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Familien-Klimastreik in Hamburg: „Es kann jeder etwas bewegen“

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Von: Robin Dittrich

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In Hamburg findet der erste Familien-Klimastreik statt. 24hamburg.de hat mit „Parents for Future“-Pressesprecherin Dr. Maren Glüer gesprochen.

Hamburg – Der erste Familien-Klimastreik in Hamburg steht an. Am 10. Juni 2022 laufen Eltern und Großeltern mit Kindern und Enkeln durch die Stadt und fordern ein aktives Vorgehen der Politik gegen den Klimawandel. Mit dabei sind sogar die Kinder-Rockband „Radau!“ und ein Kinderlieder-Macher, die auf dem Rathausmarkt spielen sollen.

Organisiert wird die Veranstaltung von „Parents for Future“, die sich von „Fridays for Future“ inspirieren ließen und auch von ihnen unterstützt werden. Unter dem Motto: „Unsere Zukunft in euren Händen.“ 24hamburg.de hat exklusiv mit der Pressesprecherin von „Parents for Future“, Dr. Maren Glüer, gesprochen.

Veranstaltung:Erster Familien-Klimastreik
Veranstalter:Parents for Future
Ort:Start am Gänsemarkt, Ziel am Rathausmarkt in Hamburg
Ablauf:Start 16:00 Uhr, Ende 18:45 Uhr

Erster Familien-Klimastreik in Hamburg – Ausstieg aus der Kohlekraft gefordert

Der erste Familien-Klimastreik in Hamburg wird am 10. Juni um 16:00 Uhr am Gänsemarkt starten. Da viele Familien mit kleinen Kindern erwartet werden, wird nur eine kurze Strecke bis zum Rathausmarkt gelaufen. Das Ziel der Veranstaltung: „Wir alle wollen unseren Kindern die Welt bieten, in der sie sich eine gute Zukunft aufbauen können“ sagt die Mitkoordinatorin von „Parents for Future“, Heike Winkler. Geworben wird auch mit einem Spruch von Greta Thunberg, der zur Kinder-Erwachsenen-Veranstaltung passt: „You are never too small to make a difference.“

Am 10. Juni von 16:00 bis 18:45 Uhr ziehen viele Teilnehmer des ersten Familien-Klimastreiks vom Gänsemarkt bis zum Rathausplatz in Hamburg.
Am 10. Juni von 16:00 bis 18:45 Uhr ziehen viele Teilnehmer des ersten Familien-Klimastreiks vom Gänsemarkt bis zum Rathausplatz in Hamburg. (Archivbild) © Marcus Brandt/dpa/Parents for Future (Montage)

Im 24hamburg.de-Interview erzählt uns Dr. Maren Glüer mehr über die Beweggründe der Veranstaltung. Sie ist Pressesprecherin der „Parents for Future“-Bewegung und wird an dem Familien-Klimastreik teilnehmen. Für sie ist das Ziel des Streiks klar: „Wir brauchen einen sehr nahen Ausstieg aus der Kohlekraft.“ Insbesondere dürfe man nicht aufgrund des Ukraine-Krieges und der Abhängigkeit zu Russland dahin zurück: „Wir brauchen den Ausstieg aus den fossilen Energien und den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien.“ Insbesondere die Abstandsregelungen von Windrädern zu Wohnhäusern müssen endlich fallen, wie Glüer im Gespräch mit 24hamburg.de vor dem ersten Familien-KIlmastreik in Hamburg betont.

Parents for Future Klimastreik: „Nur noch wenig Zeit, um tatsächlich zu reagieren“

Klima nicht nur Aufgabe der Jugend: Die „Parents for Future“ Bewegung gibt es schon seit 2019. „Wir arbeiten schon länger mit Fridays for Future zusammen“, so Glüer. Jetzt ist der Zeitpunkt für sie gekommen, auch selbst zu handeln: „Wir haben gesagt, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und nicht nur Aufgabe der Jugendlichen. Wir wollen mehr Leute dazu bringen, sich einzusetzen.“ Bei dem Klimastreik in Hamburg am 10. Juni kann jeder kommen und ein Zeichen setzen – egal wie jung oder alt: „Es ist unser aller Anliegen, unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.“

Klimaziele einhalten: Laut einem Bericht des IPCC wird das im Pariser Abkommen festgelegte Ziel, die globale Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, unmöglich einzuhalten sein, wenn sich nichts ändert. Laut IPCC sollte sich darum bemüht werden, die 1,5 Grad-Grenze nicht zu überschreiten, da sonst irreversible Folgen drohen. „Wir brauchen eine Politik, die klimapolitisch einfach noch mal mehr anzieht und versucht, das Pariser Klimaabkommen auch wirklich einzuhalten“ sagt Dr. Glüer, „die Emissionen müssen ganz schnell runtergefahren werden. Man sieht, wie eng die Zeit ist, die wir noch haben, um tatsächlich zu reagieren.“

Familien-Klimastreik in Hamburg: Jeder kann etwas bewegen – es ist noch nicht zu spät

Forderung an die Politik: „Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen“ sagt Dr. Glüer entschlossen. Dabei gibt es nicht den einen richtigen Weg, sondern viele verschiedene Wege. Ausbau der erneuerbaren Energien und Ausstieg aus den fossilen Energien sind jedoch immens wichtig. „Es kann auch nicht sein, dass zum Beispiel Moore für den Straßenbau zerstört werden, da diese CO2-Speicher sind.“ Es sind große Ziele, die „Parents for Future“ anvisieren – doch jeder kann etwas tun: „Deshalb laufen wir unter dem Hashtag never too small.“

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Jeder kann etwas bewegen: Die größten Maßnahmen muss die Politik treffen, doch alle Teilnehmer des Familien-Klimastreiks können und wollen etwas für das Klima tun. „Es kann jeder etwas bewegen und das ist ganz wichtig zu sehen. Wir sind alle in der Lage, das Ruder rumzureißen – es ist noch nicht zu spät.“ Eins ist Dr. Glüer zum Ende des 24hamburg.de-Interviews ganz bedeutend: „Es ist unglaublich wichtig, über dieses Problem viel mehr zu reden. Der Klimastreik soll einfach eine gute Möglichkeit für einen konstruktiven Austausch sein.“

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