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Er kämpfte gegen Ali, gewann Millionen: Hamburger Box-Legende schamlos ausgeraubt

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Von: Kevin Goonewardena

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Jürgen Blin lernte Metzger, kämpfte gegen Ali, betrieb Kneipen und Imbisse und verlor viel Geld. Nun wurden ihm 220.000 Euro seines Millionenlottogewinns gestohlen.

Hamburg – Er wurde mehrfach Hamburger Meister, Deutscher Amateurmeister (1964) und 1972 auch Europameister im Boxen. Doch Jürgen Blin erlebte den größten Kampf seiner Karriere bereits zuvor, am zweiten Weihnachtstag 1971: In der Schweiz kämpfte er gegen Muhammed Ali. Ali, der von vielen als größter Boxer aller Zeiten gehandelt wird, hatte kurz vorher seine erste Profiniederlage gegen Dauerkontrahent Joe Frazier einstecken müssen. Blin verlor zwar in Runde 7, kämpfte jedoch aufopferungsvoll und gewann die Liebe der Boxfans weltweit.

Doch Blins Leben verlief wie schon zuvor Auf und Ab. Das er 2020 1,7 Millionen Euro im Lotto gewann und einen Großteil durch einen Einbruch im März vergangenen Jahres wieder verlor, ist nur eine Episode im Leben der Hamburger Sportlegende.

Name:Jürgen Blin
Geburtsdatum und -ort:24. April 1943 in Burg auf Fehmarn
Kämpfe / Siege / Unentschieden / Niederlagen:48 / 31 / 6 / 11
Titel:Hamburger Meister (5 x), Deutscher Amateurmeister (1964), Europameister (1972)

Muhammad Ali Gegner Jürgen Blin: Erst Millionengewinn, dann 220.00 aus Tresor gestohlen

Bereits im März 2021 brachen Kriminelle in seine Doppelhaushälfte nahe der Boberger Düne ein. Doch die Erinnerungen an die ereignisreiche Karriere des Boxers interessierte die Einbrecher nicht, sie machten sich schnurstracks auf die Suche nach dem Tresor, fanden sogar die Schlüssel und erbeuteten 220.000 Euro in bar, wie die Mopo jeztt berichtete. Vermutlich wurde Blin seine Gutgläubigkeit zum Verhängnis. Redselig war er auch noch. Von seinem Millionengewinn hatte Blin, so das Blatt, vielen Leuten erzählt. Vielleicht konnte er nicht allen trauen.

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Einbruch bei Hamburger Boxlegende: Verdächtiger gefasst – Polizei glaubt nicht an Zufall

Jürgen Blin am 26. Dezember 1971 gegen Muhammad Ali in der Schweiz
Jürgen Blin schlug sich 1971 sieben Runden lang mehr als Tapfer gegen den großen Muhammad Ali. Sein Leben war stets geprägt von Auf und Abs. 2020 gewann Blin 1,7 Millionen Euro im Lotto, 220.000 wurden ihn kurze Zeit später bei einem Einbruch in sein Haus aus dem Tresor entwendet. © dpa

Im Oktober konnte die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen, der in der Vergangenheit bereits wegen ähnlicher Delikte aufgefallen war. Eine kleine dreistellige Summe Bargeld, die bei dem Mann gefunden wurde, soll aus der Beute stammen. Er wird sich bald vor dem Amtsgericht Bergedorf verantworten müssen. Weitere Verdächtige sind auf Aufnahmen zu sehen, die Überwachungskameras auf Blins Grundstück aufgezeichnet hatten. Die Fahndung nach ihnen blieb jedoch bisher erfolglos.

Die Polizei geht bei dem Einbruch in das Haus von Jürgen Blin nicht von einem Zufall aus. Wer den Einbrechern den Tipp gegeben haben könnte, dass bei Blin etwas zu holen und wo die Beute zu finden ist, wird geklärt werden müssen.

Jürgen Blin: Boxlegende hatte immer wieder mit Problemen zu kämpfen

Der gelernte Metzger Jürgen Blin hatte nach der Karriere immer wieder Probleme mit falschen Freunden und Geld, schreibt die Mopo. Auch eine Scheidung trug dazu bei, dass er viel von seinem erkämpften Vermögen einbüßte. Nach der Boxzeit betätigte er sich als Gastronom, betrieb am Berliner Tor Mitte der Siebziger Jahre eine Kneipe und von 1978 bis 2012 mehr als dreißig Jahre lang die „Jürgen Blin’s Bier-& Snackbar“ in den Katakomben des Südteils des Hamburger Hauptbahnhofs. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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