1. 24hamburg
  2. Hamburg

Fernwärme unter der Elbe: Das sind die Pläne für Wedel und Hamburg

Erstellt:

Von: Lisa Klein

Kommentare

Eine neue Leitung für Fernwärme unter der Elbe soll künftig in Hamburg eine klimafreundlichere Versorgung ermöglichen. Nun sind weitere Details bekannt. 

Hamburg – Noch bekommen die Bewohner des Hamburger Westens ihre Wärme aus dem Kohlekraftwerk in Wedel. Doch das Kraftwerk soll im Jahr 2025 vom Netz gehen und durch eine klimafreundliche Anlage südlich der Elbe* ersetzt werden. Künftig soll das heiße Wasser für den Westen aus einem Gaskraftwerk auf der Dradenau kommen, wodurch der Co2-Ausstoß massiv verringert werden kann.

Fluss:Elbe
Länge:1094 Kilometer
Quelle:Riesengebirge in Tschechien
Mund:Nordsee
Durch welche Länder fliest die Elbe?Tschechien und Deutschland
Durch welche großen deutschen Städte fliest die Elbe?Hamburg, Dresden, Magdeburg, Lutherstadt Wittenberg, Meißen

Wie das heiße Wasser über den Fluss kommt, wird jetzt deutlicher. Streng genommen kommt das heiße Wasser nämlich nicht über die Elbe, sondern unter der Elbe durch auf die andere Seite. Die Unterlagen und Pläne zum Bau der geplanten Fernwärmeleitung unter der Elbe sind seit Freitag, 22. Oktober 2021, in Hamburg* öffentlich ausgelegt und bis zum 4. November 2021 einsehbar. Bis dahin haben Hamburgerinnen und Hamburger auch die Möglichkeit, sich aktiv in die Planung mit einzubringen und Einwände zu äußern.

Fernwärme in Hamburg: Das sind die Plane für die neue Leitung unter der Elbe

Geplant ist eine 7,6 Kilometer lange Leitung von der Halbinsel Dradenau auf der südlichen Elbseite bis zum Weststrang der bestehenden Fernwärmetransportleitung in Hamburg-Bahrenfeld. Der Planfeststellungsbeschluss für die Fernwärmeleitung ist übergangsweise für alle Interessierten öffentlich im Internet einsehbar, teilte die Umweltbehörde mit.

Nach Voranmeldung könnten die Unterlagen auch in der Behörde selbst sowie in den Bezirksämtern Mitte und Altona eingesehen werden. Auch eine Rechtsbehelfsbelehrung zum Planfeststellungsbeschluss werde laut der Umweltbehörde veröffentlicht. Die Auslegung der Unterlagen endet am 4. November, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Die Gesamtkosten des Elb-Projekts sollen 170 Millionen Euro betragen. In Bremen investiert die SWB 140 Millionen in ein neues Blockkraftwerk*. Es soll ein Meilenstein für den Kohleausstieg* sein.

Fernwärmeleitung unter der Elbe: Klimafreundlichere Wärmeversorgung für den Hamburger Westen

Die Leitung ist ein Kernelement der neuen Wärmeversorgung für den Hamburger Westen nach der geplanten Abschaltung des Kohlekraftwerks in Wedel (Kreis Pinneberg). Durch eine unterirdische Röhre soll heißes Wasser von einer neuen Erzeugungsanlage auf der Dradenau zum bestehenden Leitungssystem an der Notkestraße in Bahrenfeld strömen. Durch eine zweite Röhre des Fernwärmesystem West (FWS) werde das abgekühlte Heizwasser zurücklaufen. Unter der Elbe soll eine begehbare Tunnelanlage entstehen.

Heizkraftwerk Wedel
Das Kohlekraftwerk Wedel an der Elbe bei Blankenese soll abgeschaltet werden. Hamburg schafft bereits eine Alternative für die Wärmeversorgung des Westens. © Christian Charisius/dpa/Archivbild

Ziel des Projekts ist es, den Hamburger Westen weiterhin mit Wärme zu versorgen, den CO2-Ausstoß aber erheblich zu vermindern. Zur Erzeugungsanlage Dradenau soll ein neues Gaskraftwerk gehören. Außerdem ist vorgesehen, industrielle Abwärme zu nutzen. In Hamburg sind noch weitere bauliche Veränderung rund um die Elbe geplant. Im Jahr 2030 soll die Köhlbrandbrücke abgerissen werden – stattdessen ist ein neuer Tunnel unter der Elbe geplant. Der 2,5 Kilometer lange Tunnel soll den Verkehr entlasten. *24hamburg.de und Kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare