#netzstreikfürsklima

Fridays For Future Online-Demo: Hamburgs „Greta“ mit Super-Klimastreik – ganz Deutschland staunt

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Ganz Deutschland kennt ihr Gesicht: Luisa Neubauer, die „deutsche Greta Thunberg“, ist eine der bekanntesten Klimaaktivisten von Fridays For Future und im Kampf gegen den Klimawandel unbremsbar. Mit dem Online-Klimastreik will die Hamburgerin jetzt alle bisherigen Rahmen sprengen.

Hamburg Der 24. April 2020 wird in die Geschichte der Fridays For Future Demonstrationen eingehen: Globaler Klimastreik ist angesagt. Normalerweise würden an diesem Tag Millionen Menschen auf der mit Protestschildern auf die Straße ziehen und lautstark gegen den Klimawandel demonstrieren. Drei Monate zuvor, am 21. Februar, bevor die Coronavirus-Krise das öffentliche Leben lahm legte, war dies noch möglich*: Greta Thunberg (17) stand vor dem Rathaus in Hamburg und hielt eine eindringliche Rede. Jetzt sieht alles anders aus. Doch das treibt die Hamburger Klimaaktivistin Luisa Neubauer (24) erst so richtig an.

Klimaprotest trotz Coronavirus: Luisa Neubauer will das Internet unsicher machen

Luisa Neubauer lässt sich vom Coronavirus keinen Strich durch die Rechnung machen: Der geplante globale Klimastreik findet trotz Pandemie statt - die Straßen bleiben allerdings weiterhin leer. Auf Twitter kündigte die gebürtige Hamburgerin den „größten Onlineprotest“ jemals an. Sie und Fridays For Future wollen „zeigen, wie groß der gesellschaftliche Rückhalt hinter gerechtem Klimaschutz“ sei.

Globaler Klimastreik: So wird Fridays For Future im Internet und offline aktiv

Unter dem Hashtag #Netzstreikfürsklima findet die Online-Demo am 24. April 2020 statt. „Wir werden zusammen mit zahlreichen Prominenten, Musiker*innen und Aktivistis aus aller Welt online zusammenkommen, Aktionen aus ganz Deutschland besuchen und klarmachen: #fighteverycrisis“, so kündigte Fridays For Future die Protestaktion bereits im Voraus an.

Unter anderem gab es ab den frühen Morgenstunden einen 24-Stunden-Livestream auf Youtube, in dem Klimaaktivisten und -forscher aus aller Welt zu Wort kamen. Wie in den Vorwochen wollen die Schwedin Greta Thunberg und ihre Mitstreiter Fotos von sich und ihren Protestschildern in den sozialen Netzwerken posten, um die Regierungen in aller Welt zu mehr Klimaschutz zu bewegen.

Luisa Neubauer bleibt am Tag des globalen Klimastreiks dann aber doch nicht ganz daheim: Vormittags meldet sie sich mit einer Instagram-Story vor dem Gebäude des Berliner Bundestags: „Wisst ihr noch, als ich zu euch gesagt habe: „Schickt mir alle Schilder und wir machen was Geiles draus?“ ‘“. Dann schwenkt sie mit ihrer Handykamera auf ausgelegte Protestschilder vor dem Berliner Bundestag. „Es passiert einfach, es ist so abgefahren!“ freut sich die 24-jährige Aktivistin über die große Beteiligung an der Protestaktion. Auf Twitter findet sie erneut Worte der Superlative dafür - sie nennt es den „größten #FridaysForFuture Klima-Kunstprotest jemals.“.

„Es ist so abgefahren!“ Klimaaktivistin Luisa Neubauer freut sich über die Protestschilder vor dem Bundestagsgebäude. (Screenshot)

Globaler Online-Klimastreik: Auch Friday For Future in Hamburg zeigt Präsenz

Während Luisa Neubauer am Tag des Globalen Netzstreiks live aus Berlin berichtet, bleiben auch die jungen Menschen in ihrer Heimatstadt Hamburg nicht untätig. Auch hier wurde ein symbolischer Streik organisiert. „Wir haben vorab viele Protestschilder gesammelt, die morgens vor dem Hamburger Rathaus ausgelegt werden. So können wir in Zeiten der Coronakrise trotzdem Präsenz zeigen." erzählt Annika Rittman, die Aktivistin und Pressesprecherin bei Fridays For Future in Hamburg ist. Die 17-jährige Schülerin findet, dass in puncto Klimaschutz in Hamburg noch viel Luft nach oben sei. In einem Interview mit 24hamburg.de verrät sie, was sie sich für die Hansestadt wünscht und wie sie sich mit Luisa Neubauer versteht.

Annika Rittmann (17) bei einer Demo von Fridays For Future in Hamburg. (Screenshot)
24hamburg.de: „Hallo Annika! Du bist in Hamburg aufgewachsen, was schätzt du an der Stadt am meisten? Warum liegt dir Klimaschutz in Hamburg besonders am Herzen?“
Annika Rittmann: Ich mag vor allem die Menschen hier und ihre verschrobene Art. Und natürlich auch die Nähe zum Wasser, ich liebe Elbe und Alster. Deswegen ist mir Klimaschutz in Hamburg auch besonders wichtig. Hamburg wird eine der ersten Städte sein, die von Hochwasser betroffen sein wird. Das will ich natürlich unbedingt verhindern, Hamburg muss erhalten bleiben.
24hamburg.de: „Was denkst du über die Klimapolitik in Hamburg? Was würdest du dir von der rot-grünen Koalition in Sachen Klimapolitik wünschen?“
Annika Rittmann: Der Hamburger Klimaplan reicht bei weitem nicht aus, die 1,5 Grad Grenze kann damit gar nicht erreicht werden. Unser Bürgermeister Peter Tschentscher redet zwar immer von vielen Maßnahmen, diese werden aber einfach nicht eingehalten. Ich hoffe sehr, dass bald konkrete Maßnahmen auch umgesetzt werden und wünsche mir eine autofreie Innenstadt oder klimaneutrale Schiffe im Hafen. Hamburg könnte so ein wichtiger Hebel im Kampf gegen die Klimakrise sein.
24hamburg.de: Was kann Klimastreik im Netz, was Straßendemos nicht können?
Annika Rittmann: Naja, hauptsächlich können wir viel mehr Menschen bewegen und erreichen. Sicherlich machen heute auch Menschen mit, die sonst keine Zeit gehabt hätten, um auf die Straße zu gehen. Außerdem vernetzen sich Menschen weltweit: es gibt zum Beispiel einen Stream mit Aktivisten aus Uganda und New York. Gegen Mittag wird es weiteren einen großen Livestream geben, dabei sind unter anderem die Musiker Clueso und Bosse.
24hamburg.de: Du kennst die Hamburger Klimaaktivistin Luisa Neubauer persönlich. Wie nimmst du sie wahr? Würdest du sie als dein Vorbild beschreiben?
Annika Rittmann: Luisa und ich treffen uns sehr oft hier in Hamburg und ich arbeite wirklich gerne mit ihr zusammen. Sie ist eine der Aktivistinnen, die von Anfang an mit dabei war und ich schätze ihren Einsatz ungemein. Ich arbeite mit ihr aber nicht anders zusammen, als ich es mit anderen Fridays for Future Mitgliedern mache.
24hamburg.de: Was erhoffst du dir persönlich von dem globalen Klimastreik im Netz? Was sind deine Erwartungen an den Tag?
Annika Rittmann: Es ist unheimlich wichtig, dass das Thema Klimaschutz nicht untergeht. Über das Klima wird zurzeit weniger geredet. Wenn gesagt wird, dass wir nach der Coronakrise zurück zur Normalität finden müssen, dann bedeutet diese Normalität leider gleichzeitig auch Klimawandel. Die Klimakrise muss mitgedacht werden, Investitionen sollen ökologische Absichten verfolgen.

Der globale Klimastreik ist nicht die einzige Demo, die am 24. April 2020 im Netz stattfindet: Auch Tierschutzaktivisten erheben an diesem Tag ihre Stimme über eine Online-Protestaktion.

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dpa/lml

Rubriklistenbild: © Instagram/luisaneubauer

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