1. 24hamburg
  2. Hamburg

Partymeile jetzt Fahrradmeile – Tjarks: „Die Reeperbahn war eine Katastrophe“

Erstellt:

Von: Sebastian Peters

Kommentare

Der rote Fahrradstreifen wurde von Ralf Neubauer (links) und Anjes Tjarks (rechts) eröffnet
Der rote Fahrradstreifen wurde von Ralf Neubauer (links) und Anjes Tjarks (rechts) eröffnet © Sebastian Peters

Anjes Tjarks und Ralf Neubauer haben die Fahrradspur auf der Reeperbahn eröffnet. Somit ist auf der sündigsten Meile der Welt nun weniger Platz für Autos.

Hamburg – Protz-Schlitten und Autoangeber haben nun weniger Platz. Auf der Reeperbahn wurde am Freitag, 25. November 2022, von Verkehrssenator Anjes Tjarks und Bezirksamtsleiter (Hamburg-Mitte) Ralf Neubauer der Fahrradstreifen zwischen der Königstraße und Millerntorplatz feierlich eröffnet. Somit fällt zwar für den Autoverkehr eine Fahrspur Richtung Innenstadt weg, allerdings gewinnen die Radfahrer mehr Platz.

Die Nachrichten aus Hamburg direkt aufs Handy – ganz einfach via Telegram

Radfahrstreifen auf der Reeperbahn eröffnet – Protz-Schlitten und Autoangeber haben nun weniger Platz

Nun müssen sich die Radler nur noch mit den Bussen ihre Fahrspur teilen, nämlich Linien- und Reisebusse dürfen weiterhin die rechte Fahrspur (jetzt Fahrradspur) nutzen. Dies sei allerdings die einzige Ausnahme. Jegliche andere Fahrzeuge, egal ob Pkw, Kleintransporter oder Motorrad, dürfen den Fahrradstreifen auf der Fahrbahn nicht nutzen.

Die Markierungsarbeiten starteten bereits am 14. November 2022. Angefangen sind die Arbeiten damals an der Kreuzung Königstraßen und wurden, mit einer kurzen Unterbrechung wegen der A7 Sperrung, bis zum Millerntorplatz ausgedehnt. Dafür musste die sündigste Meile der Welt sogar teilweise komplett gesperrt werden.

Natürlich wurde der Fahrradstreifen auch gleich ausprobiert
Natürlich wurde der Fahrradstreifen auch gleich ausprobiert © Sebastian Peters

Der Einrichtung der Fahrradstreifen hatte knapp unter 100.000 Euro gekostet, so Tjarks. Über den vorherigen Zustand der Fahrradinfrastruktur sagte der Verkehrssenator: „Jeder in Hamburg Fahrrad fährt, wusste, dass die Reeperbahn eine Katastrophe war.“ Auch der Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer ist dankbar über diesen Umbau: „Wir sind sehr dankbar für diese Initiative.“ Weiter ließ der Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte einen weiteren Wunsch für die Reeperbahn durchblicken: „Die Ostseite wurde 2006 umgebaut, das wünschen wir uns auch für die andere Seite.“ Damit spielte der Bezirksamtsleiter auf den Umbau des Spielbudenplatzes an. Genauere Vorstellungen, wie die Reeperbahn in der Zukunft aussehen soll, gibt es allerdings noch nicht.

Reeperbahn: Fahrradstreifen verdrängt Fahrzeugverkehr von der sündigsten Meile der Welt

Dass die Fahrradspuren nicht bei allen Verkehrsteilnehmer gut ankommen, ist vermutlich schon bekannt. Allerdings beschwerte sich sogar letztens die Fahrradlobby über solche Fahrradspuren. Ob die Fahrradstraße auf der Reeperbahn schwere Unfälle zwischen Autos und Fahrradfahrer, wie am 28. Mai 2022, verhindert können, bleibt offen. Damals erfasste ein Taxi einen 64-jährigen Fahrradfahrer. Der Fahrradfahrer verstarb nach drei Tagen im Krankenhaus.

Trotz dieses „extra Platzes“ für Radfahrer, ist es bereits in der Vergangenheit auf solchen Fahrradspuren zu tödlichen Unfällen gekommen. Wie zum Beispiel am Freitagmittag, 29. Oktober 2021, in Hamburg-Barmbek. Dort wurde ein Radfahrer von einem Lastwagen auf einer Fahrradspur erfasst und getötet.

Wichtig für die Reeperbahn: Alle Parkplätze und auch die Abbiegemöglichkeiten auf der Reeperbahn bleiben während des Verkehrsversuchs erhalten.

Auch interessant

Kommentare