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Weil sonst kein Platz ist: Flüchtlinge ziehen in Hamburg wieder in Messehallen

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Von: Kevin Goonewardena

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400 Plätze für Flüchtlinge in den Hamburger Messehallen wurden errichtet. Nachfolgeunterkünfte gibt es kaum. Wie sich die Stadt auf den Winter vorbereitet.

Hamburg – Hundert aus Sichtschutzwänden bestehende Parzellen beherbergt eine Halle der Hamburg Messehallen nun seit Sonntag, 9. Oktober 2022 wieder. Eine jede ausgestattet mit dem allernötigsten: Zwei Doppelstockbetten, Spinde, einen Tisch und einen Stuhl werden die zukünftigen Bewohner hier vorfinden. Privatsphäre allerdings werden die Flüchtling, von denen die meisten aus der Ukraine kommen, vergeblich suchen.

Bis zu 400 Schutzsuchende finden künftig in der Notunterkunft Platz – angedacht ist Unterkunft als Zwischenlösung. Doch über die mutmaßliche Dauer des vorübergehenden Aufenthalts kann niemand Angaben machen. Das große Problem: Der Stadt Hamburg fehlt es an Folgeunterkünften.

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Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:etwa 1,9 Millionen
Stadtoberhaupt:Peter Tschentscher (Erster Bürgermeister / SPD)

Hamburg: Platz reicht für Schutzsuchende nicht aus – etwa 150 Flüchtlinge täglich

Zwar ist der Hamburger Senat nicht untätig und schafft fortwährend neue Unterkünfte, aber es kämen „auch ständig neue Schutz­suchende, deswegen ist der Bedarf anhaltend hoch“, beschreibt Martin Helfrich, Sprecher der Sozialbehörde, den Kreislauf gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Etwa 150 Menschen in Not kämen noch täglich in Hamburg an, berichtet das Abendblatt weiter. Auch wenn die Kapazitäten stetig erweitert werden, reichen sie nicht aus.

Erstaufnahmeunterkunft für Flüchtlinge in der Messehalle Hamburg
Zwei Aufstockbetten, Spind, Tisch und Stuhl: In den Messehallen Hamburg ist nun wieder eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge errichtet worden. Bis zu 400 Schutzsuchende sollen hier Platz finden können. © Christian Charasius / dpa

Da die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze in den Folgeunterkünften überschaubar ist, ziehen wenig Flüchtlinge aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in eine neue Unterkunft. Die wenig frei werdenden Plätze reichen für die ankommende Zahl an Flüchtlingen nicht aus. Deswegen muss der Senat nun zu Mitteln greifen, wie zu Beginn der Flüchtlingswelle vor sieben Jahren.

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Flüchtlingsunterbringung in Hamburg: „Sind nah am Limit“

Präzisiert werden die Eindrücke durch Zahlen von Daniel Schäfer, Sprecher der Innenbehörde von Senator Andy Grote. Schäfer sagte gegenüber dem Hamburger Abendblatt, dass von 100 Flüchtlingen, die täglich aus der Ukraine kommend in Hamburg Schutz suchen würden, „müssen im Durchschnitt 60 öffentlich untergebracht werden. Ein anderer Teil kommt auch privat unter“, so Schäfer. 45.000 Flüchtlinge würden derzeit in öffentlicher Unterbringung in Hamburg leben, 20.000 Flüchtlinge seien es aus der Ukraine. „Wir sind nah am Limit und müssen daher laufend neue Unterkünfte schaffen“, sagt Schäfer.

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Unterbringung von Flüchtlingen: Messe, Turn- und Sporthallen aktiviert – auch Zelte und Container errichtet

Diese werden nun immer wieder auch in Hallen errichtet, etwa in mehreren Sport- und Turnhallen von Berufsschulen, die derzeit in Hamburg zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert sind. Jetzt auch wieder in den Messehallen, wo bereits nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs Flüchtlinge untergekommen sind. Die Halle steht nach dem Bericht des Hamburger Abendblatt bis Anfang kommenden Jahres zur Verfügung. Wie es dann weiter geht, ist ungewiss. Der Senat versucht dem Umstand, dass die aktuellen Kapazitäten fast vollständig ausgeschöpft sind, vielfältig zu begegnen.

Erst vor wenigen Wochen wurden auf dem Gelände des ehemaligen FREGO-Großhandels in Harburg Großraumzelte aufgestellt. Dort ist die Kapazität jetzt auf rund 1000 Plätze angewachsen. Auch die Errichtung von Container-Unterkünften ist wieder geplant. Mindestens 271 Millionen Euro Mehrkosten sind für die Unterbringung von Flüchtlingen. Die auch die Anmietung von Hotels und Immobilien durch den Senat beinhaltet – bis zum Jahr 2025 eingeplant.

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