginn von Kritik begleitet. Dabei geht es beispielsweise um die von einigen als banal und damit austauschbar empfundene Architektur der Immobilien oder den Vorwurf, ein Quartier zu schaffen, das nach Einbruch der Dämmerung keine Lebendigkeit aufweisen würde. Vor allem aber um die Sozialstruktur der Bewohner und Bewohnerinnen und die Mieten beziehungsweise Kaufpreise für dortige Immobilien. Auch, wenn es in der Hafencity von der städtischen Immobiliengesellschaft SAGA geförderten Wohnraum gibt. Doch die Mieten in der Hafencity gehören auch für Hamburger Verhältnisse zu den höchsten.

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Wohnen in Hamburg: Immobilienpreise und Mieten steigen immer weiter

Ein Priester hält 500 Euro Scheine und einen Rosenkranz in der Hand und eine Baustelle in der Hafencity in Hamburg
Hamburg: die katholische Kirsche investiert Millionen Euro in Immobilien in der Hafencity.(24hamburg.de-Montage) © Christian Charisius/dpa/imago

Seit Jahren steigen die Mieten und Immobilienpreise in Hamburg immer weiter. Kaufpreise für Wohnungen etwa im Jahr 2021 um 14 Prozent. Schon länger warnen Experten vor dem Platzen der Immobilienblase. Auch wenn es in Hamburg noch günstige Stadtteile zum wohnen, sind die Preise für Mieten und Immobilien natürlich immer im Verhältnis zu sehen, Die Hafencity gehört so oder so allerdings nicht zu den günstigen Stadtteilen. So liegt die durchschnittliche Kaltmiete laut miete-aktuell.de derzeit bei 19.65 Euro pro Quadratmeter, die Warmmiete bei 22.72 Euro. Im Vergleich zu anderen Stadtteilen ist die Miete in der Hafencity damit um mehr als 41 respektive 35 Prozent teurer

Katholische Kirche wird Nachbar von XXL-Shoppingwelt und neuem Kreuzfahrtterminal

Auf dem Gebiet auf dem die katholische Kirche nun Immobilien erworben hat, entsteht auch ein XXL-Shoppincenter. Auf 67.000 Quadratmeter werden laut Abendblatt rund 200 Geschäfte, Gastronomie, ein Multiplexkino, Wohnungen und drei Hotels einziehen. Außerdem ist dort auch ein neues Kreuzfahrtterminal geplant. Die aktuelle Anlegestelle für die Ozeanriesen ist nur ein Provisorium. Erst vor wenigen Wochen war ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 400 Passagieren in eine Kaimauer in der Hafencity gekracht. *24hamburg.de, merkur.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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