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Eskalation vor Stadt-Derby: St. Pauli-Fans attackieren HSV-Fanmarsch – Polizeigewalt?

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Von: Fabian Raddatz, Elias Bartl

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Eskalation vor Stadt-Derby: St. Pauli-Fans attackieren HSV-Fanmarsch
Rund 3000 HSV-Fans sind am Freitagnachmittag durch St. Pauli gezogen. © Elias Bartl

Beim HSV-Fanmarsch vor Beginn des Hamburger Stadt-Derbys ist die Lage eskaliert. Berichten zufolge haben St. Pauli-Fans den Zug angegriffen.

Hamburg – Ein Polizeieinsatz vor dem Hamburger Stadt-Derby in der 2. Fußball-Bundesliga hat am Freitagabend für Aufregung gesorgt. Die Polizei hatte mehrere Anhänger des FC St. Pauli in Gewahrsam genommen. Ein auf Twitter kursierendes Video zeigt eine solche Ingewahrsamnahme, bei der ein Polizist Zwang in Form von körperlicher Gewalt anwendet. «Ob die Verhältnismäßigkeit gewahrt wurde, gilt es zu prüfen», teilte die Polizei via Twitter mit. 

In dem Video ist zu sehen, wie mehrere Menschen von Polizisten auf dem Boden fixiert werden. Ein Beamter schlägt auf einen am Boden liegenden Mann ein, während ein anderer dessen Beine fixiert. „Diese Videos sehen nie schön aus“, sagte Polizeisprecherin Sandra Levgrün. „Aber das macht kein Kollege aus Spaß!“ Der Beamte in dem Video sei ein Bundespolizist.

Eskalation vor Stadt-Derby: Polizei-Video sorgt für Aufsehen

Der FC St. Pauli forderte Aufklärung. „Auf dem Heiligengeistfeld hat es einen massiven Polizeieinsatz gegeben, mehrere Personen wurden verletzt“, teilte der Verein mit. Angesichts vorliegender Videos und Augenzeugenberichten stelle sich die dringende Frage nach der Verhältnismäßigkeit. 

Eskalation vor Stadt-Derby: St. Pauli-Fans attackieren HSV-Fanmarsch
Im Vorfeld des Stadt-Derbys kam es zu Dutzenden Festnahmen. © Elias Bartl

Nach Angaben der Polizei waren zuvor etwa 150 maskierte St.-Pauli-Anhänger auf einen Fan-Marsch von Anhängern des Hamburger SV zugelaufen. „Das war eine gezielte Aktion“, sagte Levgrün. „Wir sind dazwischengegangen und haben damit verhindert, dass die HSV-Fans massiv angegriffen wurden.“ Die Polizei habe eine Teilgruppe in Gewahrsam genommen. Es gebe Hinweise dafür, dass Fans des FC St. Pauli auch versucht hätten, Beamte anzugreifen.

Fan-Marsch vor dem Hamburg-Derby: Hunderte „Problemfans“ dabei

Rund 3500 Anhänger des HSV waren am Nachmittag lautstark durch St. Pauli marschiert. Unter den Teilnehmern seien auch etwa 400 „Problemfans“ gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Dennoch sei es friedlich geblieben. Auf der Strecke vom Altonaer Balkon über die Reeperbahn bis zum Millerntor-Stadion, die von mehr als Hundert Beamten, einer Reiterstaffel und einem Polizei-Hubschrauber begleitet wurde, kam es vereinzelt zum Abbrennen von Pyrotechnik.  Die Hamburger Polizei hatte bereits im Vorfeld eine Eskalation nicht ausgeschlossen.

Da es sich um ein Risikospiel handelte, waren die Sicherheitsvorkehrungen in der Hansestadt verstärkt worden. Oberstes Ziel sei es gewesen, die verfeindeten Fanszenen voneinander zu trennen, die zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie wieder in einem ausverkauften Stadion aufeinandertrafen. Der FC St. Pauli entschied die Partie vor knapp 30.000 Zuschauern mit 3:0 für sich.

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