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Klärschlamm als Energie-Quelle: Hamburg baut größte Verbrennungsanlage Deutschlands

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Im Hamburger Hafen wird Klärschlamm verbrannt und dadurch Energie gewonnen. Eine zweite Anlage soll aus der in Hamburg die größte Deutschlands machen.

Hamburg – Das Projekt des LNG-Terminals für den Hamburger Hafen ist gerade erst gescheitert, da gibt es schon die nächste Idee zur Energiegewinnung. Dieses Mal geht es um Klärschlamm, der in Verbrennungsanlagen entsorgt wird, und dabei Energie erzeugt.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Stand 2021, Sozialamt)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr,

Die bisherige Klärschlamm-Verbrennungsanlage im Hamburger Hafen soll ausgebaut werden und wird danach die größte in ganz Deutschland sein. Hamburg Wasser investiert in das Projekt rund 200 Millionen Euro.

Klärschlamm-Verbrennungsanlagen in Hamburg: Was ist das überhaupt?

Klärschlamm entsteht bei der Reinigung von Wasser in Kläranlagen. Das Abwasser wird dort in mehreren mechanischen, biologischen und chemischen Verfahren gereinigt. Durch diese Behandlung wird das Abwasser von organischen und mineralischen Stoffen befreit, die danach in fester oder flüssiger Form als Klärschlamm zurückbleiben. Kurz gesagt ist Klärschlamm also der Abfall, der bei der Wasserreinigung im Klärwerk entsteht.

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Viele Jahre wurde dieser als Dünger in der Landwirtschaft verwendet, was wegen der darin enthaltenen Schadstoffe aber immer weniger genutzt wird. In der EU unterliegt die Verwendung von Klärschlamm als Dünger nämlich der Richtlinie 86/278/EWG (Verwendung von Klärschlamm in der Landwirtschaft), die die Grenzwerte der Konzentrationen für Schwermetalle festlegt, die im Schlamm enthalten sein dürfen. Auch auf Deponien wird Klärschlamm kaum noch abgeladen, weil dort seit 2005 nur noch Abfälle mit höchstens fünf Prozent organischen Stoffen abgeladen werden dürfen.

Ein Becken mit Klärschlamm und eine Steckdose mit einem Stecker
Aus Klärschlamm wird in Hamburgs Verbrennungsanlage Energie gewonnen. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Imagebroker & IMAGO Images/Lars Berg

Um den Klärschlamm anderweitig zu verwerten, gibt es verschiedene Arten von thermischen Verfahren. Eines davon ist die Klärschlamm-Verbrennungsanlage, die nun in Hamburg erweitert werden soll.

100.000 Megawatt Strom: Neue Klärschlamm-Verbrennungsanlage bringt Energie

Gemeinsam mit dem Abwasserzweckverband Südholstein und den Entsorgungsbetrieben Lübeck will Hamburg Wasser die bestehende Kläranlage im Hafen erweitern. Nachdem die Pläne für das geplante schwimmende LNG-Terminal nicht in die Tat umgesetzt werden, investieren diese Firmen nun rund 200 Millionen Euro in eine andere Quelle der Energiegewinnung.

Schon seit 25 Jahren gibt es in Hamburg die Verwertungsanlage für Rückstände aus der Abwasserbehandlung (VERA). Dort wird der Klärschlamm bei 800 Grad Celsius verbrannt, wodurch Energie entsteht. „Wir haben früh auf die thermische Verwertung von Klärschlamm gesetzt“, erklärt Ingo Hannemann, Chef von Hamburg Wasser, laut dem NDR. Durch die in dem Prozess gewonnene Energie werden bereits jetzt das Klärwerk sowie das gesamte angrenzende Containerterminal mit Strom und Wärme versorgt.

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Um diese Methode noch besser zu nutzen, soll deshalb eine zweite Anlage gebaut werden. VERA 2 wird vermutlich in fünf Jahren einsatzbereit sein. Ab 2027 sollen durch die Schlammverbrennung in der neuen Anlage 100.000 Megawatt Strom im Jahr mehr zur Verfügung stehen. Durch die zweite Anlage wird die Hamburger Verbrennungsanlage außerdem die größte Deutschlands werden.

Anlaufstelle für den Norden: Klärschlamm kommt von überall nach Hamburg

Der Klärschlamm, der für das Projekt genutzt und in der Anlage verbrannt wird, kommt aus Hamburg und Umgebung. In der Hansestadt allein fallen im Jahr 1,5 Millionen Kubikmeter Klärschlamm an, der in die Anlage wandert. Weitere Massen Klärschlamm kommen wegen der Zusammenarbeit von Hamburg Wasser mit dem AZV Südholstein aus Schleswig-Holstein und auch die Entsorgungsbetriebe Lübeck werden in Zukunft 25.000 Tonnen Klärschlamm im Jahr nach Hamburg liefern.

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