Inzidenzwert Hamburg

Entspannter Sommer trotz Corona? Angst vor Mutante wächst

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
    schließen

Experten erwarten einen entspannten Corona-Sommer. Doch die Freude wird getrübt. Hochansteckende Virus-Varianten bereiten Sorgen.

Hamburg – Niedriger Inzidenzwert, höhere Impfquote: Mediziner und Gesundheitspolitiker blicken mit vorsichtigem Optimismus auf das Corona-Infektionsgeschehen. Auch in der Hansestadt Hamburg sind die Corona-Zahlen vorerst konstant geblieben. Am Donnerstag registrierte die Gesundheitsbehörde nach eigenen Angaben 78 neue Fälle. Das waren 29 mehr als am Vortag, aber einer weniger als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag damit stabil bei 23,7.

Hamburg:78 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 3. Juni 2021)
Niedersachsen:320 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 3. Juni 2021)
Schleswig-Holstein:74 neue Corona-Fälle (Donnerstag, 3. Juni 2021)
Mecklenburg-Vorpommern:24 neue Corona-Fälle (Mittwoch, 2. Juni 2021)

Vor diesem Hintergrund zeigte sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für die kommenden Wochen halbwegs positiv gestimmt. Die Inzidenz werde sich bundesweit auf rund 35 einpendeln, prognostizierte der Fachmann im Interview mit der Funke-Mediengruppe. Öffnungsschritte, wie sie zuletzt auch in Hamburg eingeleitet worden waren, führten wahrscheinlich noch zu höheren Infektionszahlen. Allerdings spiele sich jetzt vieles wieder draußen ab, wodurch die Infektionsgefahr gesenkt werde. Zudem würden immer mehr Menschen durch Impfungen geschützt.

Inzidenzwert Hamburg: Corona-Zahlen stabil – aber Impfungen kommen nur schleppend voran

Die Fortschritte der Corona-Impfungen sorgen in Hamburg aber weiterhin für Verdruss. So hatte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) erst am Mittwoch wieder beklagt, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) durch die Aufhebung der Impf-Priorisierung viel Chaos stifte und die Hansestadt weiterhin eine Impfstoff-Knappheit hat. Vor diesem Hintergrund will die SPD-Politikerin in Hamburg einen Sonderweg einschlagen und im zentralen Impfzentrum, dessen Betrieb nun bis Ende August verlängert worden ist, die Impf-Reihenfolge aufrechterhalten.

Behält den Inzidenzwert stets streng im Blick: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. (24hamburg.de-Montage)

Beim Impftempo hinkt Hamburg weiter hinterher. Den Angaben zufolge liegt die Hansestadt bei den Erstimpfungen unter dem Bundesschnitt von 44,6 Prozent und im Ländervergleich auf dem drittletzten Platz. Auch bei den Zweitimpfungen sieht es nicht besser aus. Auch hier schneidet Hamburg als Drittschlechtester ab. Der Verdruss ist deswegen bei allen Beteiligten groß – erst recht, weil die Fortschritte der Impf-Kampagne auch über die weitere Entwicklung nach Abschluss der Sommersaison entscheidet.

Inzidenz nach dem Sommer: Karl Lauterbach (SPD) warnt vor Virusmutanten

So könnte mit Beginn des Herbstes wieder eine neue Infektionswelle drohen. Davor warnte Lauterbach eindringlich. So sieht er die Ausbreitung der hochaggressiven Delta-Variante des Coronavirus mit großer Sorge. Die zunächst in Indien entdeckte Mutante könne sich durch den Sommertourismus in ganz Europa verteilen, sagte der Gesundheitsfachmann. Ob die Ausbreitung aber tatsächlich hauptsächlich von Reiserückkehrern beschleunigt wird, ist in Deutschland noch umstritten. Dennoch fordert Lauterbach eine gewisse Vorsorge. „Wir müssen uns auf Booster-Impfungen im Herbst vorbereiten.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwohld/dpa/picture alliance & Michael Kappeler/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare