Mit Sperrstunde

Essen mit Sperrstunde: Innengastronomie in Hamburg wieder geöffnet

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Der Inzidenzwert Hamburg ist leicht gestiegen, bleibt aber niedrig: Deshalb erlaubt der Senat ab Freitag die Öffnung der Innengastronomie – mit Sperrstunde.

Hamburg – Die Lockerung der Corona-Regel geht weiter: Angesichts eines weiterhin niedrigen Inzidenzwertes dürfen Besitzer von Restaurants, Kneipen oder Bars ab dem kommenden Freitag, 4. Juni 2021, in der Hansestadt Hamburg ihre Innengastronomie wieder öffnen. Das teilte der Hamburger Senat am Dienstagmittag mit. Jedoch gelten strenge Auflagen.

So besteht für Gäste und Personal eine Testpflicht, die Bewirtung darf nur an festen Plätzen erfolgen und es gibt eine Kontaktnachverfolgung und -beschränkung auf 5 Personen aus 5 Haushalten. Zudem wird es vorerst eine Sperrstunde ab 23.00 Uhr geben.

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Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) verteidigte das vorsichtige Vorgehen. Grundsätzlich biete das Infektionsgeschehen Anlass zu Optimismus, sagte der Rathauschef. Deshalb wolle man nun die Treffen mit Freunden in einem Restaurant wieder ermöglichen. Wichtig sei es jetzt aber, dass im Anschluss diese Zusammenkünfte nicht in „alkoholgetriebene Partys“ ausarteten. Trotz guter Zahlen sei die Ansteckungsgefahr weiterhin hoch und es sei wichtig, dass man die Inzidenz nicht wieder mit Superspreaderevents nach oben treibe, mahnte Tschentscher.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen sind stabil – Senat erlaubt Öffnung der Innengastronomie

Das wieder aufkommende Partyleben in der Stadt nach dem wochenlangen Knallhart-Lockdown bleibt dem Senat ein Dorn im Auge. So musste das Schulterblatt im Schanzenviertel am vergangenen Wochenende zweimal von der Polizei geräumt werden, weil sich dort Tausende Menschen versammelt hatten. Dabei wurden Polizisten von alkoholisierten Feierwütigen mit Bierflaschen beworfen, was auf starke Kritik des Senats gestoßen war. Die Beamten stellten bis zu 700 Bußgeldverfahren aus.

Der Inzidenzwert in Hamburg ist niedrig: Der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erlaubt deswegen die Öffnung der Innengastronomie. (24hamburg.de-Montage)

Um ähnliche Vorfälle zu vermeiden, reagierte die rot-grüne Landesregierung nun am Dienstag mit einem Alkoholverbot für bestimmte Hotspots. Es soll die Öffnung der Innengastro flankieren. So ist im Schanzenviertel und in Teilen von St. Pauli ab Freitag der Außer-Haus-Verkauf von Alkohol ab 23.00 Uhr verboten. In der Zeit von 20.00 bis 6.00 Uhr ist das Mitführen von Alkohol in diesen Gebieten nicht erlaubt.

Inzidenz sinkt: Die Öffnung der Restaurants und Bars ist an strenge Regeln zum Alkohol geknüpft

Innensenator Andy Grote (SPD) kündigte an, dass die Beamten das Geschehen kontrollieren würden. Sollte sich das Partyleben dann in andere Stadtteile verlagern, werde der Senat gegebenenfalls nachsteuern und die Alkoholverbotszonen erweitern. „Bei allem Verständnis über die Freude der Corona-Lockerungen müssen wir weiterhin verantwortungsbewusst mit den neuen Freiheiten umgehen“, sagte der SPD-Politiker.

Als Beleg dient dem Senat auch das aktuelle Infektionsgeschehen. So ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg am Dienstag wieder leicht gestiegen. Den Angaben zufolge kamen 108 neue Fälle hinzu. Das waren 87 mehr als am Montag und 69 mehr als am Dienstag vor einer Woche. Der Inzidenzwert stieg damit von 21,5 auf 25,2. Vor einer Woche hatte die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen noch 37,3 betragen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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