Abzocke bei Parkgebühren

Wucher-Wahnsinn: Anwohnerparken soll doppelt kosten

  • Natalie-Margaux Rahimi
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  • Joanna Abou Boutros
    Joanna Abou Boutros
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Erst höhere Bußgelder für Autofahrer, jetzt wollen die Hamburger Grünen die Parkgebühren in der Stadt anziehen. Die CDU spricht von einem „Gebührenhammer“.

Hamburg – Die Grünen in Hamburg wollen die Parkgebühren in der Stadt erhöhen. Planungen sehen vor, die Jahresgebühr für das Anwohnerparken zum 1. Juli 2021 sogar zu verdoppeln. Von 25 Euro auf 50 Euro soll die Gebühr dann steigen. Für das Parken außerhalb der Innenstadt sollen die Kosten für öffentliches Parken Berichten zu Folge von 2 Euro pro Stunde auf 2,50 Euro erhöht werden. Und das lohnt sich für die Hansestadt.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher
Zweite Bürgermeisterin:Katharina Fegebank
Einwohner:1,841 Millionen (2019) Eurostat
Vorwahl:040

Preiserhöhung für das Anwohnerparken: CDU und AfD kritisieren Vorhaben der Grünen

Wie die BILD berichtet, geht die Hamburger Verkehrsbehörde durch die Preiserhöhung von Mehreinnahmen in Höhe von 3,2 Millionen Euro aus. Der Hamburger Verkehrssenator, Anjes Tjarks (Grüne), wird für das Vorhaben von CDU und AfD scharf kritisiert. „Abkassieren lindert keinen Parkdruck“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Richard Seelmaecker, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach dabei von einem „Gebührenhammer“. Die Erhöhung der Gebühr für das Bewohnerparken soll ein weiterer Schritt in Richtung Mobilitätswende sein.

Parken ist teuer – und es könnte in Hamburg bald noch teurer werden. (24hamburg-Montage)

Mit den Planungen wollen die Grünen die Hamburger dazu bewegen, auf ihr Auto zu verzichten und auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Der Zeitpunkt sei jedoch falsch, heißt es von der CDU. In einem ersten Schritt müssten den Hamburgern attraktive alternative Angebote gemacht werden, wie ein flächendeckender Ausbau der Quartiersgaragen oder ausreichend P+R-Stellplätze. Im öffentlichen Nahverkehr* hingegen tut sich bereits etwas. In Hamburg startet im Jahr 2021 der Ausbau neuer U- und S-Bahnlinien*.

Anwohnerparken wird teurer: Ausbau im Koalitionsvertrag festgeschrieben

Der Ausbau des Anwohnerparkens in Hamburg* ist laut einem Sprecher der Behörde im Koalitionsvertrag des Hamburger Senats festgeschrieben. Eine Entwicklung der Parkgebühren werde demnach aktuell besprochen und mit den Koalitionspartnern abgestimmt. Die Zahlen, die aus dem Bild-Bericht hervorgehen, wurden bisher nicht bestätigt.

Ein Behördensprecher wollte sich im Interview mit der Deutschen-Presse Agentur nicht zu einem „Arbeitspapier“ äußern, heißt es. Richard Seelmaecker sieht eine Preiserhöhung der Gebühren für Parken dennoch kritisch und als nicht zielführend an. „Nur durch bessere Angebote und gezielte Anreize wird es gelingen, Menschen zum grundsätzlich wünschenswerten Umstieg vom eigenen Auto auf andere Verkehrsmittel zu motivieren“, sagte er der dpa.

Gebührenstreit um Bewohnerparken folgt neuem Bußgeldkatalog: Autofahrer wittern Abzocke

Dem Streit um die Gebührenerhöhung für das Anwohnerparken in Hamburg ist wenige Tage zuvor der neue Bußgeldkatalog für Autofahrer vorausgegangen. Diese hatten mit Verärgerung auf die neuen Strafen reagiert. Denn unter anderem werden die Bußgelder fürs Schnellfahren verdoppelt*, das berichtet auch ruhr24.de. Wer innerorts beispielsweise 10 km/h zu schnell unterwegs ist, der muss künftig mit einem Bußgeld in Höhe von 30 Euro statt 15 Euro rechnen. Alle Bußgelder des neuen Bußgeldkatalogs* hat tz.de für Sie zusammengefasst.

Zudem wird Falschparken für Autofahrer deutlich teurer. Für den Verstoß gegen die allgemeinen Park- und Halteregeln werden zum Beispiel statt bisher 15 Euro nun 55 Euro fällig. Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks begrüßte den neuen Bußgeldkatalog und sagte dem Norddeutschen Rundfunk (NDR): „Wir bewerten die Einigung als sehr positiv, weil wir die Bußgelder in fast allen Kategorien stark anheben, um die Verkehrssicherheit erheblich zu verbessern“. * 24hamburg.de, ruhr24.de und tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa/picture alliance/Jovannig Adobe Stock

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