Gemischte Gefühle bei Schaustellern

„Toll wie nie“! Erste Bilanz zum Sommerdom 2021: Finanzielle Einbußen, aber Gäste

  • Anika Zuschke
    VonAnika Zuschke
    schließen

Der Hamburger Sommerdom durfte im August 2021 endlich wieder öffnen – mit strengen Regeln und weniger Besuchern. Was halten die Schausteller bisher vom Corona-Dom?

Hamburg – Seit etwa zwei Wochen blinken die bunten Lichter auf dem Heiligengeistfeld wieder. Es riecht nach Zuckerwatte und gebrannten Mandeln und das Aushängeschild des Hamburger Doms – das Riesenrad – dreht sich wieder. Die Besucher freuen sich riesig über ihren zurückgewonnen Rummel, aber was halten die Schausteller von den neuen Auflagen des Corona-Doms? Drei von ihnen geben eine erste Halbzeitbilanz – die Meinungen sind durchwachsen.

Volksfest:Hamburger Dom
Schauplatz:Heiligengeistfeld
Häufigkeit:Frühlings-, Sommer- und Winterdom
Ursprung des Hamburger Doms:11. Jahrhundert

Anderthalb Jahre hat es gedauert, bis die beliebte Hamburger Attraktion, der Dom, seine Tore für Besucher wieder öffnen durfte. Und auch jetzt gelten noch strenge Regeln auf dem Heiligengeistfeld. So müssen alle Anwesenden auf dem Dom-Gelände eine Maske tragen, im Vorhinein ein Online-Ticket buchen und die 3-G-Corona-Regel (getestet, geimpft oder genesen) einhalten.

Hamburger Sommerdom 2021: Begrenzte Anzahl von Gästen und Schaustellern

Außerdem wird nur eine gewisse Anzahl an Besuchern auf dem Sommerdom zugelassen. Wegen steigender Inzidenzen in Hamburg musste die Gäste-Anzahl bereits stark reduziert werden – statt den anvisierten 9.500 Besuchern sind nun lediglich etwa 7.500 Gäste auf dem Dom erlaubt.

Genau wie die Besucher-Anzahl wurde für den Sommerdom 2021 auch die Menge der Schausteller verringert. Insgesamt 184 Fahrgeschäfte, Spielbuden und Schlemmer-Ecken stehen auf dem eingezäunten Gelände, das ist etwa ein Drittel weniger als vor der Pandemie. Diejenigen, die einen Platz auf dem Domgelände erhalten haben, sollten doch eigentlich vor Freude Luftsprünge machen. Doch auch für sie haben die strengen Vorschriften Nachteile.

Gastronomische Anbieter auf dem Hamburger Dom 2021 haben es wegen Corona-Regeln schwerer

Der Inhaber der „Bauernkate“, ein gastronomisches Angebot auf dem Dom, beklagt in einem Gespräch mit der Hamburger Morgenpost: „Durch die strengen Auflagen brechen mir 30 Prozent meines Umsatzes weg.“ Robert Kirchhecker fungiert außerdem als Präsident des Schaustellerverbands und beschwichtigt: „Es macht immer Spaß Schausteller zu sein, weil wir anderen Menschen Freude bereiten. Aber unter diesen Bedingungen ist es schwierig.“

Besitzer des Kinderkarussells „Highway Rallye No. 2“ Jerome Harder ist zufrieden mit dem Hamburger Sommerdom 2021 – trotz strenger Vorschriften. (24hamburg.de-Montage)

Dass weniger Menschen momentan die gastronomischen Angebote auf dem Dom annehmen, ist einleuchtend: Die Gäste haben aufgrund der Online-Tickets nur ein Zeitfenster von drei Stunden, um den Sommerdom auf St. Pauli zu genießen; außerdem muss vor dem Betreten einer Bude das Ticket noch einmal vorgezeigt werden. Einen Vorzug, den gastronomische Angebote bieten: Alkohol darf nur auf Sitzplätzen konsumiert werden.

Sommerdom 2021: Betreiber von Fahrgeschäften sind mit ersten zwei Wochen zufrieden

Trotzdem kommen die Betreiber von Fahrgeschäften mit den neuen Auflagen besser zurecht. Der Inhaber der Achterbahn „Wilde Maus“ berichtet: „Für uns ist die Sache positiver als wir es vorher erwartet hatten“, so Johannes Eberhard gegenüber der Mopo. Das liegt unter anderem auch an der reduzierten Konkurrenz von Schaustellern. „Wir sind mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden“, schließt der 72-Jährige.

Für die Eigentümer von Fahrgeschäften hält sich der wirtschaftliche Verlust anscheinend in Grenzen: „Mir fiel ein Stein vom Herzen, als wir aufmachen konnten und ich gesehen habe, wie die Leute auf den Platz geströmt sind“, berichtet auch Jerome Harder, Inhaber des Kinderkarussells „Highway Rallye No. 2“, der Mopo.

Nach langer Pause des Hamburger Sommerdoms freuen sich Besucher und Schausteller über den Rummel

Außerdem hat die lange Dom-Pause auch etwas Gutes: Ob Schausteller oder Gäste, alle Anwesenden sind glücklich, dass der Rummel überhaupt wieder stattfinden kann. Das spiegelt sich in dem Verhalten der Besucher wider: „So ein freundliches, geduldiges Publikum habe ich noch nie erlebt“, verkündet Eberhard, „Wie die Menschen hier miteinander umgehen und uns unterstützen, ist einfach toll.“

Bereits in den ersten Tagen des Sommerdoms 2021 zeichnet sich großer Familienspaß ab. Marina Drcec aus Neustadt erzählt der Mopo begeistert von ihrem Dom-Besuch mit ihrem zweijährigen Sohn: „Filip ist zum ersten Mal auf dem Dom. Ich finde das mega. Man kann endlich wieder raus. Auch das Testen finde ich nicht schlimm, man kennt es momentan ja nicht anders.“ Nur die Maske findet sie nervig, „vor allem bei der Hitze.“

Der Hamburger Sommerdom empfängt noch bis zum 29. August 2021 Besucher mit offenen Armen. Zumindest wenn bis dahin keine anderweitigen Einschränkungen auftreten. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janßen/Imago/Marcus Brandt/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare