1. 24hamburg
  2. Hamburg

Senat will Flüchtlingsunterkunft Bergedorf dichtmachen

Erstellt:

Von: Bona Hyun

Kommentare

Nach mehrfacher Kritik: Die marode Flüchtlingsunterkunft in Bergedorf soll endgültig dichtgemacht werden. Laut Senat bereits im April 2023.

Bergedorf – Marode Zustände und Wohnen auf engstem Raum – die Flüchtlingsunterkunft am Curslacker Neuen Deich II stand häufig in der Kritik. „Das sind untragbare Zustände, unter denen die Menschen am Curslacker Neuen Deich II leben müssen – manche Familien schon vielen seit Jahren“, sagte die flüchtlingspolitische Sprecherin Carola Ensslen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). In Hamburg gibt es zwar kaum Platz für Geflüchtete, doch Aktivisten forderten die Schließung der Unterkunft. Das könnte laut Senat bereits im April 2023 geschehen.

Flüchtlingsunterkunft in Bergedorf:Flüchtlingsunterkunft Curslacker Neuer Deich II
Anschrift:Curslacker Neuer Deich 80 21029 Hamburg-Curslack
Telefon:040 7 23 20 96

Marode und untragbare Zustände: Senat will Flüchtlingsunterkunft Bergedorf schließen

Die Flüchtlingsunterkunft war einer der Versuche, mehr Unterkünfte für Ukraine-Flüchtlinge in Hamburg zu schaffen. Doch die Unterkunft scheint genauso umstritten zu sein wie die Unterbringung der Flüchtlinge in Turnhallen. Besonders die Linksfraktion kritisierte die Zustände der Unterkunft. Laut Informationen der dpa soll der Senat am 31. Juli 2022 mitgeteilt haben, die Unterkunft zum April kommenden Jahres zu schließen.

Flüchtlingsunterkunft mit Wohncontainern in Hamburg Eimsbüttel
Die marode Flüchtlingsunterkunft am Curslacker Neuer Deich ll im Bezirk Bergedorf wird laut Senat April 2023 geschlossen. (Symbolbild) © Bodo Marks/ dpa

Flüchtlingsunterkunft Curslacker Neuer Deich II: Senat will mehr Maßnahmen für Kinderschutz ergreifen

Vor fünf Wochen kam bei der Curslacker Flüchtlingsunterkunft ein Kind ums Leben, weil es unter einen Kastenwagen krabbelte. Das 18 Monate alte Kleinkind sei unbemerkt unter den Transporter gelangt und verstarb noch am Einsatzort. Der Vorfall in der Unterkunft sorgte für viele Schlagzeilen in den Medien.

„Immerhin ergreift der Senat jetzt einige Maßnahmen zum Kinderschutz“, sagte die Linken-Abgeordnete in der Bezirksversammlung Bergedorf, Maria Westberg, der dpa. Es sollen laut Angaben Zäune zum Schutz der spielenden Kinder errichtet werden. Die Zäune sollen die Kinder von der Zufahrt der Unterkunft fernhalten. Westberg finde es unmöglich, dass diese Maßnahmen erst nach dem Tod eines Kindes ergriffen werden. Das sei unverantwortlich und reiche nicht aus. Zudem seien weitere Sanierungsarbeiten bis zur Schließung der „unseligen Unterkunft“ nötig.

Bergedorfer Flüchtlingsunterkunft: Trotz Mangel an Wohnräumen plant Senat Schließung

Bis zur Schließung wären es noch neun Monate hin. Eigentlich viel zu lang, findet Westberg. Eine Anfrage von Carola Ensslen an den rot-grünen Senat habe ergeben, dass in 19 Fällen drei Personen auf nur knapp zwölf Quadratmetern hausen müssen – in zwei Fällen leben auf so einem engen Raum sogar vier Leute zusammen. In 19 Fällen seien zwei Erwachsene mit einem Kind unter zwölf Jahren oder eine erwachsene Person mit zwei unter Zwölfjährigen auf wenigen Quadratmetern der Container-Unterkunft untergebracht. Der dpa liegt die Anzahl der dort lebenden Menschen vor, die am Stichtag Ende vergangenen Monats generiert wurde.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

In der Flüchtlingsunterkunft Curslacker Neuer Deich ll wohnen derzeit 212 Menschen

Laut Senat würde es sich bei den dort lebenden 212 Menschen um 96 Männer, 48 Frauen und 68 Kinder aus mehr als zwei Dutzend Ländern handeln. 85 Männer und 11 Frauen waren demnach alleinstehend. Die übrigen 116 Menschen lebten den Angaben zufolge in insgesamt 39 unterschiedlich großen Familienverbänden, darunter 29 Alleinerziehende. 102 der Geflüchteten würden sich seit mehr als zwei Jahren in der als vorübergehenden Notunterkunft geplanten Anlage befinden. 14 von ihnen wohnten sogar schon seit mehr als sechs Jahren in der Unterkunft, wie die dpa berichtet. Großes Aufsehen bezüglich der Unterbringungen von Flüchtlingen gab es neulich, weil ein Vermieter Wucherkosten von 6,2 Millionen Euro als Miete von Flüchtlingen verlangte.

Auch interessant

Kommentare