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Flucht aus Santa Fu: Wer ist der Ausbrecherkönig Karl Laubinger?

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Von: Elias Bartl

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Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei nimmt am 26.02.2017 in Hamburg einen flüchtigen Häftling fest.
Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei nimmt am 26.02.2017 in Hamburg den flüchtigen Karl L. fest. (Archivbild) © dpa

Bereits zum dritten Mal gelang Karl Laubinger die Flucht aus der Sicherungsverwahrung im Gefängnis Santa Fu in Hamburg. Doch wer ist der Mann?

Hamburg – Karl Laubinger wurde 1969 als Sohn einer in Hamburg stadtbekannten Großfamilie geboren. Sein Bruder Walter galt in den 1980er-Jahren unter dem verstorbenen HSV-Trainer Ernst Happel als großes Talent. Nach eigener Aussage von Laubinger ist er „auf der Straße“ groß geworden und kam schon in jungen Jahren das erste Mal mit Drogen in Kontakt. Schnell wurde der junge Laubinger abhängig nach Kokain und Heroin. Um sich seine Sucht zu finanzieren, geriet er auf die schiefe Bahn und wurde kriminell. Trotz seiner Verbrecherkarriere, heirate Laubinger und zeugte noch vor der Scheidung von seiner Frau drei Kinder. Die Ehe zerbrach an seinen Straftaten.

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Flucht aus Santa Fu: Karl Laubingers Verbrecherkarriere reicht von Raubüberfällen bis hin zu Geiselnahme

Zum ersten Mal kommt Laubinger im Oktober 1980 in Haft. Schon damals stehen schwere Verbrechen, wie bewaffnete Raubüberfälle, Bedrohungen, Diebstähle und Geiselnahme in seiner Strafakte. Auch nach seiner Freilassung zeigt der Verbrecher keine Reue für seine Taten.

Im Jahre 2005 tickt Laubinger nach einem Familienstreit aus, so stellte sich der damals Mitte 30-Jährige vor einen Kindergarten in St. Georg, hielt sich eine Pistole an den Kopf und drohte sich zu erschießen. Erst nach 6 bangen Stunden konnte er von Elitepolizisten des SEK überwältigt werden. Er kam in psychische Betreuung.

Die Nächste Verurteilung für Karl Laubinger kam 2008. Er wurde unter anderem wegen Raubes und räuberischer Erpressung in mehreren Fällen zu einer fünfeinhalbjährigen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung in Santa Fu verurteilt. Laubinger hatte einen Antiquitätenhändler in Wandsbek ausgeraubt und sein Opfer anschließend gezwungen, ihn zum Zahnarzt zu fahren.

Intensivtäter Karl Laubinger aus Hamburg: Flucht beim Arzttermin

In einem Prozess zur wieder Eingliederung wurden Laubinger nach und nach immer mehr Freiheiten gewährt. Ziel war es, den Intensivtäter nach seiner Haftstrafe wieder in die Gesellschaft und das Leben außerhalb des Gefängnisses Santa Fu zu integrieren. Doch diese Lockerungen nutzte Laubinger schamlos aus. Während eines Arzttermins türmte er und flüchtete durch das Toilettenfenster. Erst nach drei Tagen konnte der Verbrecher in einem Hochhaus vom SEK festgenommen werden. Laubinger war bei Bekannten untergekommen.

Nachdem Laubinger wieder in Santa Fu in Hamburg untergebracht war, gewährte man ihm 2021 wieder begleitete Ausgänge. Nach mehr als 40 Freigängen, in denen der Kriminelle immer wieder zurückkam, türmte Karl Laubinger erneut. Nach vier Tagen der Flucht, wurde er in einer Pension in Barsbüttel bei Hamburg, in der er unter falschem Namen einkehrte, vom SEK überwältigt und festgenommen.

Trotz mehrerer Ausbrüche: Laubinger bekam auch 2022 wieder Freigang und flüchtete

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Trotz der Flucht von Laubinger 2017 und 2021 wurde dem Ausbrecherkönig von Hamburg, in Folge eines Gerichtsbeschlusses seit Oktober 2021 wieder ein begleiteter Freigang genehmigt. Zunächst waren für den Häftling von Oktober 2021 ungefesselte Ausführungen, wie es heißt, möglich, ab Januar 2022 dann Begleitausgänge. Bei einem dieser Begleitausgänge am 11. März 2022 nahm Laubinger die Beine in die Hand und lief dem begleitenden JVA-Beamten in der Nähe des Billstedtcenters einfach davon. Eine Rückkehr nach Santa Fu erfolgte nicht.

Kurz vor seiner Flucht durfte der Ausbrecherkönig sogar noch Geld abheben. Wie viel, weiß die zuständige Justizbehörde nicht. Auf die Frage, warum der begleitende Justizbeamte Laubinger nicht aufhielt, antwortete die Behörde, dass der Freigang in der Regel nur mit einer (Begleit-)Person erfolge, „da diese nicht die Aufgabe hat, einer Nichtrückkehr durch körperlichen Einsatz entgegenzuwirken“. Seitdem läuft die Fahndung nach dem Flüchtigen. Wo sich Laubinger nun aufhält, ist noch nicht bekannt. Ob der Mann gefährlich ist, konnten zunächst weder Polizei Hamburg noch Staatsanwaltschaft sagen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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