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Experten: Jedem sechsten Hamburger Restaurant droht die Corona-Pleite

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Von: Kevin Goonewardena

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Viele Restaurants halten sich nur mit Corona-Hilfen über Wasser. Jedem sechsten Gastro-Betrieb in Hamburg droht die die Insolvenz, fanden Wirtschaftsexperten heraus.

Hamburg – Es ist schon etwas länger her, dass Restaurants und andere gastronomische Betriebe geschlossen waren. Viele Hamburger und Hamburgerinnen dürften mal wieder Essen gegangen sein, sich zum Mittagstisch mit Kollegen getroffen oder den kleinen Snack für unterwegs im Lokal verspeist, statt auf die Hand mitgenommen zu haben. Die Vorzeichen für die Gastronomie mögen oberflächlich besser aussehen, als über weite Strecken der vergangenen zwei Jahre.

Doch viele der Restaurants haben kaum Gäste zu bewirten. Einer der Gründe dafür ist die 2G-Plus-Regelung, wegen der Gastronomen Sturm gegen den Hamburger Senat laufen. Über Wasser müssen sich Restaurants, Imbisse, Cafés und andere gastronomische Einrichtungen deswegen oft mit den Corona-Hilfen halten.

Wie vielen Hamburger Restaurants & Co nun die Pleite droht, haben Wirtschaftsanalysten in Erfahrung gebracht. Das berichtet der Norddeutsche Rundfunk.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Anzahl touristischer Betriebe insgesamt:7.490 (April 2021, Quelle: IHK)
davon Gastronomie inklusive Cafés5129
davon Diskotheken, Bars und Getränkeausschank258

Gastronomie: 16 Prozent der Betriebe in Hamburg droht Corona-Insolvenz

Laut der Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel – ein Unternehmen, das unter anderem Daten von wirtschaftlicher Relevanz über Privatpersonen und Unternehmen sammelt und an Auftraggeber, beispielsweise potentielle Kreditgeber oder Gläubiger, weiter gibt – ist in Hamburg jeder sechste gastronomische Betrieb von der Pleite bedroht. Vor zwei Jahren, berichtet der NDR, seien es laut der Wirtschaftsexperten elf Prozent der Hamburger Restaurants, Lokale oder Imbisse gewesen – nun bereits 16 Prozent. Laut der Handelskammer Hamburg hatte die Hansestadt im Jahr 20220 insgesamt 5.129 gastronomische Betriebe inklusive Cafés vorzuweisen, wie es auf der IHK-Website heißt.

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Restaurants in Hamburg: So viele Gastro-Betriebe schlossen 2021

Am höchsten ist das Risiko, als gastronomischer Betrieb in Deutschland Insolvenz beantragen zu müssen, laut der CRIF-Experten in den Bundesländern Berlin und Sachsen-Anhalt mit jeweils 20 Prozent. Mit 16 Prozent liegt das Insolvenz-Risiko in Hamburg sogar knapp unter Bundesdurchschnitt. Die Türen für immer geschlossen haben 2021 in Hamburg 97 Betriebe aus der Gastronomie, wie der NDR berichtet. Darunter sind etwa die Daniela Bar, Rock Our Kitchen oder das Restaurant Die Bank.

Das 2G-Modell wird in Hamburg flächendeckend umgesetzt. Für viele ist das keine Option.
Das 2G-Modell wird in Hamburg flächendeckend umgesetzt. Für viele ist das keine Option. © Axel Heimken/dpa

Damit fällt die Anzahl der Existenzaufgaben in diesem Bereich der Pandemie sogar geringer aus als vor der Corona-Pandemie. Allerdings wären es ohne die Corona-Hilfen vermutlich mehr. Viele Restaurants können Dank der Hilfen überhaupt noch öffnen – haben allerdings wie in Bremen und anderswo auch mit weiteren Problemen, beispielsweise Personalmangel* zu kämpfen. Denn viele Beschäftigte in der Gastronomie haben während der Corona-Pandemie ihren Betrieb verlassen müssen und sich anderweitig nach Jobs umgesehen.

Restaurants: Inhabergeführte Betriebe werden „leise sterben“

Der Vize-Präsident des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (DEHOGA) Hamburg, Jens Stacklies, sagte gegenüber dem NDR, dass er damit rechne, dass Franchiseketten die Krise überstehen werden. Die kleinen, inhabergeführten Lokale allerdings „leise sterben“ und verschwinden. Der bekannte TV-Koch und Gastronom Tim Mälzer sieht das anders. Er geht nicht von einem Gastrosterben aus, denn Gastronomen seien „wie Kakarlaken“ – sprich, nicht tot zu kriegen. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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