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Gendern – ja oder nein? „Die Dosis macht das Gift“

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Von: Lia Stoike

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Verbote feuern die Gendern-Debatte weiter an, aber lösen sie nicht, findet Autorin Lia Stoike.
Verbote feuern die Gendern-Debatte weiter an, aber lösen sie nicht, findet Autorin Lia Stoike. © Credit: IMAGO / Bihlmayerfotografie / Christian Blatz

Gendern ist ätzend, aber sinnvoll, findet unsere Autorin Lia Stoike. Warum Verbote gegen Doppelpunkte und Sternchen nichts nützen. Ein Kommentar.

Hamburg – Wenn es lächerlich, emotional und hitzig zugleich wird, kann es nur um ein Thema gehen: Gendersprache. Dabei will diese Debatte keiner mehr hören: Die einen möchten nicht, dass die deutsche Sprache „verunstaltet“ wird und finden Doppelpunkte oder Sternchen irreführend, während andere sich gegen die von Männern geprägte Gesellschaft auflehnen und Diversität auch in der Sprache fordern.

NameLia Stoike
Geburtsdatum/-ort*13.06.1992 - Cuxhaven
Zuständigkeit24hamburg.de

Gendern ist zeitgemäß – generische männliche Bezeichnungen beruhen auf alten Rollenbildern

Letzteres entspricht dem Zeitgeist und leider zu wenigen aus der Seele. Die allgemeingültige männliche Bezeichnung ist im alltäglichen Gebrauch oft sinnfrei und beruht auf veralteten Rollenbildern. In jenen Zeiten standen Hausfrauen am Herd, aber keine Hausmänner. Das ist heute nicht mehr so. Danke Emanzipation!

Gender-Politik Nonsens: Verbote und Gebote sorgen immer für Widerstand, nie für einen Konsens

Und dennoch sagen Kranke noch heute, sie gehen zum „Hausarzt“, obwohl er eigentlich eine sie ist. Ja, der „:innen“-Urwald ist ätzend und sorgt für Stolperfallen. Wie mit dem Thema umgegangen wird, ist allerdings problematischer als die Debatte selbst. Die bisherige Politik in puncto Gendersprache ist Nonsens! Verbote und Gebote, egal von welcher Seite, sorgen immer für Widerstand, aber nie für einen Konsens. Menschen die Entscheidungsfreiheit darüber zu nehmen, so zu sprechen oder zu schreiben, wie es ihnen beliebt, wird die Debatte weiter anfeuern, aber niemals lösen.

Die Frage ist nicht, ob gegendert wird sondern wann und in welchem Umfang

Zu diskutieren, ob gegendert wird oder nicht, ist Zeitverschwendung. Egal, wie viele der Deutschen sich dagegen aussprechen. Schließlich geht es bei Inklusion um das Beseitigen von Barrieren, die meist eine Minderheit betrifft, nicht um Befriedigung der Kollektivmeinung. Zielführender wäre es, darüber zu sprechen, wann es sinnvoll ist, zu gendern und in welchem Umfang. Die Dosis macht bekanntlich das Gift.

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