1. 24hamburg
  2. Hamburg

Gefälschte Impfpässe: Über 700 Verdachtsfälle in Hamburg

Erstellt:

Von: Natalie-Margaux Rahimi

Kommentare

Für viele Einrichtungen ist der Impfpass mittlerweile die wichtigste Zutrittsberechtigung. Deshalb gibt es auch in Hamburg immer mehr Impfpass-Fälschungen.

Hamburg – Die Corona-Regeln sind aufgrund von Omikron noch einmal deutlich verschärft worden. Die 2G-Regel, die nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu bestimmen Einrichtungen gewährt, gilt allerdings schon länger. Gerade auch deshalb ist der Impfpass zu einem der wichtigsten Ausweisdokumente in Deutschland geworden. Weil das alle wissen, sich aber längst nicht alle gegen Corona impfen lassen wollen, gibt es immer mehr Impfpass-Fälschungen – auch in Hamburg häufen sich die Fälle.

Stadt:Hamburg
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)
Zweite Bürgermeisterin:Katharina Fegebank

Über 11.000 gefälschte Impfpässe in Deutschland: 720 Ermittlungen in Hamburg – Schuld sind verschärfte Corona-Regeln

In ganz Deutschland ermittelt die Polizei laut Hamburger Abendblatt bereits in über 11.000 Fällen wegen gefälschter Impfpässe. Wie die Berliner „tageszeitung“ berichtet, gebe es allein in der Hansestadt Hamburg seit Jahresbeginn etwa 720 Fälle von Impfpass-Fälschungen. Das Blatt bezieht sich dabei auf eine Umfrage unter Landeskriminalämtern. Die Polizei gehe laut Abendblatt aber von einer noch viel höheren Dunkelziffer aus.

Eine Person hat eine Menge Bargeld Euroscheine in der Hand im Hintergrund sieht man Impfausweise auf dem Tisch liegen
Mehr als 10.000 Fälle von gefälschten Impfpässen verfolgt die Polizei aktuell (Symbolbild). © Fotostand / K. Schmitt/Imago

In Hamburgs Nachbarland Schleswig-Holstein gebe es laut des Berichts ebenfalls mehrere hundert Ermittlungen wegen Impfpass-Fälschungen. Zwei Drittel von den 550 Fällen seien dabei erst in den vergangenen vier Wochen angefallen, heißt es. Ursächlich für die steigende Zahl an gefälschten Impfpässen dürften die strengen Corona-Maßnahmen sein, die aufgrund der neuen Omikron-Variante zuletzt sogar noch einmal verschärft werden mussten.

Impfpässe leicht zu fälschen: Impfpass-Fälschern droht hohe Strafe

Laut Hamburger Abendblatt geht aus einem internen Lagebild des Bundesinnenministeriums hervor, dass die Impfpässe leicht zu fälschen seien, weil sie „keinerlei Sicherheitsmerkmale“ enthielten. Außerdem würden bei der Erstellung digitaler Impfzertifikate die Prüfansätze fehlen.

Dies sollte dennoch kein Anreiz sein, sich einen gefälschten Impfpass zuzulegen. Denn das steht unter Strafe. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz hat die Bundesregierung die Möglichkeit geschaffen, das Vorlegen eines gefälschten Impfdokuments zu bestrafen. Laut den Paragrafen 277 und 275 Strafgesetzbuch kann das Vorlegen eines gefälschten Impfzertifikats mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden.

In besonders schweren Fällen, also wenn jemand gewerbsmäßig Impfpässe fälscht, ist sogar eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren möglich. Die Strafen finden übrigens auch auf das Fälschen von Testnachweisen Anwendung. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare