Krasse Katastrophe

Todes-Wolke über Hamburg: Vergiftet Feuerwehr unsere Elbe?

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Alarm in Hamburg: Am Hafen sind hunderte Liter giftiger Säure ausgetreten. Nun hat die Feuerwehr den Todes-Nebel „eingefangen“ – und in die Elbe geleitet.

  • Am Hamburger Hafen sind am Mittwochmorgen, 17. Februar 2021, 200 Liter tödliche Säure ausgelaufen.
  • Die hochgiftige und ätzende Masse steigt als Dampf auf. Die Wolke zog vom Steinwerder Hafen Richtung Nordosten.
  • Die Feuerwehr Hamburg hat eine Bevölkerungs-Warnung via Katastrophen-App „Katwarn“ herausgegeben.
  • Die Säure frisst sich in der Lagerhalle durch weitere Behälter mit hochgiftigen Stoffen – und könnte sich mit diesen verbinden.
  • Die Feuerwehr will die Todes-Wolke jetzt mit Wasser abfangen – und in die Elbe leiten. Gefahr für die Umwelt?
  • Dieser Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom Donnerstag, 18. Februar 2021, 10.29 Uhr: Hamburg-Steinwerder – Laut einem Feuerwehrsprecher wurde der Einsatz am Steinwerder Hafen beendet. Die Betreiber-Firma der Halle – nach Blaulicht-News.de-Informationen die HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) – sei nun mit der restlichen Sicherung des Gefahrenguts beauftragt. Bis in die Nacht war die Feuerwehr damit beschäftigt, den Gift-Nebel mit Wasser zu binden – und in die Elbe zu leiten. Eine Aussage der Hamburger Umweltbehörde, ob diese Methode für die heimische Tierwelt in der Elbe wirklich ungefährlich ist, stand zu diesem Zeitpunkt noch aus.

Update vom Mittwoch, 17. Februar 2021, 22.05 Uhr: Hamburg-Steinwerder – Der Feuerwehr-Einsatz in Hamburg-Steinwerder läuft noch immer. Dies erklärt Martin Schneider gegenüber 24hamburg.de. „Wir sind weiterhin dabei, 5000 Liter Wasser pro Minute einzusetzen, um die Gefahrenstoffe zu binden“, so der Pressesprecher der Feuerwehr. Laut Schneider seien überdies 50 Prozent der Chemikalien aus der Halle inzwischen aufgenommen und in Edelstahl-Fässer gefüllt worden. Der Einsatz, so die Prognose Schneiders, werde „mindestens noch zwei weitere Stunden andauern.“

Die Giftgaswolke am Hafen. Sie soll Richtung Innenstadt ziehen. (24hamburg.de)

„Wir werden dann noch einmal Messungen vornehmen und gucken, wie die Lage ist“, so Schneider weiter. Eine Möglichkeit, die derzeit diskutiert wird, sei, die Halle „so zu verschließen, dass nichts mehr austreten kann und dann eine Spezialfirma damit zu beauftragen, die weiteren Chemikalien zu sichern. Aber eigentlich machen wir das nicht so gerne. Was wir angefangen haben, das bringen wir auch zu Ende.“

Update vom Mittwoch, 17. Februar 2021, 19.15 Uhr: Hamburg-Steinwerder – Noch immer bemühen sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Gift-Wolke, die über Hamburg liegt, Herr zu werden. „Die Halle hat zwei Seiten. Auf der einen pusten wir Luft rein – logisch, dass die dann auf der anderen wieder raus muss. Dort sind wir dabei, die Luft mit Wasser zu binden. Im Moment pumpen wir dort landseitig 5000 Liter pro Minute an Wasser raus. Die Gefahrenstoffe aus der Luft werden dann durch das Wasser gebunden“, erklärt Martin Schneider, was sich derzeit vor Ort in Hamburg-Steinwerder abspielt. „Der Einsatz wird noch ein paar Stunden dauern“, so der Feuerwehr-Pressesprecher.

Giftgas-Wolke über Hamburg: Einsatzkräfte ziehen alle Register

Update vom Mittwoch, 17. Februar 2021, 16.36 Uhr: Hamburg-Steinwerder – Die Einsatzkräfte ziehen alle Register: Noch immer tragen sie schnell weitere Gift-Fässer aus der Halle – andere wurden bereits von der Säure angefressen. Ein tödlicher Gift-Mix. Jetzt sollen Löschboote anrücken. Sie sollen das Wasser liefern, mit dem die tödliche Giftgas-Wolke bekämpft werden soll.

Feuerwehrsprecher Martin Schneider erklärt den Plan: „Wir stellen einen riesigen Lüfter auf die eine Seite der Halle, der pustet die Dämpfe auf die andere Seite. Dort werden wir einen Wasser-Nebel erzeugen. Die Wasser-Massen sollen die Dämpfe binden, um sie dann in die Elbe zu leiten.“ Dabei soll so viel Wasser eingesetzt werden, dass die Brühe dann „gefahrlos“ in die Elbe fließen kann.

Gefährliche Giftgas-Wolke über Hamburg – jetzt wird sie noch giftiger

Update vom Mittwoch, 17. Februar 2021, 14.25 Uhr: Hamburg-Steinwerder – Die Gefahr ist nicht gebannt: Die 200 Liter Säure sind mittlerweile komplett aus den Fässern ausgelaufen. Die ätzende, giftige – und für Menschen tödliche Masse frisst sich durch alles, was in der Halle am Hafen herumsteht. Feuerwehr-Pressesprecher Martin Schneider: „In der Lagerhalle stehen viele weitere Gefahrstoffe.“ Nun bestehe die Gefahr, dass die Säure mit anderen giftigen Stoffen reagiert – und sich in einen noch tödlicheren Gift-Mix verwandelt.

Noch immer steigen die ätzenden und hochgiftigen Dämpfe aus der Halle in die Luft auf. Die Einsatzkräfte wollen sich mit dem Hersteller der Fässer beraten, wie die Gefahr gebannt werden kann. „Wir werden wohl noch bis in die Abendstunden damit zu tun haben“, so Schneider.

Mittlerweile ist auch mehr über die Ursache des Säure-Unfalls bekannt: Offenbar sind zwei Gabelstapler in der Halle miteinander kollidiert.

Update vom Mittwoch, 17. Februar 2021, 12.30 Uhr: Hamburg-Steinwerder – Der Einsatz läuft. Feuerwehrsprecher Martin Schneider gegenüber 24hamburg.de: „Kräfte der Hamburger Feuerwehr sind mit Chemikalien-Schutzanzügen vor Ort.“ Der hochentzündliche, ätzende – und giftige Stoff sei noch nicht gesichert.

Noch immer steige der giftige Dampf vom Hamburger Hafen aus in die Luft, zieht in nordöstliche Richtung. Ein Feuerwehrsprecher: „Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr.“ Messungen der Behörden vor Ort hätten bislang noch keine erhöhte Giftstoff-Konzentration ergeben. Die amtliche Katastrophen-Warnung auf „Katwarn“ besteht aber weiterhin.

Dort steht: „Meiden Sie das betroffene Gebiet. Umfahren Sie das betroffene Gebiet weiträumig. Schalten Sie das Autoradio ein und achten Sie auf weitere Informationen.“ Und weiter: „Achten Sie auf Durchsagen von Polizei und Feuerwehr. Schließen Sie alle Fenster und Türen. Schalten Sie die Belüftung aus und schließen Sie die Fenster. Sollten Sie sich im Auto im betreffenden Gebiet aufhalten, schalten Sie umgehend die Lüftung auf Umluft und verlassen Sie das Gebiet.“

Tödliche Giftgas-Wolke über Hamburg – Feuerwehr warnt Bevölkerung

Erstmeldung vom Mittwoch, 17. Februar 2021, 10.30 Uhr: Hamburg-Steinwerder – Großeinsatz für die Feuerwehre Hamburg: Gegen 08:20 Uhr kam es am Roßweg, direkt an der Köhlbrandbrücke, zu einem schweren Zwischenfall. Auf einem Gelände ist offenbar bei Verladungsarbeiten mindestens ein Behältnis mit Säure beschädigt worden. Das berichtet Blaulicht-News.de.

Nach ersten Angaben soll das beschädigte Behältnis 200 Liter Säure beinhalten! Diese sind unkontrolliert freigesetzt worden. Durch eine chemische Reaktion verdampften größere Menge dieser Flüssigkeit! Eine enorme Säure-Wolke drang in den Himmel! Sie soll in Richtung Ost/Nordost ziehen. Das bestätigte ein Feuerwehrsprecher gegenüber 24hamburg.de. Die ausgetretene Säure kann Atemwege verätzen. Anwohner sollen Türen und Fenster geschlossen halten.

Aktuell ist die Feuerwehr mit mehren Fahrzeugen vor Ort. Auch das THW ist im Einsatz. Die Feuerwehr Hamburg warnt mit KatWarn und ähnlichen Apps die Bevölkerung! Das Containerterminal „Tollort“ musste Teile des Geländes aus Sicherheitsgründen sperren. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Blaulicht-News.de

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