„Männliche Dominanz der Autos“

Grüne in Hamburg fordert weniger Autos: Verkehr ist zu „männlich“

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Eine Ankündigung zu einer Diskussionsrunde am Abend des 13. Julis wirft bereits im Vorfeld Fragen auf. Sind Männer schuld am Verkehschaos in Hamburg?

Hamburg – Unter dem Motto „Wem gehört die Straße? Brauchen wir eine weibliche Mobilität?“ laden die Grünen aus Hamburg-Nord am heutigen Dienstag, dem 13. Juli, zu einem Online-Diskussionsabend ein. Mit der Veranstaltung widmet sich die Partei einem Thema, das vor allem in Großstädten brisant ist. Alleine in der Hansestadt Hamburg* legen zig Baustellen und Staus den Straßenverkehr tagtäglich lahm. Wie aus der Ankündigung zur Podiumsdiskussion hervorgeht, fordern die Grünen nun Lösungsansätze. Für mehr Ruhe und Sicherheit. Doch vor allem eine Argumentation sorgt bereits jetzt für Verwunderung.

Politische Partei:Bündnis 90/Die Grünen
Gründung:14. Mai 1993, Karlsruhe
Hauptsitz:Berlin
Parteiführung:Annalena Baerbock (Co-Vorsitz), Robert Habeck (Co-Vorsitz), Michael Kellner (Parteisekretär)

Forderung der Grünen nach einer vielfältigen Verkehrsplanung

Umweltschutz und nachhaltige Mobilität gehören zu den Themen, die sich die Grünen seit Tag Eins auf ihre Fahne geschrieben haben. Dass ihrerseits die Forderung nach einer Wende im Straßenverkehr groß ist, machte vor Kurzem erst Cem Özdemir deutlich, der harte Zeiten für Autofahrer prophezeite. Nun beschäftigt sich auch die Hamburger Grünen des Bezirks Hamburg-Nord mit dem Thema.

Ähnlich wie Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, die kürzlich eine Gender-Polizei forderte*, macht sich auch Grünen-Politikerin Katharina Beck für die Gleichberechtigung der Geschlechter stark. Am Abend des 13. Julis wird sie eine Debatte moderieren, deren Forderung schon festzustehen scheint. Die Runde rund um die 39-jährige Bundestagsspitzenkandidatin möchte „bei der Planung des öffentlichen Raumes alle Perspektiven und vielfältigen Lebensrealitäten berücksichtigen“. Das passt durchaus zu der Forderung aus Eimsbüttel, auch Frauen auf Straßenschildern abzubilden.

Hamburgs Grünen-Politikerin Katharina Beck moderiert am 13. Juli eine Diskussionsrunde zum Thema weibliche Mobilität.

Grünen fordern mehr „Gerechtigkeit, Ruhe und frische Luft“ im Stadtverkehr

Hamburgs Straßen seien „nicht nur Mittel zum Zweck, um von A nach B zu kommen“. Es handele sich vielmehr um einen öffentlichen Raum, der in unserem Alltag implementiert sei und uns jeden Tag die notwendige Mobilität verspreche. Damit mehr „Zugang, Gerechtigkeit, Ruhe, Platz, frische Luft und Sicherheit für alle Menschen“ ermöglicht werden kann, pochen die Grünen vehement auf die Umsetzung einiger Maßnahmen. So forderte Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock einerseits die Erhöhung des Benzinpreises* und machte sich andererseits für ein Tempolimit auf Autobahnen stark*.

Am heutigen Abend, 13.07.2021, gehen die Grünen in ihrer Online-Diskussionsrunde auf weitere Ursachenforschung. Es brauche neue Erkenntnisse, „damit sich in unseren Städten alle sicher und angstfrei bewegen können“. Ein Fehler der Verkehrsplanung scheint jedoch bereits im Vorfeld der Diskussion offensichtlich zu sein.

Diskussionsrunde der Grünen: „Männliche Dominanz der Autos“ müsse zurückgedrängt werden

Die Stadt sei in der Vergangenheit zu sehr auf den Autogebrauch ausgerichtet. Oft sei es eine „Männersicht“, die diesen Weg der Verkehrsplanung gepflastert hätte. Die Stadtplanung müsse mit einer „weiblichen Mobilität“ reagieren, die die Faktoren der Sicherheit und des Umweltschutzes in den Vordergrund rückt. Weiter heißt es in der Infoschrift zur heutigen Diskussionsrunde, dass die „männliche Dominanz der Autos“ zurückgedrängt werden müsse.

Die Forderung wirft viele Fragen auf. Sind etwa nur Männer schuld am Verkehrs-Chaos in den Großstädten? Und warum kann nur eine „weibliche Mobilität“ etwas für Sicherheit und Umweltschutz tun? Eine erste Reaktion ließ jedenfalls nicht lange auf sich warten. „Ein derart absurdes Weltbild taugt nicht für politische Diskussionen“, wird CDU-Politiker Dennis Gladiator Medienberichten zufolge zitiert. Ob und welche Antworten die Gesprächsrunde auf die vielen Fragen rund um das Thema der Mobilität finden wird, zeigt sich heute Abend ab 19 Uhr. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

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