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Flughafen Hamburg: Brunnen als Pool, Bären als Fluggäste – sechs kuriose Fakten

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Von: Kevin Goonewardena

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In 111 Jahren Geschichte haben sich so einige Kuriositäten am Flughafen Hamburg angesammelt. Sechs Geschichten, die du sicher noch nicht kanntest.

Hamburg – Der Hamburger Flughafen ist die Drehscheibe für den Flugverkehr in Norddeutschland. Aktuell macht der seit 2016 auch als Airport Helmut Schmidt geführte Flughafen vor allem durch Koffer-Chaos und lange Sicherheitschecks Negativ-Schlagzeilen. In der Hoffnung, das Koffer-Chaos in den Griff zu kriegen, bat der Senat sogar den Bund um Hilfe. Doch in der insgesamt 111 Jahre langen Geschichte des Airports, hat der Flughafen auch viele absurde, kuriose oder einfach nur überraschende Geschichten geschrieben.

Wir stellen sechs Fakten über den Hamburger Flughafen vor, die du sicher noch nicht gewusst hast.

Name:Flughafen Hamburg (Hamburg Airport Helmut Schmidt)
Adresse:Flughafenstraße 1-3, 22335 Hamburg
Anzahl Passagiere vor Corona:17,3 Millionen (2019)
Anzahl Passagiere während Corona:5,3 Millionen (2021)

Hamburger Flughafen: Der Älteste in Deutschland, Europa und der Welt

London Heathrow, Paris Charles De Gaulle, New York JFK – klangvolle Namen, welche die meisten internationalen Reisenden schon mal gehört, wenn nicht so gar angeflogen haben dürften. Was wohl überraschend kommt: Die Flughäfen der Weltmetropolen sind keinesfalls so traditionsreich wie der Hamburger Airport. Seit 111 Jahren starten und landen Maschinen aus aller Welt in Fuhlsbüttel. Dagegen ist der größte französische Airport Paris Charles de Gaulle (Nummer 2 in Europa), das, was man heute einen Boomer bezeichnet: Er ist erst 1974 eröffnet worden.

Bärin „Nancy“ und ihr Trainer Dieter Kraml am Hamburger Flughafen
Hier schiebt der Bär: „Nancy“ und ihr Bärentrainer Dieter Kraml am Hamburger Flughafen 1975 ©  Flughafen Hamburg

Seit der Eröffnung 1911 ist der Flughafen Hamburg an ein und demselben Ort beheimatet. Diese Dauer ist einzigartig – in Deutschland, Europa und der Welt. Apropos 1911: In Deutschland leben noch fünf Menschen, die die ersten Schritte des Flughafens noch miterleben hätten können. Denn sie alle sind vor dem 10. Januar 1911 geboren, dem Datum der Gründung der früheren Betreibergesellschaft Hamburger Luftschiff-Hallen GmbH (HLG). Sie alle sind Frauen – die älteste ist Josefine Ollmann, geboren 1908 und mit 113 Jahren die aktuell älteste lebende Person in Deutschland.

Flughafen Hamburg: Crews feiern Poolpartys in den 1950ern – im Springbrunnen

In den 1950er Jahren hatte der Hamburger Flughafen direkt hinter dem Empfangsgebäude und unmittelbar neben den Landebahnen seinen eigenen Pool – zumindest wurde das Becken eines Brunnens von vor allem skandinavischen Stewardessen und Stewards dazu zweckentfremdet.

Das behaupten nicht nur Geheimtipp Hamburg und die Süddeutsche Zeitung, Fotos aus dem Flughafen-Archiv belegen den ungewöhnlichen Abkühlungsort. Mit dem Sprung ins kühle Nass war 1960 Schluss – Umbauarbeiten sorgten für ein jähes Ende des Brunnens.

Flughafen Hamburg: Bio-Honig seit 1999

Der FC St. Pauli hat seinen Ewald-Bienen-Honig in Anspielung auf „Zettel-Ewald“, Ewald Lienen, der fast zehn Jahre unter anderem als Trainer und Technischer Direktor beim Kiezklub wirkte, benannt. Doch nicht nur Honig vom Millerntor, auch Honig vom Flughafen gibt es in Hamburg – und das bereits seit mehr als 20 Jahren. Seit 1999 sind die mittlerweile 200.000 „Bio-Detektive“ auf dem Gelände des Airports und drumherum unterwegs. Etwa 12.000 Gläser Honig sind dabei in den vergangenen zwei Jahrzehnten zusammenzukommen.

Eine Biene, so heißt es auf der Flughafenseite, sammelt dabei im Laufe ihres Lebens Pollen und Blüten für ein bis zwei Teelöffel des Goldsaftes. Das Bienenprojekt des Airports ist mittlerweile sogar von der UN ausgezeichnet worden. Wer jetzt Appetit bekommen hat, muss enttäuscht werden: Wegen der geringen Menge Honig, die am Hamburger Airport produziert wird, wird dieser nicht verkauft – sondern ausschließlich zu besonderen Anlässen durch den Flughafen verschenkt.

Flughafen Hamburg: Bär „Nancy“ schiebt Mann übers Rollfeld

Da trauten die Anwesenden ihren Augen nicht: Ein Bär schob 1975 einen Mann übers Rollfeld – schon umgedreht wäre das eine Kuriosität gewesen. „Nancy“ und Bärentrainer Dieter Kraml waren eigentlich auf dem Weg nach Japan, fanden aber noch Zeit für diese kleine Showeinlage.

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Kramls Tiere hatten unter anderem Leinwandauftritte in „Der Bär“ (1988) des Oscar-prämierten französischen Regisseurs Jean-Jacques Annaud (Der Name der Rose, Sieben Jahre in Tibet, Enemy at the Gates).

Flughafen Hamburg: Eule verfliegt sich – und kehrt mit dem Flugzeug heim

Tierische Fluggäste – über vierbeinige menschliche Begleiter hinaus – gibt es immer wieder. Etwa eine 66 Zentimeter große Schneeeule aus Finnland, die aus ungeklärten Gründen und herren- beziehungsweise damenlos in der Hansestadt auftauchte. Mit Finnair Flug 854 ging das geschützte Tier zurück in die skandinavische Heimat.

Flughafen Hamburg: Schafe als Rasenmäher und andere tierische Helfer

Früher haben rund 500 Schafe am Hamburger Airport dafür gesorgt, dass das Gras um die Start- und Landebahnen stets kurz gestutzt blieb. Heute übernehmen den Job Maschinen, doch nicht alle Flächen sind mit den technischen Geräten gut zu erreichen. Seit 2015 sorgt deswegen eine Herde von 90 Schafen dafür, dass das Gras auch auf schwer zugänglichen Flächen nicht wuchert. Wie unter anderem Focus und die Bild-Zeitung berichten, sind die Schafe eigentlich auf einem Deich nahe Itzehoe zu Hause.

Angst vor den Blechvögeln haben die Schafe nicht: „Die interessiert nur das frische Gras“, versichert Schäfer Tobias Belch, zum Start des tierischen Engagements. Den Schnitt der Areale am Airport, die mit dem Rasenmäher bearbeitet werden, bekommen übrigens die Tiere im Tierpark Hagenbeck.

Apropos Tiere: Nicht nur Bienen und Schafe helfen am Flughafen aus, auch Falkner Herbert Bogner stellt seine Tiere regelmäßig in den Dienst des Airports. Etwa Egbert, einen amerikanischer Wüstenbussard und die Geheimwaffe gegen gefiederte Artgenossen. Denn Egbert und seine Kollegen vertreiben mit ihren Lauten die heimischen Vögel auf natürliche Art – und retten sie vor dem Tod durch Flugturbinen. Mittlerweile kommen Falkner auf mehreren deutschen Flughäfen zum Einsatz. Pionier der Methode hierzulande: der Hamburger Flughafen.

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