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„Grüne Tonne“: Hamburger PR-Managerin beleidigt Grünen-Chefin Ricarda Lang

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Von: Kevin Goonewardena

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Alexandra von Rehlingen ist Deutschlands bekannteste PR-Chefin. Nun beleidigte sie Grünen-Chefin Lang bei Instagram. Getriggert habe sie die Verbotskultur.

Hamburg – Sie ist eine von Deutschlands wichtigsten PR-Agenten, zu den Kunden ihrer Agentur Schoeller & von Rehlingen gehören Marken wie Armani, Vivienne Westwood, Feinkost Käfer oder das Hamburger Traditionsunternehmen Montblanc, sie organisierte das Programm beim Hamburger Besuch des norwegischen Königspaars und stammt selbst aus einem vornehmen, alten Kaufmannsgeschlecht: Alexandra von Rehlingen, die der ehemalige erste Bürgermeister Ole von Beust seinerzeit gar zur Kultursenatorin machen wollte. Nun sieht sich die erfahrene PR-Frau einem Shitstorm ausgesetzt. Der Grund: Sie hat Grünen-Chefin Ricarda Lang, die zuletzt Klimaschützer die Straßenblockaden errichten in Schutz nahm, im Internet beleidigt.

Name:Alexandra Freifrau von Rehlingen-Prinz, geborene Freiin von Rehlingen
Geburtsjahr und -ort:1959 in Landshut
Beruf:PR-Beraterin (Schoeller & von Rehlingen)

Grünen-Chefin Riccarda Lang auf Instagram beleidigt

Stein des Anstoßes: von Rehlingen postete auf Instagram ein Bild der Co-Parteivorsitzenden von Bündniss90/Die Grünen, Ricarda Lang*, und schrieb dazu: „Alles tun, um beim Klimaschutz endlich auf den 1,5-Grad-Pfad zu kommen“, wie verschiedene Medien, darunter die Berliner Zeitung, berichteten. Und weiter:

„Wenn die grüne Tonne vegan leben würde … wäre dem Klima geholfen.“

Alexandra von Rehlingen auf Instagram

Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Doch auch viel Zuspruch soll von Rehlingen für ihren Post erhalten haben, der mittlerweile gelöscht wurde. Das berichtet das Hamburger Abendblatt.

von Rehlingen: Kritik, aber auch Zuspruch für Attacke auf Grünen-Chefin

Aus Hamburg kommt Kritik an den Aussagen von Rehlingens, unter anderem von dem SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Urs Tabbert. Tabbert äußerte sich auf Facebook zu dem Post von Alexandra von Rehlingen. Er schreibt: „Solche Kommunikation ist doch – egal wie man jetzt zu Ricarda Lang steht – nicht gerade der Ausdruck guter Kinderstube. Und das als ,PR-Frau‘. Von so jemandem möchte man doch eher keine PR-Beratung in Anspruch nehmen“.

Ebenfalls auf Facebook, allerdings unter dem Beitrag der Geschichte auf der Seite des Hamburger Abendblatts, äußert sich Isabel Permien, Sprecherin für Kultur in der Grünen Bezirksfraktion Hamburg-Nord. Sie schreibt „Etwas politisch Relevantes hatte die dünnbrettbohrende PR-Dame offensichtlich nicht zu sagen.“ Die BILD spricht von einer „unfassbaren Entgleisung“ der „PR-Lady“, die seit mehr als zwanzig Jahren vegetarisch und laut eigener Aussage seit etwa einem Jahr vegan lebt.

Alexandra von Rehlingen und Ricarda Lang (Bündnis 90/Die Grünen) mit einer grünen Tonne
PR-Managerin Alexandra von Rehlingen beleidigt Grünen-Politikerin Ricarda Lang auf Instagram als „grüne Tonne“. (24hamburg.de-Montage) © Britta Pedersen/dpa/Frederic Kern/Michael Gottschalk/imago

Aber auch Zuspruch erhält von Rehlingen im Internet, etwa von einem Twitter-User dessen Tweet die Berliner Zeitung zitiert. Der User schreibt auf dem Kurznachrichtendienst: „Bemerkenswert, dass auch das Establishment langsam unruhig wird und einzelne sich vorwagen, um die Grenzen des Sagbaren auszutesten. Ich finde die Frau großartig.“

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PR-Managerin verteidigt sich: „Es geht alles nur noch um political correctness“

Alexandra von Rehlingen hat ihren Post samt Kommentar mittlerweile gelöscht. Die PR-Managerin äußerte gegenüber dem Hamburger Abendblatt, dass sie mit ihrem Posting das, ihrer Meinung nach mangelnde Engagement in Sachen Klimaschutz anprangern wollte. Dazu gehöre auch die Verminderung des CO2-Ausstoß, der unter anderem durch eine vegane Ernährung erreicht werden könne. Ihrer Meinung nach würde eine Verbotskultur vorherrschen.

„Wir leben in einer so humorlosen Zeit, es geht alles nur noch um political correctness, bald ist alles eine graue, uniforme Masse“, so von Rehlingen wörtlich. Weiter führt sie im Abendblatt aus: „Klar, für diese Assoziation (mit der grünen Tonne, Anm. d. Red.) kann man mich steinigen, aber ich wollte der Frau ja gar nichts tun.“ Das Thema, so die PR-Managerin, bewege sie sehr, getriggert habe sie bei der Wortwahl gegenüber Grünen-Chefin Ricarda Lang, so von Rehlingen, „die Verbotskultur“, verteidigte sie sich. *24hamburg.de, bw24.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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