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Hafenarbeiter enttäuscht über Verhandlung – droht weiterer Streik?

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Von: Bona Hyun

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Hafenarbeiter streiken vor einem Container.
Hamburger Hafen: Verdi Mitarbeiter sind enttäuscht über die geringe Annäherung nach neunter Verhandlungsrunde. Könnte ein weiterer Streik drohen? © Christian Charisius/dpa

Nach neun Verhandlungsrunden haben sich Hafenarbeiter und Arbeitgeber gering angenähert. Eine Einigung erfolgte nicht – droht ein weiterer Streik?

Hamburg – Ein Tarifkonflikt, den es am Hamburger Hafen und anderen Standorten seit Jahrzehnten nicht gab: Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi-Mitarbeitern und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) ging in die neunte Runde. Doch auch eine Verhandlungsrunde später, gab es keine Einigung. Die Enttäuschung ist vor allem seitens der Beschäftigten groß. Beide Seiten werden in knapp zwei Wochen, am 22. August, nochmals ins Gespräch miteinander treten – dann wird sich je nach Ergebnis entscheiden, ob ein weiterer Streik den Hafenbetrieb lahmlegt.

Name:Hamburger Hafen
Gegründet:07. Mai 1189
Umgeschlagene Container:8,7 Millionen (2021)
Umgeschlagenes Stückgut:1,2 Millionen Tonnen (2021)

Tarifverhandlungen geht für Verdi-Hafenarbeitern in neunte Runde – keine Einigung erzielt

Am Mittwochabend, dem 10. August 2022, trennten sich Verdi und der Hafenbetrieb im neunten Verhandlungsgespräch ohne Einigung. Acht Stunden hätte das Online-Gespräch laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gedauert. Beide Seiten bewerten den Verhandlungsstand als kontrovers. „Wir haben uns in der heutigen Verhandlung angenähert, liegen jedoch noch an einigen Punkten auseinander“, berichtete der ZDS am Mittwochabend der dpa zufolge. Beim nächsten Gespräch soll ein Kompromiss erzielt werden.  

Verdi-Mitarbeiter enttäuscht über geringe Annäherung: „Wir haben mehr erwartet“

Verdi-Mitarbeiter haben von der jüngsten Verhandlungsrunde mehr erwartet – sie seien „enttäuscht über die geringe Annäherung“, wie Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth der dpa am Mittwochabend mitteilte. Verdi-Hafenarbeiter seien mit dem Ziel der Reallohnsicherung für alle angetreten und würden diesbezüglich eine Bewegung in den nächsten Runden erwarten. Laut der dpa sei nicht zu erfahren, wie sich die Arbeitgeber, die zuletzt selber Kompromissbereitschaft forderten, den Verdi-Beschäftigten mit der Forderung entgegenkommen könnten. Besprochen wurden zuletzt mögliche Instrumente, die eine Nachbesserung der Nachverhandlung für das zweite Jahr der Laufzeit ermöglichen würden.

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Streik der Verdi-Hafenmitarbeiter – Beschäftigte fordern Lohnerhöhung

Verdi-Mitarbeiter hatten Lohnerhöhungen von bis zu 14 Prozent bei einer zwölfmonatigen Laufzeit gefordert. Mit dem Angebot der Arbeitgeber gaben sie sich nicht zufrieden. Demnach hätten Beschäftigte in Containerbereichen 12,5 Prozent mehr Lohn bekommen und Mitarbeiter in konventionellen Betrieben 9,6 Prozent – alles bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Es bleibt abzuwarten, wie die entscheidendste Verhandlungsrunde Ende August ablaufen wird. (Mit Material der dpa)

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