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Galeria Karstadt Kaufhof: Welchen Filialen schließen?

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Von: Christian Einfeldt

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Die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH muss ein weiteres Mal Insolvenz anmelden. Dieses Mal könnten Auswirkungen mehrere Standorte treffen.

Hamburg – Die Zeiten, in denen Karstadt-Filialen maßgeblich die Innenstädte deutscher Großstädte geprägt haben, sind längst vorbei. Der Konzern Galeria Karstadt Kaufhof GmbH ist angeschlagen. Nach 2020 folgt 2022 die zweite Insolvenzanmeldung. Die belastende Entwicklung sorgte schon in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Schließungen – deutschlandweit.

Hamburg, insbesondere dessen Karstadt-Stammsitz in der Mönckebergstraße, gehörte lange zu den Standorten, die es sich erlauben konnten, an der Kaufhaus-Tradition festzuhalten. Doch wie lange ist das noch der Fall? Filialen werden deutlich verkleinert, anderen prognostiziert man keine große Zukunft mehr. So ist es um Hamburgs Karstadt-Läden bestellt.

Unternehmen:Karstadt
Eigentümer:Signa Holding
Gründung:1881, Wismar
Gründer:Rudolph Karstadt

Hinweis aus der Redaktion

In einer vorherigen Version dieses Artikels stand, dass die Hamburger Karstadt-Filiale in der Innenstadt schließen muss. Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Filiale in der Mönckebergstraße jedoch nicht von den Schließungen betroffen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Galeria Karstadt Kaufhof in Hamburg: Mindestens ein Drittel aller Filialen müssen bundesweit schließen

Zum Erhalt der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH erfordert es drastische Maßnahmen. Wie das Handelsblatt berichtet, wurde unlängst ein sogenanntes Schutzschirmverfahren eingeleitet. Was sich hinter dem Begriff des Insolvenzrechts verbirgt: Das finanziell angeschlagene Unternehmen führt unter stetiger Aufsicht von Dritten eigenhändig Sanierungsmaßnahmen durch. Im FAZ-Gespräch kündigte Miguel Müllenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung, bereits an, dass Inflation und Energiekrise nicht spurlos an dem Konzern vorbeigehen: Deutschlandweit müssten mindestens ein Drittel aller Karstadt-Filialen geschlossen werden. Über eine Übersicht berichtet Merkur.de: Galeria Karstadt Kaufhof: Welche Filialen vor dem Aus stehen - und welche nicht.

Schon bald könnte es also nur noch 100 Läden in ganz Deutschland geben. Andere Experten schätzen die Lage noch besorgniserregender ein. „Maximal 50 dürfte man halten, wenn das Unternehmen langfristig überleben will“, schätzt etwa Wirtschaftsexperte Gerrit Heinemann die Situation im Gespräch mit dem Handelsblatt ein. Mittlerweile sind es nur noch wenige Wochen bis zum Weihnachtsfest. Schon jetzt zeigen auch Hamburgs Karstadt-Filialen, dass sich der Konzern im Wandel befindet. Mit welchen Konsequenzen haben Kundinnen und Kundinnen mittel- und langfristig zu rechnen?

Noch vor Weihnachten: Galeria Karstadt Kaufhof-Filiale in der Mönckebergstraße wird verkleinert

Die Karstadt-Filiale am Alexanderplatz in Berlin, am Münchener Marienplatz oder die Filiale an der Frankfurter Hauptwache: Bis zuletzt hieß es noch, dass es nur wenige Standorte gibt, die sich nicht mit Themen wie Mitarbeiter-Entlassungen beschäftigen müssen. Auch die Mönckebergstraße zählte zu den Orten, die noch über ein scheinbar unantastbares Karstadt-Schmuckstück verfügen. Maßnahmen treffen jetzt jedoch auch die Hamburger Innenstadt.

Wie unter anderem das Hamburger Abendblatt berichtet, steht noch zum Weihnachtsgeschäft eine spürbare Verkleinerung der Verkaufsflächen an. In Anbetracht aktueller Entwicklung ist ein solcher Eingriff in der Mönckebergstraße wohl noch das kleinste Übel. Sowohl für den Standort in der Mönckebergstraße als auch im Alstertal-Zentrum gilt: An ein Fortbestand der Karstadt-Standorte wird voraussichtlich nicht geruckelt – anders verhält es sich jedoch mit anderen Filialen, die schon bald geschlossen werden könnten.

Karstadt in der Hamburger Mönckebergstraße.
Die aktuellen Entwicklung bei der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH treffen auch den Hamburger Standort in der Mönckebergstraße. © Hanno Bode/Imago

Hamburger Institution im Wandel: Die weiteren Pläne in der Mönckebergstraße

Durch eine Fußgängerbrücke ist das Haupthaus der Mönckebergstraße mit dem Thalia-Haus, wo seit 1982 weitere Karstadt-Verkaufsflächen auf Kundinnen und Kundin warten, verbunden. Eine Geschichte, die nach gut 40 Jahren endet. Das Nebengebäude in der Kleinen Rosenstraße soll noch in diesem Jahr vollständig geräumt werden. 2023 steht der Abriss der Brücke bevor, dann sind die Parkplätze dran. Das Thalia-Haus bleibt der Hansestadt Hamburg zwar als Gebäude erhalten, Karstadt findet in den Räumlichkeiten zukünftig jedoch keinen Platz mehr.

Wie das Abendblatt berichtet, ist ein rund 70 Millionen Euro teurer Umbau geplant. Karstadt macht Platz für Gewerbeflächen, Büros und Wohnungen – Pläne, die an die Neugestaltung der Gänsemarktpassage erinnern. Derweil machen Bau- und Sanierungsmaßnahmen auch vor Hamburgs Karstadt-Hauptgebäude in der Mönckebergstraße keinen Halt. „Die Fassaden sind sanierungsbedürftig und müssen erneuert werden“, sagt etwa Torben Vogelgesang, Architekt des Kaufhof-Eigentümers Signa Real Estate.

Galeria Karstadt Kaufhof in Hamburg: Warum es für die Filiale in Eimsbüttel weitergehen könnte

Für die Jahre 2023 und 2024 plant man, das Karstadt-Gebäude in der Mönckebergstraße, wo zuletzt C&A nach 109 Jahren schließen musste, zum nahegelegenen Gerhart-Hauptmann-Platz zu öffnen. Weitere Pläne zum Sitz in der Mönckebergstraße werden aktuell öffentlich noch nicht kommuniziert. Nach Berichten des Handelsblatts könne man jedoch mit einem Fortbestand der Filiale in der Mönckebergstraße sowie im Alstertal-Zentrum rechnen.

Im Gegensatz dazu steht dem Karstadt-Haus in Harburg wohl keine große Zukunft mehr bevor. Aktuell fraglich ist außerdem, wie es mit der Filiale in der Osterstraße weitergeht. Für diesen Standort könnte es jedoch Hoffnung geben: Immobilienunternehmen Signa besitzt auch das Gebäude in Eimsbüttel. Medienberichten zufolge sei eine Schließung der Kaufhäuser im Signa-Besitz nur dann geplant, wenn eine anderweitige Nutzung der Verkaufsflächen seitens des Unternehmens schon feststeht.

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Das scheint dort nicht der Fall zu sein, sodass Kundinnen und Kunden hier noch weiter Karstadt aufsuchen können. Wie unter anderem Tagesschau berichtet, soll der Online-Anbieter buero.de interessiert sein, deutschlandweit 47 Filialen zu übernehmen. Standorte in Hamburg zählen wohl nicht dazu.

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