Hamburg greift durch

E-Scooter: Endlich neue Regeln für die Nerv-Dinger in Hamburg

  • Kevin Goonewardena
    VonKevin Goonewardena
    schließen

Aus Hamburg sind Elektroroller nicht mehr wegzudenken. Das Problem: Für viele Menschen sind sie seit Beginn ein Ärgernis. Neue Regeln sollen Abhilfe schaffen.

Hamburg – Für Befürworter sind die sogenannten E-Scooter, die sich seit ihrer Einführung 2019 großer Beliebtheit erfreuen, ein wichtiger Bestandteil des Mobilitätsangebotes und der angestrebten Verkehrswende. Doch die vor allem bei Jugendlichen beliebten E-Roller sorgen von Beginn an für Ärger – beispielsweise weil sie oft Mitten auf dem Gehweg abgestellt, in Gebüsche oder sogar Gewässer geworfen werden. In Unfälle sind E-Scooter ebenfalls oft verwickelt*. Lösungen für die Problematiken rund um E-Roller werden regelmäßig diskutiert.*

E-Scooter: Fußpatrouille soll Vergehen ahnden

Auch E-Scooter konnten die Taucher aus dem Isebekkanal ziehen.

Wie die Verkehrsbehörde am Donnerstag mitteilte, habe sich die Stadt mit den Betreibern auf neue Regeln geeinigt. Diese sollen dafür sorgen, dass sich die Situation verbessert. Die Maßnahmen sehen unter anderem die Schaffung einer Fußpatrouille im Rahmen eines Pilotprojekts vor. Die Patrouille soll, eingesetzt von den Gewerbetreibenden in der Innenstadt, falsch abgestellte Roller umsetzen und Nutzer und Nutzerinnen dazu anhalten, Fotos die das richtige Abstellen belegen, zu machen. Details zur Umsetzung oder deren Finanzierung teilte der Senat allerdings nicht mit.

Die E-Roller haben Nummernschilder. Wenn sie zum Beispiel grob im Weg stehen, umgefallen sind oder mitten auf dem Radwegen stehen, dann werden wir diese Roller aufschreiben und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten.

Anjes Tjarks (Verkehrssenator Hamburg, Grüne)

E-Scooter in Hamburg: Zentrales Beschwerdepostfach eingerichtet

Zu den Maßnahmen gehört auch die Einrichtung eines digitalen zentralen Beschwerdepostfach. Bürger und Bürgerrinnen die Verstoße melden wollen, können dies ab sofort unter der extra eingerichteten E-Mailadresse tun: hamburg.escooter@gmail.com.

Zudem will die Hamburgische Bürgerschaft einen Online-Pranger für den HVV einrichten, in dem genau die Gründe für Zug-Verspätungen aufgeführt werden müssen.

E-Scooter: Bußgelder gegen Verstöße – CDU kritisiert Maßnahmen als „viel Getöse, wenig Inhalt“

Ab Mitte Oktober 2021 werden Beschäftigte des Landesbetriebs Verkehr Bußgelder gegen Anbieter oder die Nutzer der E-Roller Bußgelder verhängen, wenn diese verkehrswidrig abgestellt sind. Die Höhe der Bußgelder ist abhängig von dem Vergehen und soll in der Regel bei 23,50 Euro liegen. Maximal ist ein Bußgeld von 35 EUR fällig.

Der Verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Richard Seelmaecker, kritisierte die Maßnahmen als „Viel Getöse, aber leider zu wenig Inhalt.“ Die Regeln, Strafen und Kontrollen seien nicht eindeutig und klar genug, monierte er. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare