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Energie- und Wassersperren verhindern: Hamburger Senat holt alle an einen Tisch

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Von: Steffen Maas

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Durch die explodierenden Energiepreise steigt die Angst vor Wasser- oder Stromsperren. Der Hamburger Senat bietet Beratung an – und will noch mehr tun.

Hamburg – Die Energiepreise steigen und steigen, die Rechnungen türmen sich – und irgendwann stellt der Versorger den Strom ab, oder klemmt das Wasser ab. Ein Horrorszenario, das in Zeiten der Energiekrise und Inflation für viele Hamburger plötzlich gefährlich realistisch erscheint. Damit es nicht so weit kommt, hat sich der Hamburger Senat nun mit so ziemlich allen beteiligten Institutionen zusammen an einen Tisch gesetzt und ein umfassendes Beratungsangebot erstellt. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) plant zudem, noch mehr zu tun und Energiesperren im Krisenwinter ganz zu verhindern.

Name:Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Leitung:Jens Kerstan (Die Grünen)
Sitz:Neuenfelder Straße 19, 21109 Hamburg
Haushaltsvolumen:305 Millionen Euro

Energiesperre verhindern: In Hamburg soll es gar nicht erst zur Notlage kommen

Doch zunächst soll dabei ein umfangreiches Informations- und Beratungs-Angebot schützen. An einem Runden Tisch trommelte die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) alle Unternehmen und Vereinigungen zusammen, die irgendwo auf dem unglücklichen Weg Richtung Energiesperre helfen könnten: Versorger, die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung, Wohlfahrtsverbände, die Verbraucherzentrale Hamburg, das Jobcenter, andere Behörden und Netzbetreiber.

Energiekrise Energiesperren Jens Kerstan Hamburg
Um Energiesperren bei Haushalten zu vermeiden, engagiert sich der Hamburger Senat um Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). An einem Runden Tisch wurden verschiedene Institutionen zusammengebracht, um ein breites Beratungsangebot für Betroffene zu erstellen. (24hamburg.de-Monate) © Christian Ohde/Imago & Marcus Brandt/dpa

Herausgekommen ist dabei die Energiesperre-Infoseite mit weiterführenden Links zu Ansprechpartnern bei den Energieversorgern, Beratungsstellen, Tipps zum Energiesparen und Angebote für finanzielle Förderungen. Diese Infos gibt es auch kompakt als Flyer, die bald an vielen Anlaufstellen ausliegen sollen und neben der deutschen Sprache auch auf Türkisch, Englisch, Französisch, Russisch und Ukrainisch formuliert sind. Auf Fachwörter und lange Texte wurde zudem generell verzichtet, heißt es in einer Mitteilung des Senates.

Energiesperren – bei diesen Organisationen gibt es das Info-Blatt:

Umweltsenator Jens Kerstan will Energiesperren im Winter unmöglich machen

„Ziel des Senates ist es, Energie- und Wassersperren zu vermeiden, da ein solcher Vorgang zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der Lebenssituation der Betroffenen führt“, unterstreicht Umweltsenator Jens Kerstan die Dringlichkeit des Themas. Für die Betroffenen sei es in so einer Notsituation absolut notwendig, die Zahlungsprobleme frühzeitig bei den richtigen Partnern anzusprechen und so eine Lösung zu finden.

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Kerstan würde aber gerne noch etwas weitergehen und sicherstellen, dass im Krisenwinter auch die Verbraucher, die eine Notsituation nicht mehr umgehen können, nicht ohne Strom, Wasser und Gas leben müssen. Man sei in Gesprächen mit den Energieversorgern, „damit es zu keinen Sperren kommt“.

Härtefallfonds für Hamburg: Senat plant 15 Millionen Euro als Hilfe ein

Bei dem Unterfangen, allen Bürgern zu garantieren, dass das Licht an bleibt und das Wasser weiter fließt, wäre der sogenannte Härtefallfonds ein wichtiges Instrument. „Auch der geplante Härtefallfonds soll dazu beitragen, Haushalte vor Energiesperren zu schützen“, bestätigt Umweltsenator Jens Kerstan.

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Der Senat plant Mittel für die Einrichtung eines Härtefallfonds zur Vermeidung von Energiesperren in Höhe von bis zu 15 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Der Härtefallfonds wird ergänzend zu den etablierten Sozialleistungen und den Entlastungspaketen des Bundes eingerichtet. „Die Ausgestaltung des Härtefallfonds wird derzeit im Senat erarbeitet und Gespräche mit den Grundversorgern für Strom und Gas in Hamburg geführt“, erklärt der Senat den aktuellen Arbeitsfortschritt diesbezüglich.

Für Umweltsenator Jens Kerstan und den Hamburger Senat hat das Thema rund um die Aufrechterhaltung der grundsätzlichen Versorgung der Menschen offensichtlich hohe Priorität – zumal noch unklar ist, in welcher Form der geplante „Abwehrschirm“ der Bundesregierung hier helfen kann. „In der jetzigen Situation ist es wichtiger denn je, dass wir alle zusammenstehen, um diese Energiekrise zu meistern“, ist Kerstan überzeugt.

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