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Grüner Bunker: mit Hotel und Konzerthalle auf St. Pauli

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Von: Ute Laukner

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Die undatierte Visualisierung zeigt den geplanten Dachaufbau und Garten auf dem Hochbunker am Heiligengeistfeld in Hamburg. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat für den Ausbau und die Begrünung des riesigen Bunkers am Heiligengeistfeld im Stadtteil St. Pauli eine Baugenehmigung erteilt.
Grüner Bunker: Hotel und Konzerthalle neu auf St. Pauli © Planungsbüro Bunker/dpa

Grüner Bunker ist noch im Bau, aber zieht schon heute alle Blicke auf sich. Ein imposanter Dachaufbau mit Garten am Heiligengeistfeld in Hamburg.

Hamburg – Grüner Bunker-Aufbauten auf St. Pauli in Hamburg werden im Jahr 2022 fertiggestellt. Jedoch müssen noch weitere Stationen rund um und innerhalb der Etagen durchlaufen werden. Wann welche Mieter in die reservierten Etagen und Räume einziehen werden, ist derzeit noch offen. Auch die Konzerthalle und ein Hotel wird wohl vermutlich erst später bezogen und eröffnet.

Lange Zeit war das ungewöhnliche Bauprojekt auf dem Reißbrett und einem visualisierten Foto nur eine Idee. Doch Etage für Etage wurde das Denkmal in Hamburg auf dem Dach um weitere Geschosse erweitert. Am Ende verweilen die Nachbarn und Besucher mitten in der Stadt in einem grünen Urban-Gardening Refugium. Um die 1.400 Quadratmeter der Fassadenfläche werden begrünt sein. Dazu wird es 7.600 Quadratmeter Grün- und Gemeinschaftsflächen geben.

Grüner Bunker auf St. Pauli
Ort:Heiligengeistfeld, Feldstraße
Dachgeschossaufbau-Fertigstellung:2022

Der Hamburger Flakturm IV auf St. Pauli wurde während des Zweiten Weltkriegs innerhalb rund 300 Tage gebaut. Er diente unter anderem zur Flugabwehr und bot Schutzräume für hunderte Hamburgerinnen und Hamburger. Mit 75 mal 75 Meter Grundfläche bietet der Hochbunker nun einen Sockel für den neuen pyramidenartigen Aufbau.

Seit 2019 wird an den neuen Geschossen auf dem Bunkerdach gebaut. Nach der Idee einer Nachbarschaftsinitiative aus dem Jahr 2014 setzen seit dem Jahr 2019 die Bauherrin Architekten und Anwohner mit den beteiligten Handwerks- und Dienstleitungsbetrieben die Vision vom Grünen Bunker nun schon um.

Grüner Bunker mit Vergangenheit bietet einen Mix aus Kreativität und Party-Spaß

Nach dem zweiten Weltkrieg zogen unter anderem Medienmacher in den Hochbunker an der Feldstraße. Darunter der bekannte Zeitungsverleger Axel Cäsar Springer. Sogar die „Augsburger Puppenkiste“ wurde vom NDR 1953 live aus dem Bunker gesendet.

Auch der Hamburger Fotograf F.C. Gundlach nutzte die umgebauten Räume im Medienbunker und gründete 1975 seine später in vielen Ländern bekannte PPS Galerie. PPS steht für Professional Photo Service, einem fotografischen Dienstleistungsunternehmen, bei denen Fotografenherzen höher schlugen. Tageweise konnten unter anderem neueste Fotokameras und allerlei Foto-Zubehör für Fotosessions gekauft und gemietet werden.

In der PPS-Galerie stellten internationale Top-Fotografen aus. Darunter der Mode- und Portraitfotograf Irving Penn und der Fotograf und bildende Künstler Robert Mapplethorpe. Aber auch der Fotograf und Filmregisseur Bruce Weber, bekannt für seine Werbe-Kampagnen für Calvin Klein und Abercrombie & Fitch zeigte seine Bilder sowie viele weitere Fotokreative.

Grüner Bunker heute und in Zukunft

Medien-, Kultur- und Kreativunternehmen stehen für den heutigen und zukünftigen Mieter-Mix. Hinzu kommen werden nun noch eine Konzerthalle von einem Club-Betreiber. Der jetzige Club im Bunker zieht bereits die Partygänger an. Mit der Konzerthalle werden es wohl noch mehr. Mit dem neuen Hotel, wird den Gästen eine schöne Aussicht auf die Hansestadt Hamburg geboten. Wann die Mieter dieser beiden Locations einziehen werden ist noch offen.

Der neue 300 Meter lange Bergpfad führt vom Erdgeschoss an den Außenfassaden des Bunkers entlang. Das Ziel des Weges wird das 58 Meter hohe Dachgeschoss sein. Insgesamt 24 Stahltragarme werden in der Außenfassade für diesen begrünten neuen Wanderweg befestigt. Einer dieser Stahltragarme wiegt übrigens etwa 5,5 Tonnen.

Für den Dachgarten werden besonders ausgewählte und dem norddeutschen Wetter in Hamburg angepasste Obstbäume, Felsenbirnen, Lorbeer-Kirsche, Stechpalme und Efeu sowie weitere Pflanzen wie Rosenstöcke Waldkiefern und Ahorn eingesetzt. Für das Regenwasser auf der offenen Fläche wurde ein spezielles Be- und Entwässerungskonzept ausgetüftelt.

Später beauftragte Landschaftsgärtner und Industriekletterer werden zudem nach der Bepflanzung im regelmäßigen Einsatz sein und sich mit ihrem Fachwissen um die neue City-Oase kümmern. Dabei werden unter anderem die größeren eingesetzten Gehölze unterirdisch gegen Windstürme gesichert.

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