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Gasknappheit: Hamburg plant weiter schwimmendes LNG-Terminal im Hafen

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Von: Jan Knötzsch

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Deutschland will in Zeiten der Gasknappheit unabhängiger von russischem Gas werden. Dazu sollen LNG-Terminals her. Hamburg will eins, kriegt aber vorerst keins.

Hamburg - Es ist ein Thema, das mittlerweile keinen mehr kaltlässt, aber dafür sorgen könnte, dass es spätestens im März, wie Grünen-Politiker Jens Kerstan für Hamburg prophezeit hat, kalt wird. Die Rede ist von der Gasknappheit, die in der Energiekrise nicht nur in der Hansestadt Hamburg immer wieder diskutiert wird. Um sich unabhängiger von russischem Gas zu machen, das nach Deutschland geliefert wird, sollen in Deutschland sogenannte LNG-Terminals her.

Auch in Hamburg. Doch, so ist der aktuelle Stand: Die Stadt an Elbe und Alster geht bei der Entscheidung über Standorte für schwimmende LNG-Terminals vorerst leer aus.

Bürgermeister Tschentscher und Umweltstaatsrat Pollmann wollen weiter um LNG-Terminal für Hamburger Hafen kämpfen

Damit ist allerdings noch längst nicht aller Tage Abend und eine wirklich finale Entscheidung, ob Hamburg ein solches LNG-Terminal bekommt oder nicht, gefallen. Denn: Die Hansestadt plant auch weiterhin ein solches Terminal. „Es liegt im nationalen Interesse, dass alle verfügbaren Floating-Units so früh wie möglich in Betrieb genommen werden“, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher vor zwei LNG-Terminals des Hafen in Rotterdam.
Peter, der Baumeister: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (vorne) will das, was zum Beispiel Rotterdam (im Hintergrund) schon hat – ein LNG-Terminal im Hafen. (24hamburg.de-Montage) © ANP/penofoto/imago

„Hamburg ist weiterhin bereit, dazu einen Beitrag zu leisten“, so Tschentscher. Auch Umweltstaatsrat Michael Pollmann erklärt laut dpa, dass Hamburg nach wie vor an einem LNG-Terminal für die Hansestadt festhält: „Wir planen weiterhin die Errichtung eines LNG-Terminals im Hafen.“ Ob dieser Plan eines LNG-Terminals im Hamburger Hafen, wo jüngst die Hafenarbeiter streikten und sich für die Eskalation des Streiks bei der Polizei entschuldigt haben, umgesetzt werden kann, muss laut Peter Tschentscher und Michael Pollmann aber erst ein Gutachten ergeben, an dem gearbeitet wird.

LNG-Terminal im Hamburger Hafen: Bürgermeister Tschentscher und Umweltsenator sprechen von Schwierigkeiten

Zuvor hatte die Bundesregierung in Berlin über weitere Standorte für insgesamt vier schwimmende Flüssige entschieden. Eines geht nach Stade, eines nach Lubmin in Vorpommern, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Die schwimmenden LNG-Terminals dort sollen ab Mai 2023 verfügbar sein. Zwei Schiffe stehen bereits in diesem Jahr zur Verfügung und sollen zum Jahreswechsel 2022/23 in Wilhelmshaven und Brunsbüttel eingesetzt werden. In Lubmin entsteht zudem bis Ende 2022 ein fünftes schwimmendes Terminal eines privaten Konsortiums.

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Auch Hamburg mit dem größten deutschen Hafen hatte sich als Standort ins Gespräch gebracht. Allerdings sind die nautischen Bedingungen im Hafen schwierig. „Aus Sicherheitsgründen kann vorher keine Entscheidung über die Errichtung eines LNG-Terminals in Moorburg getroffen werden“, so Tschentscher. Konkret geht es laut Umweltstaatsrat Pollmann vor allem um die von der Hafenbehörde HPA aufgeworfene Frage, welche Auswirkungen ein Terminal auf die Schifffahrt haben könnte.

Vorerst kein LNG-Terminal im Hamburger Hafen: Hamburgs FDP-Chef spricht von Niederlage für Bürgermeister Tschentscher

Derweil interpretierte der Hamburger FDP-Chef Michael Kruse die Berliner Entscheidung als Niederlage für Bürgermeister Peter Tschentscher. „Im Konzert der norddeutschen Energiehäfen spielt Hamburg neben Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Stade nur noch eine Nebenrolle“, so Kruse einer Mitteilung zufolge. Es sei laut Kruse „ein bitterer Tag für den Hamburger Hafen und seine energieintensive Industrie.“ (mit dpa-Material)

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