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Energiekrise: Kulturbranche in Sorge – Elbphilharmonie existenziell gefährdet

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Von: Christian Einfeldt

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Die steigenden Energiekosten belasten Hamburgs Kulturbranche. Schon im Herbst könnte eine Schließlungswelle drohen. Auch die Elbphilharmonie ist gefährdet.

Hamburg – Mit einem 25-Punkte-Plan will die Stadt Hamburg auf die bevorstehende Gaskrise reagieren. Die steigenden Preise der Energiekosten machen sich bemerkbar. Ob es ums Heizen, Duschen oder Lüften geht – Hamburg kämpft gegen die Energiekrise. Nicht zuletzt, um eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt zu erhalten. Laut einer Meldung der Hamburger Morgenpost hinterlassen Inflation, Ukraine-Krieg und hohe Energiekosten jetzt auch in der Elbphilharmonie Spuren. Nach Worten der Hamburger Kulturbehörde ist sogar von einer „existenziellen Belastung“ die Rede.

Konzerthaus in Hamburg:Elbphilharmonie Hamburg
Adresse:Platz d. Deutschen Einheit 4, 20457 Hamburg
Telefon:040 3576660
Eröffnet:11. Januar 2017

Gaskrise in Deutschland: Energiekosten für Elbphilharmonie könnten mindestens verdoppelt werden

Drastische Aussagen wie diese wählt die Kulturbehörde Hamburgs nicht ohne Grund: Schon vor Zeiten der Gaskrise in Deutschland mussten die Betreiber jährlich Summen in Höhe von rund einer Million Euro an Energiekosten aufbringen. Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs verdoppeln nach Mopo-Angaben nun die bisherigen Kosten für den Betrieb der Elbphilharmonie und der Laeiszhalle. Darüber hinaus vergrößern steigende Personalkosten die finanziellen Nöte.

Aktuell beschäftigen die Betreiber der Elbphilharmonie Verluste in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro. Von einem massiven Wachstum ist auszugehen – zum einen wegen der hohen Energiepreise, zum anderen steigt der Mindestlohn und damit also auch die Personalkosten. Über kurz oder lang seien alle Kulturstätten von der Entwicklung betroffen: Die Kosten steigen in einem zu raschen Tempo. Den Betrieb am Laufen zu halten, könnte sich als große Herausforderung gestalten.

Elbphilharmonie.
„Existenzielle Belastung“: Auch die Elbphilharmonie hat mit den steigenden Energiekosten zu kämpfen. © Panthermedia/Imago

Davon geht zumindest Norbert Hackbusch, der Fachsprecher für Kultur der Hamburger Linken, aus. Zusätzliche Gelder, um etwa für einen finanziellen Ausgleich zu sorgen, seien Hackbusch zufolge im Kulturhaushalt der Stadt Hamburg nicht einkalkuliert. Am Beispiel der Elbphilharmonie zeigt sich jetzt, dass auch die großen Institutionen von der bevorstehenden Gaskrise gefährdet werden.

Hamburgs Kultur in Sorge: Krise bringt Branche in „existenzgefährdende Lage“

Ähnlich besorgniserregende Aussagen hörte man zuletzt aus Kreisen des Dachverbandes „Stadtkultur Hamburg“. Der Zusammenschluss, der sich für die kulturelle Förderung und Bildung in Hamburg starkmacht, spricht in einer Meldung vom 22. August 2022 von einer „existenzgefährdenden Lage“ – hier im Bezug auf Hamburgs Stadtteilkultur. Erst die langwährende Corona-Pandemie, jetzt die Folgen des Ukraine-Kriegs mitsamt steigenden Energiekosten: „Ohne eine deutliche Anhebung der Förderungen wird die Stadtteilkultur ihre Arbeit nicht ohne weiteres fortsetzen können und bald am Boden liegen“, heißt es in der Mitteilung.

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Auch der Deutsche Kulturrat bestätigt die aus Hamburg befürchteten Prognosen. In Krisenzeiten würden Kulturstätten erfahrungsgemäß das Nachsehen haben. „Wir laufen, wenn nicht dagegen gesteuert wird, auf eine Schließungswelle von Kultureinrichtungen im Herbst und Winter zu“, warnt dessen Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Angesichts der hohen Energiekosten könnte sein Statement vom 23. August 2022 auch große Locations wie die Elbphilharmonie, eines der teuersten Bauwerke Hamburgs, einschließen.

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