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Flughafen Hamburg: Koffer-Chaos immer schlimmer – Senat bittet Bund um Hilfe

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Von: Kevin Goonewardena

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Das Chaos am Hamburger Flughafen nimmt kein Ende. Nun bittet der Senat den Bund um Hilfe. Der FDP ist das zu wenig.

Hamburg – Erst in der vergangenen Woche meldete der Hamburger Flughafen erstmals wieder so viele Fluggäste wie vor der Coronapandemie. Denn mehr als 1,1 Million Reisende wählten im Mai 2022 den Flughafen als Abflugs- oder Zielflughafen – „ein Verkehrsniveau, das über den Erwartungen lag“, wie es auf der Website des Flughafens heißt. Die Verantwortlichen hatten erst vor Wochen 45.000 Fluggäste pro Tag kalkuliert – allerdings in Spitzentagen. Nun wurden die Erwartungen der Betreibergesellschaft übertroffen. Ist die fehlerhafte Einschätzung vielleicht mit ein Grund für das anhaltende Koffer-Chaos?

Name:Flughafen Hamburg (Hamburg Airport Helmut Schmidt)
Adresse:Flughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg
Fluggäste vor der Corona-Pandemie:rund 17,3 Millionen (2019)
Fluggäste während Corona-Pandemie:rund 5,3 Millionen (2021)
Fluggäste in diesem Jahr:rund 3,5 Millionen (bis Mai 2022)

Flughafen Hamburg: Koffer-Chaos und lange Wartezeiten

Seit Wochen wird die Geduld der Reisenden am Hamburger Flughafen regelmäßig auf die Probe gestellt. Sorgten im März noch Tarifauseinandersetzungen zwischen dem Sicherheitspersonal am Flughafen und der Arbeitgeberseite für Flugausfälle, rückten anschließend die langen Wartezeiten vor den Sicherheitsschleusen und nicht bearbeitete Koffer in den Vordergrund. In den sozialen Medien kursieren verschiedene Aufnahmen von herumstehenden und unbeaufsichtigten Gepäckstücken, für die sich offenbar niemand zuständig fühlt.

Für große mediale Aufmerksamkeit sorgte kürzlich der Fall eines Orchesters der berühmten Mailänder Oper Scala. Die mehr als 100 Musiker strandeten nach einem Konzert in der Elbphilharmonie in Hamburg und wurden sich im Anschluss am Flughafen selbst überlassen. Alle Mitarbeitenden hatten den Flughafen um diese Zeit bereits verlassen.

Auch 24hamburg.de liegen Berichte von Reisenden vor, in denen von hunderten herumstehenden Koffern und Wartezeiten bis zu zwei Stunden an der Gepäckausgabe, die Rede ist. Nun ruft der Hamburger Senat aufgrund des Flughafen-Chaos sogar die Bundespolitik zu Hilfe.

Chaos am Flughafen Hamburg: Senat bittet Bund um Hilfe

Der parteilose Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann hat sich am 2. Juni 2022 mit Vertretern des Flughafens und der Bundespolizei getroffen. Diese ist für die Sicherheitskontrollen zuständig, am Hamburger Flughafen hat die Bundespolizei dafür einen externen Dienstleister engagiert.

Koffer stauen sich am Hamburger Flughafen
Koffer stauen sich an der Gepäckausgabe am Hamburger Flughafen. Das Problem ist nicht neu – und keineswegs ein Hamburger. Auch an anderen deutschen Flughäfen gibt es zurzeit ähnliche Probleme. © dpa

Der zuständige Regionaleiter Nord der Firma FraSec, einer Tochtergesellschaft des Frankfurter Flughafens, musste kürzlich Personalengpässe einräumen. Westhagemann habe nun, so berichtet es die Tageszeitung Die Welt, am 10. Juni Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) um Maßnahmen gebeten, die zu einer kurzfristigen Verbesserung der Situation am Hamburger Flughafen führen sollen. Westhagemann wolle in dieser Angelegenheit auch mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) in Kontakt treten, schreibt die Zeitung weiter. Der FDP in der Hamburgischen Bürgerschaft geht das nicht weit genug.

Chaos am Hamburger Flughafen: FDP fordert Senat zum Handeln auf

FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein macht der Hamburger Landesregierung schwere Vorwürfe und forderte den Hamburger Senat zum Handeln auf. Der Norddeutsche Rundfunk zitiert die Abgeordnete mit den Worten: „Rot-Grün ignoriert die katastrophalen Wartezeiten am Hamburger Flughafen, indem man sich hinter Bundeszuständigkeiten versteckt.“

Der Flughafen sei nicht nur Aushängeschild der Stadt, sondern diese Stadt selbst auch an dem Flughafen beteiligt, heißt es weiter. Wie genau die Forderungen von Michael Westhagemann an den Bund aussehen, ist bisher nicht bekannt, selbiges gilt für die Forderungen der FDP an den Hamburger Senat.

Flughafen Hamburg: Das können Reisende tun – diese Alternativen gibt es in Norddeutschland

Mit dem Start der Sommerferien Anfang Juli in Hamburg und Schleswig-Holstein wird eine erneute Zunahme des Passagieraufkommens erwartet. Tipps, was Reisende gegen das Koffer-Chaos am Hamburger Flughafen tun können, hat der Flughafen zwar selbst mitgeteilt. Doch naturgemäß ist der Einfluss der Passagiere auf die Abläufe gering.

Erschwerend dazu kommt die Streichung von mehr als 1000 deutschlandweiten und innereuropäischen Flügen durch die Lufthansa-Gruppe, von der auch Hamburg betroffen sein wird. Am Flughafen Hamburg ist die Billig-Tochter Eurowings der Lufthansa die größte stationierte Airline.

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Lesen Sie auch: So kommen Reisende bei Flugausfall zu ihrem Ziel – oder an Geld

Als Alternative zum Hamburger Flughafen sollten Reisende bei ihrer Urlaubsplanung auch über die Flughäfen Lübeck und Rostock-Laage nachdenken. Lübeck und Rostock locken nicht nur mit attraktiven Zielen, auch deutlich geringere Parkgebühren fallen an den beiden norddeutschen Flughäfen an. Mit Wartezeiten und Kofferchaos ist in Lübeck und Rostock auch zu Hochzeiten nicht zu rechnen.

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