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9-Euro-Ticket in Hamburg: Verlängert wird nur, wenn das Auto stehen bleibt

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Ob das 9-Euro-Ticket verlängert wird, hängt davon ab, wie es genutzt wird. Ausflugsfahrten allein sollen das Billigticket nicht rechtfertigen.

Hamburg – Das 9-Euro-Ticket war in Hamburg von Anfang an ein Erfolg. Seit dem 1. Juni ist das Billigticket, mit dem man für nur 9 Euro im Monat deutschlandweit Nahverkehrszüge nutzen kann, im Umlauf. In den ersten Juni-Tagen wurde das Ticket so oft gekauft, dass kurzzeitig sogar das Online-System des HVV zusammenbrach. Jetzt fordern viele Bürger und Politiker, dass es das Ticket, das ebenso wie Tankrabatt und Heizzuschuss zum Entlastungspaket 2022 des Bundes gehört, auch nach den zunächst geplanten drei Monaten in irgendeiner Form weiter geben wird.

Für Klimaschützer klingt das zunächst gut, aber die Sache hat einen Haken: Das Ticket scheint aktuell nur als Entlastung der Geldbörse, nicht aber als Klimaschutzmaßnahme zu funktionieren. Die Nutzung der Bahnfahrer entscheidet, ob es eine Verlängerung des Billigtickets geben wird.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Einwohner:1.904.444
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)
Fläche:755,2 km²
Gegründet:500 n. Chr.
Vorwahl:040

ADAC-Sprecher zum 9-Euro-Ticket: Weniger Autoverkehr – trotzdem muss sich beim ÖPNV etwas ändern

Dass man mit dem 9-Euro-Ticket günstig wie selten die Nahverkehrszüge, Busse, Fähren sowie S- und U-Bahnen in ganz Deutschland nutzen kann, ist mittlerweile bei den meisten Menschen angekommen. Zwar gibt es noch immer Bahn-Kunden, die sich trotz des Billigtickets regulär-teure Fahrkarten kaufen, allerdings nutzt die Mehrheit der deutschen Zugfahrer das 9-Euro-Ticket.

Das 9-Euro-Ticket soll nur bleiben, wenn es einen Klimanutzen hat
Das 9-Euro-Ticket soll nur bleiben, wenn es einen Klimanutzen hat. © Arne Dedert/Marcus Brandt/dpa/Montage

Das führt auf der einen Seite zwar zu volleren und teils sogar überlasteten Zügen, andererseits aber auch zu weniger Staus in Hamburg und etwas weniger Autoverkehr. Für ADAC-Sprecher Christian Hieff ist das trotzdem nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Er erklärt gegenüber der Mopo: „Das Auto bleibt für viele immer noch das Verkehrsmittel Nummer 1. Ja, der Preis ist ein wichtiger Hebel, aber es muss eben auch das Angebot stimmen.“

Zwar seien die HVV-Angebote günstiger – wie auch schon vor dem Entlastungspaket –, allerdings auch zeitaufwändiger. Auch, wer zum Beispiel vom Land zum Arbeitsplatz pendeln müsse, brauche meist ein Auto.

 9-Euro-Ticket: Grünen-Chefin Lang will Prüfung – wie wird das Ticket wirklich genutzt?

Auch auf Bundesebene wird die Debatte um das 9-Euro-Ticket weitergeführt. Finanzminister Christian Lindner (FDP) hat beispielsweise bereits verkündet, dass das Ticket ab September wieder eingestampft werden solle. Ricarda Lang, eine der Bundesvorsitzenden der Grünen, geht das Thema diplomatischer an und betont ihrerseits, dass man müsse zuerst die tatsächliche Nutzung des Tickets analysieren.

Lesen Sie auch: 1-Euro-Ticket? So könnte es ab Herbst weitergehen.

„Ich glaube wir müssen uns da sehr genau die Zahlen anschauen: Wie wird das genutzt? Wenn es vor allem dazu genutzt wird, dass Leute weiterhin Auto fahren, aber zusätzlich noch einen Ausflug machen, dann ist das den Leuten super zu gönnen und auch eine wichtige soziale Maßnahme für dieses Jahr, aber dann können wir es nicht verlängern“, so die Grünen-Politikerin.

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Um das 9-Euro-Ticket weiterzuführen, muss also von der Bevölkerung mehr kommen als nur der Wunsch nach einem günstigen Zug-Trip nach Sylt. Lang erklärt in einem Talk bei „Maischberger“ weiter: „Wenn wir sehen, dass es tatsächlich eine Klimaschutzwirkung hat, also dass Menschen bereit sind, dauerhaft umzusteigen von Auto auf Bus und Bahn, dann sollten wir uns als Regierung zusammensetzen und überlege: Wie können wir an diesen Erfolg anknüpfen? Wie kriegen wir dauerhaft ein günstiges Angebot beim ÖPNV hin? Dass es funktioniert und dass die Leute es annehmen, das haben wir ja ganz deutlich gesehen, das ist ein Riesen-Erfolg.“

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