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Haben Impfgegner aus Finkenwerder Impfpässe gefälscht? Polizei ermittelt

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Von: Lisa Klein

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Eine Familie aus Finkenwerder ist mit ihren gefälschten Impfpässen aufgeflogen – sie sind bekennende „Impfgegner“ und gegen die Corona-Maßnahmen. Doch woher kommen die Pässe?

Hamburg – Eine Familie aus Finkenwerder sorgt für Ärger: Es steht der Verdacht im Raum, dass sie Impfpässe gefälscht haben sollen. Aufgeflogen ist der Betrug, nachdem der Sohn der Familie aus dem Mallorca-Urlaub zurückgekehrt ist. Der Familienvater soll seinem 20-jährigen Sohn für die Malle-Reise einen gefälschten Impfpass besorgt haben. Bei den Kontrollen am Flughafen ist der 20-Jährige noch nicht aufgeflogen. Zurück in Hamburg spitze sich die Situation allerdings schnell zu: Der junge Mann soll trotz Corona-Symptome zur Arbeit gegangen sein, wie die Hamburger Morgenpost (Mopo) berichtet.

Doch seine Kollegen wussten, dass der 20-Jährige Corona-Maßnahmen ablehnt und schlugen Alarm, als dieser krank zur Arbeit gekommen war – und benachrichtigten die Gesundheitsbehörde. Die Firma musste daraufhin drei Tage auf Anordnung der Behörde schließen. Das Gesundheitsamt hat allerdings nicht nur die Firma geschlossen, sondern auch den vorgelegten Impfpass überprüft.

Beinahe zeitgleich sind auch im Krankenhaus Zweifel an der Echtheit des Impfpasses aufgekommen – der 20-Jährige wurde dort wegen seiner Symptome behandelt. Das Klinikpersonal verständigte auf den Verdacht hin, dass der Mann gar nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, die Polizei. Damit war der Betrug endgültig ans Licht gekommen. Die Konsequenzen: Die Firma hat den Lehrling entlassen, Kollegen zeigten ihn außerdem wegen fahrlässiger Gesundheitsgefährdung an. Doch hier endet die Geschichte noch nicht.

Impfgegner-Familie aus Finkenwerder nutzt gefälschte Corona-Impfpässe – Betrug fliegt auf

Vor einigen Tagen wurde nach wochenlangen Ermittlungen die Wohnung der Familie aus Finkenwerder durchsucht, wie die Mopo berichtet. Das Verfahren wurde aufgrund „des Verdachts des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse“eingeleitet, sagte eine Sprecherin gegenüber der Hamburger Morgenpost. Bereits im Mai hat die Polizei vor gefälschten Impfpässen gewarnt. Seitdem sind immer wieder härtere Strafen für Impfpass-Betrüger in der Diskussion.

Das Verfahren richtet sich sowohl gegen den Sohn und den Vater als auch gegen die Mutter. Sie alle sollen im Besitz von gefälschten Impfpässen gewesen sein. Unklar ist bislang, ob der Vater die Corona-Impfpässe selbst gefälscht oder „nur“ erworben hat. Das Verfahren dauert weiter an. Laut Mopo hat der Vater sich selbst als „Impfgegner“ zu erkennen gegeben.

Ein Aufkleber für eine Impfung mit dem Impfstoff Moderna in einem Impfpass.
Hat eine Familie aus Finkenwerder Corona-Impfpässe gefälscht? (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Bekannte der Familie sind empört über das Verhalten. Ein Bekannter wirft der Familie aus Finkenweder vor, andere durch ihre gefälschten Impfpässe „potenziell und vorsätzlich zu gefährden“. Mitte September wurde bereits eine Fälscherwerkstatt in Rahlsted von der Polizei hochgenommen. Aber nicht nur in Hamburg wird gefälscht, was das Zeug hält – auch in Niedersachsen wird vermehrt mit falschen Corona-Impfpässen betrogen.

Gefälschte Corona-Impfpässe – keine Seltenheit in Hamburg

Gefälschte Impfpässe sind vor allem am Hamburger Flughafen keine Seltenheit: Bereits am vergangenen Freitag, 22. Oktober, sind gegen 11.00 Uhr eine 37-jährige Russin sowie ihr 33-jähriger deutscher Ehemann aus St. Petersburg am Hamburger Flughafen angekommen. Im Rahmen der Einreisekontrolle legten die beiden den Beamten der Bundespolizei neben ihren Reisedokumenten auch ihre Impfnachweise vor. Die genauere Überprüfung der in den Impfbüchern eingebrachten Chargenaufkleber ergab, dass diese bereits bei der angeblichen Impfung abgelaufen waren.

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Daraufhin riefen die Beamten die Impfhotline in Niedersachsen an und vergewisserten sich. Hier waren die Personen nicht registriert, sodass sich der Straftatverdacht erhärtete. Mit dem Vorwurf konfrontiert wurden die beiden kleinlaut und wollten sich nicht mehr dazu äußern, wie die Polizei mitteilt. Die Impfpässe wurden sichergestellt. Die beiden erwartet nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Fälschung und des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse. 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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