Feuer-Inferno und verdächtige Flüssigkeit

Erst Brand am Hamburger Hafen, dann erhält Amtsgericht Barmbek seltsamen Brief

  • Johanna Ristau
    vonJohanna Ristau
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Hamburgs Feuerwehrmänner werden am Montagmorgen durch zwei Mega-Einsätze auf Trab gehalten. Am frühen Morgen fängt ein Schwimmkran am Hamburger Hafen Feuer. Dann entdecken Mitarbeiter des Amtsgerichts in Barmbek einen Brief, aus dem eine verdächtige Flüssigkeit tropft.

  • Am Hamburger Hafen bricht am frühen Montagmorgen ein Feuer aus.
  • Wenig später finden Mitarbeiter des Amtsgerichts einen verdächtigen Brief.
  • Insgesamt rücken 65 Feuerwehrmänner zu den Einsätzen in Barmbek und Steinwerder aus.

Hamburg – Am Montag, 13. Juli 2020, kurz vor 8 Uhr erreicht die Hamburger Feuerwehr* ein Notruf aus dem Amtsgericht in Barmbek: Im Briefkasten habe ein Gerichtsmitarbeiter einen Umschlag vorgefunden, aus dem eine nicht identifizierbare, aber verdächtig wirkende Flüssigkeit tropft.

Name:Amtsgericht Barmbek
Adresse: Spohrstraße 6, 22083 Hamburg
Telefon: 040 428630
Postfach: Amtsgericht Hamburg-Barmbek; Postfach 760120; 22051
Öffnungszeiten: mo-di: 9-12 Uhr, do-fr: 9-12 Uhr

Hamburger Amtsgericht in Barmbek erhält Brief mit seltsamer Flüssigkeit

15 Feuerwehrmänner rücken zum Justizgebäude aus. Bilder des Einsatzes zeigen die Spezialeinheiten in Schutzanzügen und mit Messgeräten am Gebäude bei der Ermittlung der Flüssigkeit. Gegen 11:30 Uhr gibt die Feuerwehr Entwarnung: Alle Messungen, die die Feuerwehrleute durchgeführt haben, seien negativ. Eine Räumung des Amtsgerichts Barmbek bleibt aus.

Die Hamburger Polizei*, die derzeit auch nach einem brutalen Tankstellen-Räuber fahndet, konfisziert den Brief in einem Plastikbeutel zur weiteren Überprüfung der Flüssigkeit. Ein Beamter vor Ort gibt erste Spekulationen preis: „Es handelt sich vermutlich um Klebstoff oder eine Verschmutzung am Umschlag."

Rund 25 Einsatzkräfte der Feuerwehr ermitteln am Morgen des 13. Juli 2020, um was für eine Flüssigkeit es sich in dem mysteriösen Brief handelt, der beim Amtsgericht in Hamburg-Barmbek eingegangen ist.

Hamburg Steinwerder: Schwimmkran fängt Feuer – Taucherfirma fackelt ab

Und das ist nicht der erste Einsatz der Hamburger* Feuerwehr an diesem Montag. Bereits am frühen Morgen bricht in Steinwerder ein Feuer in einer Taucherfirma am Hamburger Hafen aus. Wie ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr mitteilt, fängt der Maschinenraum des 50 mal 15 Meter großen Schwimmkrans gegen 4.30 Uhr Feuer.

Ein Feuerwehrmann löscht den brennenden Schwimmkran am Hamburger Hafen.

Äußerlich sind zunächst keine Flammen zu sehen, die entstandenen Schäden weisen jedoch auf ein enormes Feuer unter Deck hin, heißt es von der Feuerwehr weiter. Der Kran wird geflutet, Verletzte gibt es nicht.

Hamburg: Feuerwehr erreicht Ziel, in acht Minuten am Einsatzort zu sein, nicht – CDU hakt beim Senat nach

Die Hamburger Feuerwehr hat sich ein hohes Ziel gesteckt: Binnen acht Minuten wollen die Einsatzkräfte bei einem kritischen Brand vor Ort sein. Offenbar gar nicht so einfach, denn in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 gelingt es der Hamburger Feuerwehr nicht. Nur in 60 Prozent der Fälle erreichen sie ihr Ziel.

Pikant: Vor nur einem Jahr liegt die Quote diesbezüglich noch bei 65 Prozent. Wie kann das sein? Das will die CDU jetzt vom Hamburger Senat* wissen. Und der hält prompt eine Erklärung parat: Er hält die aktuelle Statistik nur bedingt für aussagekräftig – Sündenbock Corona*! Während des Lockdowns habe es auf der Reeperbahn viel seltener gebrannt. Die Folge: Einsätze mit derart kurzen Anfahrtswegen in der Hamburger Innenstadt fielen flach. Die vielen Einsätze für die City-Wachen auf dem Kiez sollen die Quote in der Vergangenheit positiv beeinflusst haben. Das berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR).

Hamburg: CDU hält an Feuerwehr-Kritik fest

Von den angeführten Rechtfertigungen lässt die CDU sich allerdings nicht beeindrucken und fordert vom rot-grünen Senat, mehr zu unternehmen, damit die Feuerwehr schneller an ihre Einsatzorte kommt. Denn: Die Berufsfeuerwehren haben sich selbst vorgenommen bei mindestens neun von zehn Einsätzen innerhalb von acht Minuten gegen die Brände zu kämpfen. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa-Bildfunk

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