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Tag der Depressionen 2022: Hamburg ist traurige Spitze in Deutschland

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Von: Kevin Goonewardena

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Am 02. Oktober 2022 ist Europäischer Tag der Depressionen. Barmer-Studie belegt: Hamburg ist trauriger Spitzenreiter in Deutschland.

Hamburg – Auf diesen Spitzenplatz würde wohl jeder und jede in Hamburg gerne verzichten; nicht nur die Betroffenen. Ist er doch, anders als etwa der Umstand, dass Hamburg mit der Elbphilharmonie die beliebteste Sehenswürdigkeit Deutschland beherbergt, wenig schmeichelhaft: Nirgendwo sonst in Deutschland werden mehr Depressionen ärztlich diagnostiziert als in der Hansestadt. Das ist das Resultat einer Langzeitstudie der Barmer Ersatzkasse. Die Zahlen dürften sogar noch höher liegen – denn der Studienzeitraum endete 2020, also vor der Corona-Pandemie. Doch die Ergebnisse sind auch so alarmierend.

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Name:Europäischer Tag der Depressionen 2022
Datum:02. Oktober 2022
Erstmals durchgeführt:2004
Zweck:Öffentliches Bewusstsein für depressive Erkrankungen stärken

Depressionen: Hamburg deutschlandweiter Spitzenreiter

13 Prozent der Versicherten leiden laut dem aktuellen Ärztereport der Barmer an Depressionen, hochgerechnet entspreche der Prozentsatz 236.000 Betroffenen – so viel wie in keinem anderen Bundesland. In dem untersuchten Zeitraum (2010-2020) sei damit der Anteil der Hamburger, bei denen eine Depression diagnostiziert wurde, um 11,4 Prozent angestiegen. Bei Frauen werde die Diagnose einer depressiven Erkrankung fast doppelt so häufig (16 Prozent gegenüber 9,4 Prozent) gestellt wie bei Männern, wie aus dem am Freitag vorgestellten Report hervorgeht.

Mann schlägt die Hände ins Gesicht und schaut aus dem Fenster
Europäischer Tag der Depressionen 2022: Barmer Studie belegt – nirgendwo in Deutschland werden so viele Depressionen diagnostiziert wie in Hamburg. (Symbolbild) © Veam / Imago

Trotzdem hätte die Betroffenenrate bei Männern in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, nämlich um 23 Prozent. (Frauen: 6 Prozent). Unter anderem der NDR und die Regionalausgabe der Tageszeitung Die Welt hatten über die Untersuchung berichtet.

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Depressionen: Gesellschaftliche Stigmata schwinden – Diagnosen früher oft falsch gestellt

Die Landesgeschäftsführerin Hamburg der Barmer, Susanne Klein, vermutet, dass die steigenden Zahlen an diagnostizierten Depressionen daran liegen, dass psychische Erkrankungen gesellschaftlich nicht mehr so stigmatisiert seien, wie früher. Das trage auch dazu bei, dass sich Betroffene eher ärztliche Hilfe holen würden. Zudem wären früher oftmals fälschlicherweise Erschöpfung oder chronische Rückenschmerzen diagnostiziert und ein Zusammenhang mit Depressionen nicht hergestellt worden.

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Europäischer Tag der Depressionen 2022: Bewusstsein schaffen für Volkskrankheit Depression

Seit 2004 wird in Europa der Europäische Tag der Depressionen (auch: Europäischer Depressionstag, European Depression Day) begangen. In diesem Jahr machen Mediziner, Ktrankenkassen, Organisationen, Initiativen und andere am Sonntag, den 02. Oktober 2022 mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen auf die Volkskrankheit Depression aufmerksam, mit dem Ziel das Bewusstsein für psychische Erkrankungen weiter zu stärken und Stigmata abzubauen.

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