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„Fass läuft über“: Apotheker-Streik wegen drohender Honorarkürzung

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Von: Steffen Maas

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Medikamente nur im Notfall gab es in Hamburg und Schleswig-Holstein am Mittwochnachmittag. Aufgrund drohender Honorarkürzungen gab es vielerorts Streiks in Apotheken.

Hamburg/Kiel – Aus Protest gegen befürchtete Honorarkürzungen haben viele Apotheken in Schleswig-Holstein und Hamburg am Mittwoch, 19. Oktober 2022, gestreikt. Sie blieben am Nachmittag geschlossen. Die Apothekerverbände zeigten sich mit der Resonanz zufrieden. „Es läuft sehr gut“, sagte der Geschäftsführer des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein und des Hamburger Apothekervereins, Georg Zwenke, der Deutschen Presse-Agentur (DPA) am Nachmittag. Die Motivation der angesichts hoher Kostenbelastungen frustrierten Apotheker sei sehr hoch.

Organisation:Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.
Gründung:12. Juli 1950 in Berlin
Mitglieder:Apothekerkammern und Apothekerverbände
Präsidentin:Gabriele Regina Overwiening

Apotheken-Streik: Kunden zeigen vielerorts Verständnis – Notdienst ist gewährleistet

Zugleich gebe es ein großes Verständnis bei vielen Kunden für die Aktion. Zahlreiche Apotheker suchten auch das Gespräch mit den Kunden, um diese über die Situation aufzuklären. „Wir gewährleisten selbstverständlich den Notdienst“, betonte Zwenke.

Apotheken streiken in Schleswig-Holstein und Hamburg
Ein Apotheken-Logo hängt an der Eingangsfassade einer Apotheke im Stadtteil St. Pauli. Die Apotheken streiken in Schleswig-Holstein und Hamburg gegen Honorarkürzungen. © Marcus Brandt/dpa

Gesetzespläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zum Ausgleich eines Milliardendefizits bei den Kassen im nächsten Jahr sehen unter anderem für zwei Jahre einen höheren Abschlag bei Honoraren für Apotheken vor. Von diesen gibt es in Schleswig-Holstein rund 600 und in Hamburg 385.

Für den Streik hatte unter anderem die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) geworben:

Die Apotheken leiden unter der aktuellen Krise genauso wie viele andere. In dieser Situation soll nun noch das Honorar gekürzt werden. Damit läuft das Fass über.

Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ABDA

Streik der Apotheker: Geplante Honorarkürzung gefährdet Arzneimittelversorgung

Auch Apotheken, die sich nicht an dem Streik beteiligten, wiesen die Kunden mit Flyern auf ihre Situation hin. Sie arbeiteten seit Ausbruch der Corona-Pandemie durchgehend am Limit, hieß es darauf. Zusätzlich würden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Tag zu Tag schwieriger. Durch die geplante Honorarkürzung sei die flächendeckende, wohnortnahe und hochwertige Arzneimittelversorgung massiv gefährdet.

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„Es läuft gut“, sagte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein, Hans-Günter Lund, der DPA zur Streikbeteiligung. Die Solidarität unter den Kollegen sei groß. Die Apothekerschaft will mit dem Streik ein klares Signal Richtung Bundesregierung und Bundestag senden und hofft, so einen Politikwechsel erwirken zu können. (Mit Material der DPA)

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