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Fischmarkt Hamburg: Schreien verboten – Aale-Dieter rechnet noch bis Frühjahr

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Von: Kevin Goonewardena

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Corona zwang den Hamburger Fischmarkt lange in die Knie, mittlerweile ist er wieder geöffnet – das Wichtigste aber fehlt weiterhin: Die lauten Rufe der Marktschreier.

Hamburg – Aale-Dieter gehört zum Fischmarkt, wie der Fischmarkt nach Hamburg. 317 Jahre gibt es den Markt, so ungefähr, so genau könne man das nicht sagen, erzählt Aale-Dieter am Telefon. Schließlich sei dieser früher anders bezeichnet worden und überhaupt wo fängt ein Markt an? Früher seien die Händler mit ihren Karren gekommen, so die Fischmarkt-Legende, heute sei das anders. Der Markt ist weit über die Stadtgrenzen bekannt, Touristenmagnet und beliebter Afterhour-HotSpot, manchmal Ort skurriler Forderungen – wie die, der Tierrechtsorganisation PETA, die besagt, der Markt solle vegan werden. Oft ist er überflutet, immer Hamburg. Doch wie geht es dem Markt und seinen Händlern in der Pandemie?

Bürgerlicher NameDieter Bruhn
Geburtsdatum und -ort21. Januar 1939 in Hamburg
Auf dem Fischmarkt seitJuni 1959
BesonderesWahl zu einem der 10. besten Verkäufer Deutschlands (manager magazin, 1989)

Fischmarkt: Händler ohne Maske, dafür nur Hälfte der Stände

„Der Fischmarkt ist zurück – das ist das Wichtigste“, sagt Aale-Dieter im Gespräch mit 24hamburg.de. Er hat sich Zeit genommen, wie immer für die Presse, erzählt er mir. Auch, weil er es möge sich zu unterhalten. Eben habe er mit einem Freund gegessen, am Elbspeicher, den kenne ich ja sicherlich. Der Elbspeicher befindet sich nur unweit des Hamburger Fischmarkts, seit Jahrzehnten Heimat von Aale-Dieter. 58 Stände seien nun wieder dabei, ungefähr die Hälfte, 110, 120 seien es sonst, das schwanke immer, sagt er. Die Händler müssten keine Masken tragen, die Besucher schon. Es gilt 3G wie auf einem Wochenmarkt. Dafür hätten andere und er eineinhalb Jahre gekämpft: Dass der Fischmarkt wie ein Wochenmarkt behandelt werde.

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Fischmarkt: Schreien verboten – Kundenbindung fehlt

Das Schreien der Markthändler wird man vorerst allerdings nicht hören. Das sei aber wichtig für die Kundenbindung, sagt Aale-Dieter. Diese würden genau wie die Händler noch nicht so zahlreich wieder erscheinen, wie früher. Dahin wolle man natürlich so schnell wie möglich kommen, wann es so weit sei, weiß natürlich niemand. Aale-Dieter rechnet damit, dass im Frühjahr nächsten Jahres alles wieder einigermaßen normal ist.

Es geht am Ende nur impfen, impfen. Das war mit den Pocken damals genauso.

Aale-Dieter

Der 82-jährige hat bereits die Dritte, die Booster-Impfung erhalten und nicht mal einen Piks gemerkt. Er könne nicht alle Entscheidungen nachvollziehen, kritisiert, dass oft mit zweierlei Maß gemessen würde und wünscht sich mehr Geradlinigkeit, die er, wie er sagt, hoffentlich selber verkörpere, von den Politikern. Wie sie einst der große Helmut Schmidt verkörperte. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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