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Groß-Kontrolle der Wasserschutzpolizei: Einsatz im Hamburger Hafen

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Von: Sebastian Peters, Elias Bartl

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Die Wasserschutzpolizei hat eine „Schwerlast Kontrollwoche“ im Hamburger Hafen durchgeführt. 24hamburg.de war dabei und zeigt exklusive Einblicke.

Hamburg – Im Hamburger Hafen ist ja bekanntlich so einiges los. Im Jahr 2019 wurden allein 9,3 Millionen Seecontainer im größten Hafen Deutschlands umgeschlagen. Dieser gesamte Güterverkehr wird unter anderem durch die Wasserschutzpolizei kontrolliert.

In der sogenannten „Schwerlast Kontrollwoche“ haben es die Einsatzkräfte der Polizei Hamburg aber hauptsächlich auf große, breite und schwere Transporte abgesehen. Aber auch Export-Fahrzeuge, also Fahrzeuge, die zum Beispiel nach Afrika verschifft werden sollen, standen besonders im Fokus der Kräfte.

Im Hamburger Hafen: Polizei mit diveresen Kräfte bei der Schwerlast Kontrollwoche

Auf einem Parkplatz an der Dessauer Straße, direkt am sogenannten Afrika-Kai, hatten sich über ein Dutzend Beamte der Wasserschutzpolizei bereitgestellt. Mit erfahrenen Beamten, aber auch jüngeren Einsatzkräften, wurden die Transporte genausten überprüft. Aber – und das war den Beamten vor Ort besonders wichtig – es sollten nicht nur die Fahrer bestraft werden, wenn diese etwas falsch gemacht hatten.

Kontrolle der Polizei im Hafen.
Die Einsatzkräfte kontrollierten auch die Ladungspapiere. © Sebastian Peters

Denn Arbeitgeber schicken ihre Fahrer oft absichtlich ohne die nötigen Genehmigungen los. Damit erhoffen sich Firmen angeblich einen Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz. Genau an dieser Stelle setzt ein Polizist der Vermögensabschöpfung an. Sollte nachgewiesen werden, dass der Arbeitgeber seinen Fahrer ohne Genehmigungen losschickt, wird der Gewinn des Transporters auf Amtswegen einkassiert.

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Neben der Kontrolle von Höhe, Breite und Länge, haben die Einsatzkräfte in Hamburg auch die Nutzung von sogenannten „Roten Kennzeichen“ überprüft. Rote Kennzeichen mit den Anfangsziffern „06“ werden auch als sogenannte „Händlerkennzeichen“ bezeichnet. Diese dürfen nur für bestimmte Zwecke genutzt werden. Probefahrten, Überführungsfahrten oder Testfahrten fallen unter anderem unter diese Regelung. Aber nicht jeder Händler hält es mit den Bestimmungen so genau.

Rote Kennzeichen: Dieser Autofahrer verlässt zu Fuß die Kontrollstelle – seine Kennzeichen muss er abgeben

Ein klassischer Fall von falsch benutzen „Roten Kennzeichen“ ging den Beamten am Kontrolltag ins Netz. Der Fahrer eines schwarzen Mercedes war mit Händlerkennzeichen in die Polizeikontrolle geraten. Nach seiner eigenen Aussage wollte der Fahrer Bekannte im Hafen abholen.

Wasserschutzpolizei führt Kontrolle im Hafen durch.
Diese roten Kennzeichen wurden von der Polizei sichergestellt. © Elias Bartl

Die Polizei stelle daraufhin die Kennzeichen sicher. Nachdem der Fahrer mit seinem Vater, scheinbar auch der Mieter der „Roten Kennzeichen“, telefoniert hatte, ändert sich die Geschichte plötzlich. Der Mercedes sollte einem „Kunden“ im Hafen vorgeführt werden. Es soll sich also um eine geschäftliche Testfahrt gehandelt haben. Trotzdem wurden die Kennzeichen sichergestellt.

Rote Kennzeichen

Die „Roten Kennzeichen“ werden vom Landesbetrieb Verkehr ausgeliehen. Händler, die ein rotes Kennzeichen nutzen, sind daher nicht die Eigentümer des Kennzeichens. Sollte bei einer Kontrolle Mängel auftreten, werden die Kennzeichen durch die Polizei sichergestellt und an den Landesbetrieb Verkehr (LBV) zurückgeschickt. Dort können die Kennzeichen durch den Mieter wieder abgeholt werden. Nach einem Normverdeutlichung-Gespräch. Sollten die „Händlerkennzeichen“ häufiger sichergestellt werden, kann der Landesbetrieb Verkehr die Ausstellung neuer unterlassen.

Auch der Fahrer eines Reisebusses wurde von den Wasserschützern kontrolliert. Der Reisebus sollte von einem 800 Meter entfernten Händler zum Afrika-Kai überführt werden. Der Fahrer hatte allerdings keine Fahrerkarte eingelegt, die seine Lenkzeiten aufzeichnet. Nach seiner Aussage sei dies „doch nicht nötig.“ Er sei doch immerhin nur 800 Meter gefahren. Die Polizeikräfte sehen das anders: Bußgeld!

Kontrolle durch die Polizei auf der Dessauer Straße, Hamburg
Dieser „Bus-Rambo“ wollte es nicht akzeptieren. Er sah sich im Recht. © Elias Bartl

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Bus-Rambo unbelehrbar: Er fährt zweimal in die gleiche Kontrolle – immer mit dem gleichen Mangel!

Doch der Busfahrer scheint davon wenig beeindruckt. Er geht und kommt nach 15 Minuten wieder. Mit einem zweiten Reisebus. Diesmal sind die Polizisten noch weniger begeistert von der Aktion. Der Fahrer hat mit Vorsatz erneut ein Bus bewegt. Ohne Fahrerkarte! Zuerst brüllt der Bus-Rambo noch: „Gib mir doch Strafe! Ist mir egal“. Wenig später schlägt der Mann vor Wut auf den Bus ein. Offenbar war die Strafe doch nicht so erfreulich.

Zoll an der Dessauer Straße, Hamburg im Einsatz.
Der ZOLL hat die Kontrolle ebenfalls unterstützt. © Elias Bartl

Auch Einsatzkräfte des Zolls waren vor Ort. Mit einer mobilen Röntgenanlage (1,6 Millionen Euro Wert) haben die Kräfte hauptsächlich Kühllaster und Container, die mit Holz beladen sind, durchleuchtet. Insgesamt ging die Kontrolle gegen 12 Uhr los und endete gegen 19 Uhr. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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