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Filmjahr 2022: Dänen-Star dreht in Hamburg – weitere Perlen für Cineasten

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Von: Kevin Goonewardena

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Einst kletterte „007“ auf dem Dach des Hotel Atlantic herum, dann kam der Altonaer Fatih Akin. Doch Hamburg hat mehr zu bieten. Das Filmjahr 2022 im Überblick.

Hamburg – Die Filme des gebürtigen und dort immer noch wohnhaften Altonaer Jung Fatih Akin* sind weit über die Stadtgrenzen von Hamburg hinaus bekannt: „Gegen die Wand“, Gewinner des Hauptpreises der Berlinale 2004, „Soul Kitchen“ oder „Aus dem Nichts“, Golden Globe Gewinner 2018, sind dabei nicht nur Cineasten ein Begriff. Sie gehören mittlerweile zur Allgemeinbildung eines durchschnittlichen Filmliebhabers. Doch die Hansestadt Hamburg hatte und hat noch mehr zu bieten, als die Filme des türkischstämmigen Akin, die durchweg dessen Heimatstadt Hamburg in Szene setzen.

In seinem Spielfilmdebüt „Kurz und Schmerzlos“ (1998) sind es Ottensen und Altona, in „Kebab Connection“ das Hamburger Schanzenviertel. Die „Soul Kitchen“-Halle steht heute noch in Wilhelmsburg und der Imbiss, in dem in „Aus dem Nichts“ ein Anschlag erzielt wurde, befindet sich in der Hein-Hoyer-Straße auf dem Kiez. Die Filmorte der Akin-Filme lassen sich übrigens unter anderem in der Ausstellung „Close-up“ die noch bis Mitte Juli 2022 im Altoaner Museum läuft, entdecken.

Auch für das Jahr 2022 steht ein Film des renommierten Regisseurs an, denn Akin verfilmt unter dem Titel „Rheingold“, den aufsehenerregenden Überfall auf einen Geldtransporter an dem unter anderem Giwar Hajabi alias Deutschrapper und heutige Unternehmer* Xatar beteiligt war. Bei dem Überfall 2009 erbeuteten die Täter rund 1,7 Millionen Euro. Sie wurden später identifiziert, Xatar landete im Knast. Nach seiner Freilassung gelang dem bis dahin eher unbekannten Bonner Gangsterrapper dann mit einem im Knast geschriebenen und mit dem Handy aufgenommenen Album der Durchbruch.*

Name:Filmfest Hamburg
Erste Austragung:1992
Filme:rund 130 je Ausgabe
Struktur:11 Sektionen, jährlich wechselnder Themenschwerpunkt

Mads Mikkelsen: Dänen-Star dreht 2022 in Hamburg

Szene aus dem Oscar-prämierten Film Der Rausch mit Mads Mikkelsen
Feierte nicht nur im Film Der Rausch, sondern später auch dessen Oscar-Triumph und vielleicht ja dieses Jahr die ein oder andere After-Drehtags-Party in Hamburg: Mads Mikkelsen. Dank der Fördermittel der Filmförderung Hamburger/Schleswig-Holstein dreht Mads Mikkelsen ein paar Tage bei uns im Norden. © Henrik Ohsten/Weltkino/dpa

Dänen-Star Mads Mikkelsen, zuletzt mit dem Oscar-Gewinner“ Der Rausch“ von Landsmann Thomas Vinterberg im Kino zu sehen, erlangte vor allem durch seine Rollen in teilweise skurrilen dänischen Produktionen („Dänische Delikatessen“, „Pusher“, „Adams Äpfel“, „Men & Chicken“) Berühmtheit, tauchte aber auch in Kassenmageneten wie „Rogue One: A Star Wars Story“* oder „James Bond.: Casino Royal“ auf, in dem er seine erste international aufsehenerregende Rolle spielte. Im Laufe des Jahres 2022 wird Mikkelsen an der Elbe für „The King‘s Land“ vor de Kamera stehen, ein dänischer Historienfilm von Regisseur Nikolaj Arcel. Arcel war selbst schon für den Golden Globe und Auslands-Oscar nominiert. Und auch die britisch-deutsch Produktion „The Tutor“ wird noch dieses Jahr unter anderem in Hamburg abgedreht werden.

Lars Jessen: Nordischer Erfolgsregisseur mit Bestsellerverfilmung in Hamburg

Großstadtrevier, Polizeiruf 110, Tatort – die Fernsehvita des Kieler Regisseur Lars Jessen, ausgezeichnet mit unter anderem Max Ophüls- und Grimme-Preis, liest sich wie das „Who is Who“ der deutschen Fernsehkrimis, aber auch im Kino konnte Jessen einige Erfolge feiern. Etwa mit „Dorfpunks“ und der Mockumentary um die fiktive Band Fraktus* (um die Hamburger Entertainer von Studio Braun, Musiker, Autoren, Film- und Theaterdarsteller, Regisseure, Clubbetreiber des Golden Pudel Clubs Nahe der St. Pauli Landungsbrücken und vieles mehr), Heinz Strunk „Fleisch ist mein Gemüse“, „Der Goldene Handschuh“ und andere , King Rocko Schamoni* und Jaques Palminger).

„Mittagsstunde“ heißt nun der neue Film von Jessen, er spielt in Nordfriesland und ist eine Verfilmung der Romanvorlage von Dörte Hansen, für den der Regisseur wieder mit t Charly Hübner zusammenarbeitete, der gerade nach elf Jahren ein letztes Mal im Polizeiruf Rostock über die Fernsehschirme flimmerte. Zum Cast von „Mittagsstunde“ gehören, so berichtet das Abendblatt, auch Hildegard Schmahl, Peter Franke und Gabriela Maria Schmeide.

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Filmfest Hamburg feiert 30-jähriges Jubiläum

Im Herbst jährt sich dann die erste Ausgabe des Hamburger Filmfest, das zwar nicht den Ruf von Venedig, Toronto, Berlin oder Cannes genießt, sich in den letzten 30 Jahren unter den Besuchern und Filmschaffenden dennoch etablieren konnte – und dabei stetig wuchs. Zu den vielen Welt- Europa- oder Deutschlandpremieren die jedes Jahr auf den Leinwänden der teilnehmenden Kinos Premiere feiern, gehört mittlerweile auch ein Kinderfilmfestival und selbstverständlich auch ein Filmpreis: Der hört seit 2013 auf den Namen MICHEL und ist nach der berühmtesten der Hamburger Hauptkirchen St. Michaelis benannt. Das Filmfest findet vom  29. September bis 8. Oktober 2022 statt.

Hamburg: Weitere Filmstarts im ersten Quartal 2022

„Niemand ist bei den Kälbern“, ein Drama über die Tristesse in der ostdeutschen Provinz, soll am 20. Januar in die Kinos kommen, nachdem der Film bereits bei dem letzten Hamburger Filmfest im Herbst gezeigt wurde. Ebenfalls noch in diesem Monat, so schreibt es das Abendblatt, kommt „Monobloc“ in die Kinos: Ein Dokumentarfilm über das Möbelstück, das sich am miesesten verkauft hat – nein, nicht das Billy-Regal IKEAS, sondern einen weißen Plastikstuhl. „Peterchens Mondfahrt“, das Kinderbuch in der Verfilmung von Ali Samadi Ahadis Kinderfilm, hat noch keinen Starttermin. Genauso wenig wie die „Over & Out“, die neue Komödie von Julia Becker.

Becker konnte für ihr neues Werk unter anderem Jessica Schwarz, Petra Schmidt-Schaller und Nora Tschirner gewinnen. Für März ist dann ein Film über die Hintergründe des Attentats auf den Pariser Club Bataclan im Jahr 2015 vorgesehen. „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ heißt er. Ein spannendes Kinojahr, dass gerade erst angefangen hat erwartet nicht nur die Hamburger Filmfans. *24hamburg.de, merkur.de, tz.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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