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Grüne: So grün könnte Hamburg werden – radikale Ideen für die Stadt

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Grünen haben in der Bürgerschaft ihre Stadtentwicklungspläne vorgestellt. Ziel: erhöhte Aufenthaltsqualität, das Leben wieder mehr auf der Straße spielen.

Hamburg – Dass deutsche Städte für den Autoverkehr ausgelegt sind, dürfte wohl Niemand abstreiten. Seit Jahren arbeiten Bürgerinitiativen, Stadtplaner und Politiker bundesweit am Stadtbild der Zukunft: Autofreie Quartiere werden neu geplant. Für bestehende Gebiete Pläne entwickelt, die Autos verbannen und mehr Grün vorsehen. Jetzt stellte die Fraktion der Grünen in der Hamburgischen Bürgerschaft ihre Pläne für ein grünes Hamburg der Zukunft vor.

Und die haben es in sich.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Abgeordnete der Grünen in der Hamburger Bürgerschaft33

Grünes Hamburg der Zukunft: Die Grünen wollen Blick auf die Stadt weiten – hinein in die Quartiere von Hamburg

Verantwortlich für das Ideenpapier für ein grünes Hamburg ist die sogenannte „Arbeitsgemeinschaft Öko“, der zwölf von 33 Grünen-Abgeordneten des Hamburger Parlaments angehören. Grünen-Fraktionschef Dominik Lorenzen erklärte gegenüber dem Abendblatt die Zielsetzung des Papiers.

Wir möchten den Blick auf die Stadt weiten – über das Rathaus hinaus hinein in die Quartiere. 

Dominik Lorenzen, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90 / Die Grünen in der Hamburgischen Bürgschaft

Denn neben der City in Hamburg, beispielsweise dem Bereich der Mönckebergstraße, beziehen sich die Überlegungen der Grünen-Politiker und -Politikerinnen für das grüne Hamburg keineswegs nur auf innerstädtische und damit Prestige-trächtige Orte und Plätze Hamburgs, bei denen eine Umgestaltung von nur geringem Nutzen für die Bürger wäre.

Denn leben und sich in der Freizeit aufhalten – das tun die Hamburger größtenteils außerhalb der Innenstadt. Folglich haben sich die Grünen-Politiker auch mit beispielsweise Rahlstedt, Neugraben oder Niendorf beschäftigt und ihren grünen Blick in Hamburg in städtebaulicher Hinsicht auch auf diese und andere Randbezirke der Elbmetropole geweitet. Diese konkreten Projekte hat die Grünen-Fraktion in Hamburg nun in ihrem Ideenpapier für einen Wandel der Stadt zum grünen Hamburg vorgestellt: Die Mönckebergstraße, den Lohbrügger Markt., die Wandsbeker Chaussee und den Johannes-Brahms-Platz. Das berichtet das Hamburger Abendblatt.

Stadtentwicklung in Hamburg: Nach Auszug von Karstadt und Kaufhof – die Mönckebergstraße ist zur Problemzone geworden

Visualisierung der Mönckebergstraße in Hamburg
So könnte die Mönckebergstraße in Zukunft aussehen. In der Mitte: das zurzeit leerstehende Klöpperhaus. Es könnte eine Markthalle mit regionalen Händlern beherbergen. © Bloomimages (zur Verfügung gestellt durch die Bürgerschaftsfraktion der Grünen)

Die Mönckebergstraße ist in Hamburg bekanntlich neben der Spitalerstraße die große und zentrale Einkaufsstraße der Hamburger Innenstadt und weit über die Grenzen von Hamburg hinaus bekannt. Doch seit dem Auszug von Karstadt Sport und Galeria Karstadt/Kaufhof und dem damit verbundenen Leerstand der großen Warenhäuser, ist die als „Mö“ bekannte Einkaufstraße in der Krise.

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Da also könnte man anpacken – und das wollen die Grünen für ihre Vision vom grünen Hamburg in der Innenstadt auch. So sehen die Pläne der Hamburger Grünen beispielsweise die Einrichtung einer Markthalle für regionale Händler im leerstehenden Klöpperhaus (Mönckebergstraße 3) vor, die zur Straße geöffnet werden soll. Die Mönckebergstraße selbst soll zur Flaniermeile werden, die Busse des Hamburger Verkehsverbunds (HVV) dennoch erreichbar bleiben. 

Stadtentwicklungspläne für grünes Hamburg Die Grünen: Hamburger Plätze Schwachstellen der Stadt

Die Straßen und Plätze als Aufenthaltsort spielen in den Plänen der Arbeitsgemeinschaft allgemein eine große Rolle - allerdings nicht für Autos. Denn die Politiker haben vor allem die zentralen Plätze der Hamburger Innenstadt als Schwachstellen ausgemacht, etwa den Johannes-Brahms-Platz. Trotz dessen exponierter Lage in unmittelbarer Nähe zu Laeiszhalle, Brahms-Kontor und Planten un Blomen sei der Platz den Bürgerinnen und Bürgern vor allem als Stellplatz bekannt, wie es im Abendblatt heißt. In der Zeitung kritisiert Grünen-Fraktionschef Lorenzen dann auch, dass die Plätze der Stadt „wahnsinnig ungenutzt“ seien.

Visualisierung des Johannes-Brahms-Platz in Hamburg
Der Johannes-Brahms-Platz wird wie viele innerstädtischen Plätze in Hamburg nicht genutzt. Die Grüne Fraktion in der Hamburgischen Bürgschaft möchte das ändern und hat ihre stadtentwicklungspolitischen Ideen vorgestellt. © Bloomimages (zur Verfügung gestellt durch die Bürgerschaftsfraktion der Grünen)

So zeigen die Visualisierungen die ein Architektenbüro nach den Ideen der Grünen angefertigt hat, eine Brahmsbar und eine Bühne. Denn auch die Kultur soll aus den Spielstäten in Hamburg im Zuge der Stadtentwicklungspläne der Grünen für ein grünes Hamburg vermehrt auf die Straße kommen. Baumbepflanzungen, Sitzgelegenheiten, neu angelegte Beete oder auch Spielgeräte sollen Straßen und Plätzen in Hamburg zusätzlich neues Leben einhauchen und die Aufenthaltsqualität erhöhen, manchmal so gar erstmal schaffen. Der Lohbrügger Marktplatz etwa soll nach dem Ideenpapier zum Treffpunkt für das Viertel aufgewertet werden.

Grüne wollen mehr Mut von Hamburg: Barcelona und Kopenhagen als Vorbild

Grünen-Politiker Lorenzen betont, dass es sich bei den Ideen nur um eben solche handelt: Ideen, Anregungen und Vorschläge – aber keinesfalls um konkrete Pläne. Man wolle nicht die Arbeit der Verwaltung machen, sagt er. Er wünsche sich aber mehr Mut von der Stadt Hamburg und ihren Menschen, so Lorenzen gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Dort verweist er auf Barcelona und Kopenhagen. Diese Städte würden zeigen, was in Sachen Stadtentwicklung alles möglich sei.

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