1. 24hamburg
  2. Hamburg

Firmenpleiten nehmen wieder zu – Hamburg auf dem drittletzten Platz

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Die Zahl der Insolvenzen ist bundesweit erstmals seit 2009 wieder gestiegen. Hamburg landet auf dem drittletzten Platz. Vor allem Großinsolvenzen nehmen zu.

Hamburg – Die zahlreichen sich überlagernden Krisen haben Hamburg bei den Unternehmensinsolvenzen im Bundesvergleich auf den drittletzten Platz abrutschen lassen. Noch schlechter schnitten in diesem Jahr nur die beiden anderen Stadtstaaten Berlin und Bremen ab, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag mitteilte.

Demnach kamen in diesem Jahr in Hamburg auf 10.000 Unternehmen 62 Firmenpleiten, in Berlin waren es 86, in Bremen 82. Vor einem Jahr lag Hamburg den Angaben zufolge mit 57 Pleiten je 10.000 Unternehmen hinter Bremen, Berlin und Nordrhein-Westfalen noch gleichauf mit dem Saarland. Die wenigsten Insolvenzen verzeichnete in diesem Jahr der Freistaat Bayern mit 35 je 10.000 Firmen, im vergangenen Jahr war es Brandenburg mit 29 Pleiten.

Name.Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD, 2017)

Erster bundesweiter Anstieg von Firmeninsolvenzen seit 2009

Bundesweit stellte Creditreform erstmals seit der Weltfinanzkrise im Jahr 2009 wieder einen Anstieg bei den Firmenpleiten fest. „Die anhaltende Inflation, die steigenden Zinsen und Energiekosten sowie eine zunehmend verschärfte Wettbewerbssituation gehen bei vielen Unternehmen an die Substanz“, sagte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik Ludwig Hantzsch. Insgesamt habe es in diesem Jahr 14.700 Unternehmensinsolvenzen gegeben - 570 oder 4,0 Prozent mehr als 2021. Direkt davon betroffen waren in diesem Jahr geschätzt 175.000 Beschäftigte - 34 000 mehr als 2021.

Schild an der Filiale von Staples in Hamburg-Bergedorf
Mitverantwortlich für die Zahl der gestiegenen Großinsolvenzen: die US-Bürobedarfskette Staples schlitterte Anfang des Jahres in die Insolvenz. 900 Beschäftigte betroffen. © Christian Ohde / Imago

Firmenpleiten im Norden: Vor allem Großinsolvenzen haben zugenommen

Vor allem Großinsolvenzen haben den Angaben zufolge zugenommen – allen voran die neuerliche Insolvenz des europaweit größten Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof mit seinen rund 17.000 Beschäftigten. Aber auch zwei große Hamburger Unternehmen mussten Insolvenz anmelden, zum einen der Schuhhändler Görtz mit 1800 Beschäftigten, zum anderen der Büroartikelhändler OfficeCentre GmbH mit seiner deutschen Handelskette Staples und 900 Beschäftigten. Im Nordosten kamen die MV Werften mit 2300 Beschäftigten hinzu. (mit Material der DPA)

Auch interessant

Kommentare